Konzernchefs verdienten 2010 im Schnitt weniger

Brady Dougan

Muss sich – nach 20 Mio CHF 2009 – 2010 mit 12,8 Mio begnügen: CS-Chef Brady Dougan.

Zürich – Die Löhne der Konzernchefs der grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen sind 2010 im Durchschnitt gesunken. Grund sind Einbussen bei den Topverdienern. Demgegenüber sind die kleineren CEO-Vergütungen gestiegen. Die CEOs der 20 im Schwergewichteindex SMI gelisteten Firmen verdienten im Schnitt 7,2 Mio CHF. Das sind 12,5% weniger als im Vorjahr.

Dies zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PwC).

CS-Chef verdient deutlich weniger

Während die Basissaläre und langfristige Beteiligungsprogramme abnahmen, stiegen die Bar-Boni. PwC-Partner Remo Schmid verwies an einer Medienkonferenz in Zürich darauf, dass sich bei vielen Unternehmen die Resultate verbessert hätten. Deutlich weniger verdient hat der Chef der Grossbank Credit Suisse, dessen Vergütung von rund 20 Mio auf 12,8 Mio CHF gesunken ist. Auch der neue Konzernchef des Ölbohrkonzerns Transocean, Steven Newman, verdiente nach der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko mit gut 8 Mio noch etwa die Hälfte seines Vorgängers.

CEOs mit tiefsten Vergütungen holen deutlich auf
Die grössere Transparenz durch die verschärften Offenlegungsvorschriften habe zwar keinen generellen Trend nach oben gebracht, sagte PwC-Partner Robert Kuipers. Bei den CEOs mit tieferen Vergütungen ging es 2010 aber klar aufwärts. So nahmen die Cheflöhne, die zu den 25% tiefsten gehören, um satte 42,7% auf 5,6 Mio CHF zu. Die höchsten 25% der Vergütungen sanken dagegen um 30,6% auf 8,7 Mio. Während der Durchschnittslohn deshalb sank, stieg der Medianlohn (die eine Hälfte der SMI-CEOs verdient mehr, die andere weniger) um 27,5% auf 7,5 Mio.

VR-Saläre in SMI-Firmen stabil
Ähnlich ist die Entwicklung bei den SMIM-Unternehmen, also bei den 28 dem SMI nachfolgend grössten Unternehmen. Der Durchschnittslohn nahm um 6,3% auf 2,8 Mio CHF. ab, der Medienlohn stieg dagegen um 15% auf 2,5 Mio. Relativ stabil blieben die Vergütungen der Verwaltungsratspräsidenten der SMI-Firmen. Seit 2007 haben sie im Median von 1,2 Mio auf 1,3 Mio nur geringfügig zugenommen, wie PwC in der Studie schreibt. Bei den kleineren SMIM-Firmen gab es hingegen eine klare Aufwärtsbewegung von rund 430’000 auf 603’000 CHF.

Offenlegungspflichten sehr unterschiedlich erfüllt
Die Offenlegungspflichten bereiten offenbar weiterhin Schwierigkeiten: die Auflagen wurden gemäss PwC sehr unterschiedlich erfüllt. Insgesamt habe sich die Qualität der Offenlegung aber verbessert, die Einhaltung der Vorschriften habe gemäss den Kriterien von PwC von 52 auf 63% zugenommen. Für das laufende Jahr geht Kuipers davon aus, dass die Boni nicht zuletzt in der Finanzbranche kleiner werden, da die Profitabilität und auch die Aktienkurse unter Druck sind. Spezialisten müssten aber weiterhin gut entlöhnt werden. (awp/mc/upd/ps)

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