Malaria-Impfstoff soll Millionen Kindern helfen

Anopheles-Mücke
Anopheles-Mücke, hauptsächlichste Übertragerin von Malaria.

Die Anopheles-Mücke ist die hauptsächlichste Übertragerin von Malaria.

London – Abschliessende klinische Studien des Malaria-Impfstoffs RTS,S/AS01 legen laut der London School of Hygiene and Tropical Medicine nahe, dass er Millionen Kinder vor dieser Krankheit schützen könnte. Dieser Impfstoff ist der erste, der diese Phase erreicht hat. Tests mit 16.000 Kindern aus sieben afrikanischen Ländern haben jedoch ergeben, dass Auffrischungsimpfungen nur eingeschränkt wirksam waren. Impfungen bei Säuglingen erwiesen sich als nicht wirksam.

Fortgeschrittenes Versuchsstadium
Nachdem Kinder zwischen fünf und 17 Monaten drei Dosen des Impfstoffes erhalten hatten, betrug die Immunisierung nur 46 Prozent. Laut Experten wie James Whiting von Malaria No More UK ist die Entwicklung eines Impfstoffes in dieser Form bereits als Meilenstein zu bezeichnen. Trotzdem blieben Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit und der Kosten.

Die in «The Lancet» veröffentlichten Ergebnisse haben gezeigt, dass die Erfolgsraten bei kleineren Kindern sogar noch geringer waren. Forscher arbeiten seit über 20 Jahren an einem Impfstoff gegen Malaria. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass es noch länger dauern wird, bis dieses Ziel erreicht werden kann. RTS,S/AS01 ist der erste Impfstoff, der ein fortgeschrittenes Versuchsstadium erreicht hat und bei kleinen Kindern überhaupt eine Wirkung zeigt.

Impfschutz nimmt mit der Zeit ab
Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen Malaria. Täglich sterben in den Ländern südlich der Sahara rund 1.300 Kinder an den Folgen dieser Krankheit. Laut Forschungsleiter Brian Greenwood sind die Ergebnissen der klinischen Studien etwas enttäuschend. «Ich habe gehofft, dass der Impfstoff wirksamer sein würde. Wir sind jedoch nie davon ausgegangen, dass wir Werte wie die 97 Prozent beim Masernimpfstoff erzielen.»

Verantwortlich dafür ist der Lebenszyklus des Malaria-Parasiten und seine seit 100 Jahren ausgebildete Fähigkeit, das Immunsystem zu umgehen. Die Impfungen wurden an elf Orten in Burkina Faso, Gabun, Ghana, Kenia, Malawi, Mosambik und Tansania durchgeführt. Die Tests haben ergeben, dass der Schutz des Impfstoffes im Laufe der Zeit abnimmt. Auch Versuche, die Wirkung zu verstärken, brachten nicht den gewünschten Erfolg. Der Schutz nach der ersten Impfung konnte nicht wieder erreicht werden.

Die klinischen Studien haben auch gezeigt, dass eine Gehirnhautentzündung bei den geimpften Kindern häufiger auftrat. Laut Greenwood sind die erhobenen Daten jedoch solide. Der Impfstoff könnte die Anzahl der Erkrankungen trotzdem um rund 30 Prozent reduzieren. Die Europäische Arzneimittelagentur wird die Forschungsergebnisse überprüfen und über eine Zulassung entscheiden. Die Weltgesundheitsorganisation könnte dann den Einsatz des Impfstoffes ab Oktober dieses Jahres empfehlen. (pte/mc/ps)

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