Orascom DH steigert sich im ersten Halbjahr deutlich

Orascom DH steigert sich im ersten Halbjahr deutlich
El Gouna Resorts am Roten Meer. (Bild: Orascom)

Altdorf – Orascom DH hat im ersten Halbjahr dank einer Erholung des Hotelgeschäfts wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das Immobiliengeschäft blieb dagegen auch wegen der starken Abwertung des ägyptischen Pfunds auf Vorjahresniveau. Mit Blick nach vorne lotet das Unternehmen neue Geschäftsmöglichkeiten aus.

Der Umsatz der Gruppe nahm im ersten Halbjahr um knapp 20 Prozent auf 270,5 Millionen zu und unter dem Strich resultierte wieder ein Reingewinn nach Minderheiten von 11,3 Millionen. In der noch stark von der Corona-Krise geprägten Vorjahresperiode hatte die Gruppe noch einen Verlust von 5 Millionen Franken ausgewiesen.

Hotelgeschäft zieht wieder an
Deutlich erholt zeigte sich im ersten Halbjahr vor allem das Hotelgeschäft, das den Umsatz mit 60,6 Millionen Franken mehr als verdoppeln konnte. «Wir haben hier einen starken Rebound gesehen und sind zum Teil bereits wieder auf Vorkrisen-Niveau angelangt», sagte CEO Omar El Hamamsy am Mittwoch im Gespräch mit AWP. Trotz der aktuellen Unsicherheiten hätten sich die Trends auch im zweiten Halbjahr fortgesetzt.

Infolge der Pandemie hat sich an der «Flagship»-Destination El Gouna aber der Gäste-Mix geändert. «Im ersten Halbjahr stammten trotz der Rückkehr der ausländischen Gäste nach wie vor 25 Prozent der Übernachtungen von lokalen Touristen», so El Hamamsy. Dieser Anteil sei vor der Krise noch deutlich geringer gewesen, soll aber in dieser Grössenordnung auch beibehalten werden, um das Geschäft krisenresistenter zu machen.

Immobiliengeschäft gedämpft
Gemächlicher war die Entwicklung im ersten Halbjahr im Immobiliengeschäft, das während der zweijährigen Corona-Krise eine wichtige Stütze der Gruppe war. Hier lagen die Umsätze zum Halbjahr mit 173,5 Millionen nur knapp über dem Vorjahresniveau. Laut dem Orascom-Chef ist dafür in erster Linie die starke Abwertung des ägyptischen Pfunds seit Anfang Jahr für die schleppende Entwicklung verantwortlich.

Die Preise für die Immobilien hätten dagegen über alle Destinationen hinweg erhöht werden können. «Im Erstwohnungsprojekt O-West in Kairo konnten wir um 20 Prozent höhere Verkaufspreise erzielen, und das gerechnet in Schweizer Franken», erklärte El-Hamamsy. Im Vergleich mit der direkten Konkurrenz vor Ort bestehe hier weiterhin «ein gewisser Spielraum» nach oben.

Um knapp ein Drittel auf 36,4 Millionen erhöhten sich auch die Erträge im Bereich «Town Management», das die Dienstleistungen an den einzelnen Destinationen erfasst. Hier hätte sich strategische Wachstumsinitiativen und neue Angebote für Start-Up-Unternehmen bezahlt gemacht, so der Orascom-Manager. Diese zielten in Ägypten unter anderem auf sogenannte «digitale Nomaden» ab, die ihre Arbeit von den verschiedenen Destinationen aus erbringen möchten.

Andermatt schreibt schwarze Zahlen
Einen positiven Gewinnbeitrag leistete im ersten Halbjahr auch Andermatt Swiss Alps (ASA), an der Orascom weiterhin einen Anteil von 49 Prozent hält. So resultierte ein anteilsmässiger Gewinn von 6,9 Millionen Franken, nach einem Verlust von 6,8 Millionen in der Vorjahresperiode. Die Rückkehr in die Gewinnzone auf Gruppenebene wurde unter anderem auch dank der Trendwende in Andermatt erreicht.

Am Vorhaben, Andermatt wieder vollständig zu konsolidieren, werde weiterhin festgehalten, so der Orascom-Chef. Derzeit sind weiterhin 51 Prozent an ASA im Privatbesitz von Samih Sawiris, der das Verwaltungsratspräsidium und die Aktienmehrheit an Orascom dieses Jahr an seinen Sohn Naguib übergeben hatte.

Weiter keine Guidance
Bezüglich dem weiteren Geschäftsverlauf verzichtet die Gruppe aufgrund der grossen Unsicherheiten weiterhin auf konkrete Prognosen für das Gesamtjahr. Der Bau von Immobilien soll weiter beschleunigt werden, auch um mögliche Auswirkungen einer weiteren Inflation auf die Kosten abzumildern. Zudem sollen die Verkaufspreise weiterhin in allen Destinationen erhöht werden. (update/awp/mc/pg)

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