Mueller: Keine Hinweise auf Absprachen zwischen Trump und Russland

Mueller: Keine Hinweise auf Absprachen zwischen Trump und Russland
US-Sonderermittler Robert Mueller.

Washington – Nach seiner fast zweijährigen Untersuchung zur Affäre um US-Präsident Donald Trump ist FBI-Sonderermittler Robert Mueller zu der Einschätzung gekommen, dass es keine geheimen Absprachen zwischen Trumps Wahlkampflager und Russland über eine russische Einflussnahme auf den Präsidentschaftswahlkampf gegeben hat. Das geht aus einer Zusammenfassung von Muellers Bericht an den US-Kongress hervor, die das Justizministerium am Sonntag veröffentlichte.

Der Sonderermittler traf demnach zudem keine Festlegung, ob Trump die Justiz behindert habe, sondern er legte Indizien in beide Richtungen vor. Der Bericht komme nicht zu dem Schluss, dass der Präsident ein Verbrechen begangen habe, er entlaste ihn aber auch nicht, hiess es einem Brief von Justizminister William Barr an das Parlament.

Trump sieht sich entlastet
Nach der Vorlage des Berichts betonte Trump dennoch, die Vorwürfe gegen ihn seien entkräftet. „Keine geheimen Absprachen, keine Behinderung (der Justiz), vollständige und totale Entlastung“, schrieb er auf Twitter. Vor seinem Rückflug aus Palm Beach in Florida nach Washington gab Trump zudem ein kurzes Statement, in dem er die nun abgeschlossenen Ermittlungen als „illegal“ bezeichnete und sich für eine Untersuchung aussprach.

Barr teilte mit, er habe auf der Grundlage der Ergebnisse von Muellers Ermittlungen zu einer möglichen Behinderung der Justiz mit seinem Stellvertreter Rod Rosenstein beraten. Gemeinsam seien sie zu dem Schluss gekommen, dass die Beweise nicht ausreichend seien, um Trump in diesem Punkt eine Straftat nachzuweisen.

Diese Entscheidung des Ministers kritisierten die Demokraten prompt scharf. Mueller habe Trump eindeutig und explizit nicht entlastet, schrieb der demokratische Vorsitzende des Justizausschusses im Repräsentantenhaus, Jerry Nadler, auf Twitter. Er kündigte an, Barr von dem Ausschuss befragen zu lassen.

Mueller hatte seinen vertraulichen Bericht am Freitag an den Justizminister übergeben – und seine Untersuchungen zur Russland-Affäre um Trump damit nach fast zwei Jahren abgeschlossen. Der komplette Bericht soll nach dem Willen des Justizministeriums vertraulich bleiben. Auch darüber droht eine heftige Auseinandersetzung, denn die Demokraten verlangen, dass das gesamte Papier und die ihm zugrundeliegenden Erkenntnisse und Dokumente veröffentlicht werden.

Mehr als 30 Anklagen
Mueller hatte von Mai 2017 an dazu ermittelt, ob es bei den mutmasslichen Versuchen russischer Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen dem Trump-Lager und Vertretern Russlands gab – und ob Trump mit der Entlassung von FBI-Chef James Comey die Justiz behindert hat. Die Ermittlungen haben zu mehr als 30 Anklagen geführt, darunter gegen sechs Menschen aus Trumps Umfeld.

Mueller ist laut der Zusammenfassung des Justizministeriums zu der Einschätzung gelangt, dass es mehrere Angebote von Personen mit Verbindungen nach Russland gegeben habe, Trumps Wahlkampflager zu helfen. Der Sonderermittler habe aber keine Hinweise darauf gefunden, dass es im Zusammenhang mit den mutmasslich russischen Hackerangriffen auf Computer der Demokraten und der anschliessenden Veröffentlichung von E-Mails geheime Absprachen zwischen dem Trump-Lager und Russland gegeben habe. Zu demselben Schluss kommt der Sonderermittler laut dem Justizministerium auch mit Blick auf mutmassliche Versuche einer russischen Organisation, im Wahlkampf gezielt falsche Informationen zu verbreiten.

Dorn im Auge Trumps
Trump sagte am Sonntag, die Vorwürfe zu geheimen Absprachen mit Vertretern Russlands seien „das Lächerlichste, was ich je gehört habe“. Er fügte hinzu: „Es ist eine Schande, dass unser Land das durchmachen musste. (…) Es ist eine Schande, dass Ihr Präsident das durchmachen musste.“ Er bezeichnete die Untersuchungen als einen erfolglosen Versuch, ihn illegal aus dem Amt zu drängen.

Trump war Muellers Untersuchung stets ein gewaltiger Dorn im Auge. Immer wieder hatte er sie als „Hexenjagd“ bezeichnet. (awp/mc/ps)

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