MoneyPark: Risiken im Immobilienmarkt bleiben auf tiefem Niveau

Stefan Heitmann
MoneyPark-CEO Stefan Heitmann. (Foto: MoneyPark)

Zürich – Der MoneyPark Real Estate Risk Index verharrt im dritten Quartal 2017 auf tiefen 2.7 Punkten. Insbesondere die guten Wirtschaftsaussichten in der Schweiz aber auch dem EU-Raum wirken sich positiv auf den Immobilienmarkt aus. Aber auch die konvergierenden Preise von Konsumgütern und Immobilien lassen auf geringe Risiken im Markt schliessen. Einzig die Unterschiede zwischen den Anbietern stellen insbesondere Erstkäufer vor grosse Herausforderungen und machen den Markt aus einer Nachfrageperspektive sehr anspruchsvoll.

Auch im zweiten Halbjahr lassen sich somit keine übermässigen Risiken im Immobilienmarkt beobachten. Besonders positiv wirken sich die guten Wirtschaftsaussichten auf den Immobilienmarkt aus. Die anziehende Konjunktur in der Schweiz aber auch in der EU wirkt belebend auf zyklische Branchen wie den Immobilienmarkt. In der Schweiz kommt der Immobilienwirtschaft eine besondere Position zu: Gemäss einer Studie des HEV und des Bundesamts für Raumentwicklung macht die Branche rund 18 Prozent des BIP aus. Pro Jahr erwirtschaftet sie rund 100 Milliarden Franken, wobei ein Grossteil des Umsatzes auf die Bauwirtschaft entfällt. Die Immobilienwirtschaft trägt aber nicht nur massgeblich zum BIP bei, sondern profitiert als zyklische Branche wiederum vom konjunkturellen Aufschwung.

Auch wenn die Leerstände in den vergangenen Quartalen angestiegen sind, sehen die Experten von MoneyPark darin keinen Grund zur Sorge. Das Gegenteil ist der Fall: Die Leerstände tragen zu einer Entspannung auf dem angeheizten Mietermarkt bei und verhelfen den Mietern zu mehr Verhandlungsmacht.

Die Konjunktur zeigt sich im spätsommerlichen Hoch
Zum vierten Mal in Folge steigt der Einkaufsmanager-Index und erreicht mit über 61 Punkten ein neues Jahreshoch. Die gute Auftragslage ist nicht zuletzt der starken Binnennachfrage geschuldet. Der erstarkende Euro unterstützt zudem die Exportwirtschaft, die sich von dem Wechselkursschock langsam wieder erholt.

Haushalte verschulden sich etwas stärker im dritten Quartal
Im dritten Quartal nehmen die Haushalte eine Hypothek auf, die gut doppelt so hoch ist wie sämtliche Vermögenswerte, über die sie verfügen. Bei steigenden Zinsen könnten die Haushalte also mittelfristig die Hypothek halbieren und somit auch die monatliche Belastung stark reduzieren, was wiederum das Ausfallrisiko minimiert.

Anbieter offerieren sehr heterogen
Die Zinsunterschiede zwischen den Anbietern steigen im dritten Quartal wieder an und erreichen 75 Basispunkte. Das bedeutet, dass der günstigste Anbieter im dritten Quartal unabhängig von der Laufzeit im Schnitt 75 Basispunkte unter dem teuersten Anbieter offeriert hat. Ein Grund für die steigenden Unterschiede im dritten Quartal sind die Margenoptimierungen der Banken, die oft in der zweiten Jahreshälfte versuchen ihre Gewinn-und-Verlustrechnung zu verbessern. Für den Hypothekarnehmer ergeben sich aus den hohen Zinsunterschieden gute Verhandlungschancen – vorausgesetzt, es werden mehrere Offerten eingeholt.

Konvergierende Preisindizes bei Konsumgütern und Immobilien
Im dritten Quartal 2017 stagnieren die Preise für Konsumgüter praktisch. Die Preise für Immobilien sind im Vergleich zum Vorquartal mit -0.36 Prozent sogar leicht rückläufig. Seit Anfang Jahr konvergieren die Preise von Konsumgütern und Immobilien wieder. Waren nach der Finanzkrise die Preise von Immobilien und Konsumgütern stark auseinander gedriftet, zeichnet sich seit einiger Zeit wieder eine Annäherung an.

Arbeitslosenquote bleibt stabil
Die saisonal bereinigte Arbeitslosenquote stagniert im dritten Quartal auf 3.2 Prozent. Arbeitslosigkeit oder Erwerbsausfälle sind gerade für Immobilieneigentümer besonders risikobehaftet, müssen die Hypothekarforderungen doch auch bei sinkendem oder ausfallendem Einkommen gedeckt werden. Eine vorausschauende Vorsorgeplanung und Absicherung der Hypothek lohnt sich daher in jedem Fall, um die Tragbarkeit zu gewährleisten.

Fazit: Spätsommerliche Stabilität im Immobilienmarkt
Der Immobilien-Herbst zeigt sich spätsommerlich stabil und konstant. Die Risiken im Immobilienmarkt stagnieren auf tiefem Niveau. Besonders positiv präsentieren sich die Einkaufsmanager, die von der allgemein anziehenden Weltkonjunktur profitieren, aber auch von den guten Wachstumsaussichten in der Schweiz. Die langsam ansteigende Inflation
gepaart mit nur noch sehr moderat wachsenden Immobilienpreisen trägt ebenfalls zu einer Entspannung auf dem Immobilienmarkt bei. Zu beobachten bleiben indes die steigenden Leerstände, die sich derzeit aber sehr regional und vorwiegend auf Mietwohnungen konzentrieren und den Eigentumsmarkt noch nicht substanziell tangieren. Bis Ende Jahr erwarten die Experten von MoneyPark noch ein leichtes Anziehen der Zinsen. Ausschlaggebend für den Zinsmarkt dürfte insbesondere die mögliche Abkehr der EZB vom Anleiheaufkaufprogramm per Ende Jahr sein, welche nochmals etwas Dynamik in den Markt bringen dürfte.

Lesen Sie hier den gesamten Immobilienreport. (MoneyPark/mc/ps)

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