JLL: Studentenwohnheime – Eine Nische im Anlageuniversum der Immobilienanlage

JLL: Studentenwohnheime – Eine Nische im Anlageuniversum der Immobilienanlage
«Vortex», das grösste zusammenhängende Studentenwohnheim der Schweiz. (Bild: cpev)

Zürich – Der Bestand an Studentenunterkünften wächst in der Schweiz stetig, alleine im Jahr 2020 um 7% auf 25’300 Betten. Dennoch müssen gegenwärtig immer noch rund 90% der Studierenden ihre Bleibe über den normalen Wohnungsmarkt beziehen. Für Investoren können sich in diesem Nischenmarkt interessante Opportunitäten bieten.

Autoren: Nils Donner, Daniel Stocker

JLL beobachtet deshalb die Entwicklungen bei Studentenwohnheimen auf der Angebot- und Nachfrageseite seit einigen Jahren genauer und veröffentlicht jährlich eine Übersicht dazu.

Im Oktober 2020 wurde «Vortex», das grösste zusammenhängende Studentenwohnheim der Schweiz, in unmittelbarer Nähe zum Hochschulcampus und der Metro M1 in Lausanne eingeweiht. Das Objekt bietet Unterkünfte für rund 1’000 Studierende. Lausanne weist damit im schweizweiten Vergleich weiterhin mit 16.5% (Anzahl Betten / Studierende) die beste Versorgung auf. Im Raum Zürich / Winterthur blieb das Angebot stabil im Verhältnis zur Anzahl Studierender.

Bettenangebot nach Städten

Aufgrund der unterschiedlichen Versorgung mit Studentenwohnheimen in der Schweiz hat JLL gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Senozon AG das Mobilitätsverhalten von Studierenden und die Einzugsgebiete von verschiedenen Hochschulstandorten untersucht. Folgende Erkenntnisse haben sich ergeben:

  • In Winterthur und Zürich wohnen rund zwei Drittel der Studierenden am Ausbildungsort, in Lausanne sind es 45%, in Luzern und St. Gallen rund die Hälfte.
  • Winterthur und Zug sind für den Hochschulstandort Zürich die bedeutendsten Wohngemeinden von Studierenden, neben Bülach, Frauenfeld, Schaffhausen, Wil, Rapperswil und Baar (vergleiche Karte).
  • Umgekehrt ist Zürich für den Ausbildungsort Winterthur ebenfalls die gewichtigste Wohngemeinde von Studierenden. Winterthur charakterisiert sich allerdings insbesondere dadurch, dass einerseits ein hoher Anteil an Studierenden direkt dort wohnt, ansonsten aber eher lange Anfahrtswege bestehen. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über Schaffhausen, Frauenfeld nach Amriswil, Gossau, Herisau und St. Gallen, sowie ebenso nach Wattwil, Rapperswil und Spreitenbach.
  • Abgesehen von der Standortgemeinde St. Gallen wohnen am meisten Studierende des grössten Ostschweizer Hochschulstandorts in Amriswil, Herisau, Gossau, Goldach und Wittenbach. Winterthur und Schaffhausen sind die westlichsten Städte des Einzugsgebiets des Hochschulstandorts St. Gallen.
  • In Lausanne pendeln am meisten Studierende von den angrenzenden Gemeinden sowie aus Genf an die Hochschuleinrichtungen. Nördlich reicht das Einzugsgebiet bis Yverdon mit Schwerpunkten in Orbe und Moudon, östlich bis an die Grenze zum Kanton Wallis mit einer hohen Konzentration in Montreux.

Einzugsgebiete der Hochschulen in der Gemeinde Zürich

Den Differenzen im Mobilitätsverhalten der Studierenden dürften verschiedene Ursachen zugrunde liegen (lokales Mietpreisniveau, ÖV-Anbindung, Topographie usw.). Die Unterschiede zeigen aber auch Potenziale auf hinsichtlich der Optimierung der Pendlerdistanzen und -zeiten durch die Schaffung von zielgruppengerechten Wohnangeboten. Insbesondere Winterthur sticht diesbezüglich ins Auge: Einerseits ist es ein eigenständiger Hochschulstandort, zu dem einige Studierende von weit her anreisen. Andererseits wohnen dort zahlreiche Studierende der Hochschulen St. Gallen oder Zürich.

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