Donald Trump als 45. US-Präsident vereidigt

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump. (Screenshot Inauguration)

Washington – Donald Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Oberste Verfassungsrichter der USA, John Roberts, nahm dem 70-jährigen Republikaner am Freitag auf den Stufen des Kapitols den Amtseid ab. Trump schwor auf zwei Bibeln: auf seine eigene und auf die des früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln. Trump löst den Demokraten Barack Obama ab, den ersten schwarzen Präsidenten der USA.

Der 70-jährige Trump legte vor seiner Rede den Amtseid vor dem Obersten Richter der USA, John Roberts, ab. Vor Trump war Mike Pence von Clarence Thomas, Richter am Obersten Gerichtshof der USA, zum Vize-Präsidenten vereidigt worden.

An der Vereidigung nahm zahlreiche US-Politprominenz teil, darunter die Ex-Präsidenten Jimmy Carter, George W. Bush und Bill Clinton. Dieser kam mit seiner Frau Hillary Clinton, die bei den Wahlen Trump unterlegen war. Sie nehme aus Respekt vor der Demokratie und deren Werte an der Amtseinführung teil, teilte sie mit.

Der Tag der Amtseinführung folgte einem strengen Protokoll. Donald und Melania Trump begannen den offiziellen Teil ihres Tages mit einem Kirchgang. Anschliessend wurden sie von Barack und Michelle Obama im Weissen Haus zum Tee empfangen.

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Obamas in den Ferien
Kurz davor hatte Obama ein letztes Mal das Oval Office aufgesucht, Büro und Machtzentrum des US-Präsidenten. Dort hinterlegte er einen Brief auf dem Schreibtisch. Es gehört zur Tradition, dass der scheidende US-Präsident eine Notiz für seinen Nachfolger hinterlässt.

Die Obamas begleiteten dann die Trumps zum Kapitol, wo die Vereidigung stattfand. Nach der Zeremonie trennten sich ihre Wege. Begleitet vom neuen Präsidentenpaar verabschiedeten sich Barack und Michelle Obama bestiegen einen Helikopter und reisten in die Ferien nach Palm Springs in Kalifornien. Auf Donald und Melania Trump warteten die Parade zum Weissen Haus und Feierlichkeiten mit Bällen bis in die Nacht.

In Washington, wo hunderttausende der Amtseinführung beiwohnten, herrschten am Freitag erhöhte Sicherheitsmassnahmen, grosse Teile der Innenstadt waren durch Beton- und Metallbarrikaden für den Autoverkehr abgesperrt. Laut den Behördenangaben waren rund 28’000 Sicherheitsbeamte im Einsatz sein.

Randale im Stadtzentrum
Kurz vor Trumps Vereidigung gab es friedliche und auch gewaltsame Proteste. Mehrere hundert schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten zogen randalierend durch das Zentrum der US-Hauptstadt. Die Trump-Gegner warfen Steine und zerstörten Schaufensterscheiben. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. 95 Menschen wurden festgenommen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Trump ist zu seinem Amtsantritt einer der umstrittensten Präsidenten der US-Geschichte. Er kommt in Umfragen auf eine Zustimmung von 40 Prozent, so niedrig war nur Jimmy Carter bei seinem Amtsantritt vor 40 Jahren. Für Samstag war eine Grosskundgebung gegen Trump in Washington angesetzt.

Die Hauptstadt glich einer Hochsicherheitszone. Polizisten und Soldaten der Nationalgarde sicherten die Strassen ab; Kreuzungen wurden zum Teil mit Bussen blockiert.

Volldampf
Trump hatte angekündigt, mit Volldampf ins Amt starten zu wollen. Das erste Wochenende hat er sich erstmal frei gehalten. Möglich ist, dass er am Montag mit der Unterschrift unter einige inhaltliche präsidentielle Dekrete startet. Sie werden aller Voraussicht nach in einem Zusammenhang stehen mit dem angekündigtem und umstrittenen Bau einer Mauer zu Mexiko und dem Thema Grenzsicherheit generell.

Auch zum Thema Handel könnte es rasch Neuigkeiten geben, Trump hat eine Neuverhandlung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) mit Kanada und Mexiko sowie eine Abkehr vom transpazifischen Abkommen TPP angekündigt. (awp/mc/upd/ps)

 

Infografik: Trump ist nur halb so beliebt wie Obama | Statista
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