Mobimo sieht nur geringe Auswirkungen der Coronakrise

Daniel Ducrey
Mobimo-CEO Daniel Ducrey. (Foto: Mobimo)

Luzern – Die Immobiliengesellschaft Mobimo kann sich den Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht ganz entziehen. So dürfte die Leerstandsquote etwas zunehmen und die Mieterträge könnten zurückgehen. Insgesamt habe sich das Geschäftsmodell mit dem hohen Anteil von Wohnimmobilien aber bewährt.

Mobimo sei gut durch die von der Coronakrise geprägten Monate gekommen, der operative Betrieb sei weitgehend normal weitergelaufen, teilte die Immobiliengruppe am Donnerstag mit. Genaue Angaben über die Auswirkungen sollen Ende Juli bei der Vorlage des Halbjahresberichts gemacht werden.

Jetzt schon klar sei, dass die Coronakrise kaum Auswirkungen auf den Wohnbereich haben werde, der 39 Prozent zum Mietertrag beisteuert. Die Wohnungen seien mehrheitlich im mittleren bis tieferen Preissegment angesiedelt.

Die Auswirkungen der Schliessungen durch die Behörden spürte Mobimo dagegen bei den kommerziellen Nutzungen. Gut ein Fünftel des Mietertrags werde mit den vom „Lockdown“ betroffenen Bereichen Detailhandel, Hotel und Gastronomie erwirtschaftet. Dabei war besonders der Bereich Hotel und Gastronomie mit einem Anteil von 10 Prozent der Mieteinnahmen stark betroffen.

Bei der Nutzungsart Detailhandel mit 11 Prozent-Mietanteil wirkten sich die Geschäftsschliessungen – wenig erstaunlich – vor allem auf die Non-Food-Anbieter aus, die rund 80 Prozent dieser Kategorie ausmachen. Nur wenig betroffen waren im Gegensatz dazu Büro- und Gewerbeflächen.

Mieterlasse für Gastronomen
Nun möchte das Immobilienunternehmen betroffenen Firmen unter die Arme greifen. Mobimo unterstütze vor allem Gastronomen und Kleinunternehmen mit Mietentlastungen, heisst es dazu. Bei Geschäftsmietern mit einem Nettomietzins unter 5’000 Franken und Wiedereröffnung am 27. April 2020 erlasse Mobimo daher die Miete der Monate April und Mai.

Die Gastronomieanbieter in den grossen Quartieren würden ebenfalls mit einem zweimonatigen Mietzinserlass entlastet, ebenso Restaurants oder Cafés in anderen Liegenschaften mit einem Mietzins unter 5’000 Franken. Parallel dazu liefen mit vielen Mietern auch grösserer Flächen Gespräche.

Die Corona-bedingten Mietertragseinbussen dürften sich voraussichtlich insgesamt auf einen Millionenbetrag im oberen einstelligen Bereich belaufen. Der Betrag umfasse nur zu einem kleinen Teil bereits jetzt abschliessend geregelte Erlasse.

Erstvermietung von kommerziellen Flächen verlangsamt
Schliesslich äusserte sich Mobimo auch zur Leerstandsquote. Während die Dynamik im Wohnungsmarkt kaum nachgelassen habe, zeigte sich im Bereich der kommerziellen Flächen mehr Zurückhaltung. Mobimo erwartet per Mitte Jahr voraussichtlich einen Anstieg des Leerstands auf 5,5 von 3,8 Prozent Ende 2019. Die weitere Entwicklung des Leerstands und der Mieteinnahmen hänge aber stark vom generellen wirtschaftlichen Umfeld ab.

Weiterhin gut sei etwa die Nachfrage nach Stockwerkeigentum und bei der Entwicklung für Dritte. So geht das Unternehmen derzeit nicht von einschneidenden Veränderungen in der Nachfrage nach Stockwerkeigentum im mittleren Preissegment aus. Auch die Entwicklungsdienstleistungen für Dritte verzeichneten keinen Nachfragerückgang. Auch habe es keine nennenswerten Verspätungen bei den Bauvorhaben gegeben. (awp/mc/ps)

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