Peter Moertl, CEO Premier Suisse Estates im Interview

Peter Moertl

Peter Moertl, CEO Premier Suisse Estates. (Foto: zvg)

von Patrick Gunti

Moneycab.com: Herr Moertl, viele Schweizer träumen von einem Zweitwohnsitz oder einem Ferienhaus im Süden. Attraktive Preise, der schwache Euro und das niedrige Zinsniveau hierzulande kurbeln die Nachfrage an. Worauf sollten Kaufinteressierte achten, bevor sie sich für eine Destination entscheiden?

Peter Moertl: Grundsätzlich muss man unterscheiden, ob die eigene Ferienimmobilie ein reiner Lustkauf entsprechend persönlicher Präferenzen ist, oder ob man sie auch zum Zwecke der Kapitalanlage erwerben möchte. Bei letzterem ist die Liquidität des Marktes entscheidend, sprich, ob der Ferienimmobilienmarkt des entsprechenden Landes entsprechend Bewegung aufweist. Eine Immobilie in einer Urlaubsregion mit guter Infrastruktur ist später leichter zu verkaufen als ein Haus in einer weniger gut erreichbaren Lage. Das ist der Grund, warum z.B. Mallorca so gefragt ist. In weniger als 3 Stunden Flugzeit ist die Insel von jedem Flughafen Europas aus zu erreichen, eine Immobilie dort spricht eine breitere Zielgruppe an, als z.B. ein Landhaus in Apulien. Hat man sich für eine Urlaubsregion entschieden, ist auch hier die Lage der Immobilie der entscheidende Wertfaktor. Ein Haus in Küstennähe oder sogar in erster Meereslinie ist wird mehr nachgefragt als eines im Hinterland.

Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Sind die Bedingungen für einen Kauf z.B. in Spanien oder in Kroatien vergleichbar mit Schweizer Gepflogenheiten?

Grundsätzlich ja, da ja alle Banken den Vorgaben von Basel III und den Europäischen Richtlinien unterliegen. Schweizerische Banken finanzieren grundsätzlich nicht auf Hypothekarbasis, aber Lombardfinanzierungen sind möglich; will heissen, auf Ihr Portfolio bei der Bank kann in der Regel ein Beleihungskredit aufgenommen werden.

«Mit Porta Holiday, unserer Ferienvermietungsplattform für Fincas, Häuser und Wohnungen auf den Balearen, bieten wir einen einmaligen Zusatzservice.»
Peter Moertl, CEO Premier Suisse Estates

Premier Suisse Estates ist auf die Vermarktung exklusiver Ferienimmobilien und ausgewählter Wohnimmobilien spezialisiert. Seit einigen Monaten sind Sie exklusiver Vertriebspartner von Porta Mondial in der Schweiz. Welche Vorteile bringt Ihnen das Netzwerk?

Unser Geschäft wird zukünftig noch stärker IT- und Web-lastig. Da brauchen Sie einen starken Partner wie die Porta Mondial, die über die letzten 10 Jahre stark in diesen Sektor investiert hat. Darüberhinaus ergeben sich natürliche Synergien, zum einen mit deutschen Immobilieninvestoren, die sich für die Schweiz interessieren und umgekehrt Schweizer, die ihre Ferienimmobilienwünsche an uns formulieren. Drittens bieten wir über Porta Holiday, unsere Ferienvermietungsplattform für Fincas, Häuser und Wohnungen auf den Balearen einen einmaligen Zusatzservice. Sie kaufen als Schweizer Kunde bei uns auf Mallorca und wir kümmern uns im Anschluss um die Ferienvermietung und Hausverwaltung.

Spanien, wo Porta Mondial vor zehn Jahren als Porta Mallorquina seinen Ursprung hat, ist der derzeit grösste ausländische Wachstumsmarkt für Schweizer Immobilienkunden. Was macht Spanien so attraktiv?

Nach Ausbruch der Immobilienkrise vor sieben Jahren sind die Immobilienpreise in Spanien massiv in den Keller gestürzt. Wie immer bei solchen Ausschlägen waren die guten und Spitzenlagen insoweit davon betroffen, dass die die Preise nicht weiter gestiegen sind und die Investitionen vor allem aus dem Ausland zurückgingen. Jeder wollte abwarten, bis die Preise ihren Tiefpunkt erreichen. Drastische Preisrückgänge wie an den Küstenregionen am Festland, waren in den Ferienregionen auf den Balearen nicht zu beobachten, aber auch hier brach der Markt leicht ein. In den letzten zwei Jahren begannen sich die Märkte auf den spanischen Inseln wieder zu erholen, hier stiegen die Verkaufszahlen wieder zweistellig pro Jahr. Insgesamt liegt das Marktvolumen aber noch unter dem Niveau von vor der Krise: 2008 wurden auf den Balearen rund 12.000 Immobilien verkauft, 2014 etwas über 9.000.

Sie haben den Markt auf den Balearen einer genauen Betrachtung unterziehen lassen.  Lässt er sich mit dem Markt auf dem spanischen Festland vergleichen?

Grundsätzlich sind Feriendestinationen in der Preisentwicklung meist abgekoppelt von den Ballungszentren, Industriegebieten oder den klassischen Wohngebieten eines Landes. Das ist in der Schweiz ähnlich wie in Spanien, wo die Preise in Barcelona nicht mit den Preisen in den Balearen korrelieren. Noch dazu wo auf den Balearen eine sehr starke Nachfrage von nicht-spanischen Investoren herrscht, ca. ein Drittel, die meist aus wirtschaftlich starken Regionen kommen, wie z.B. Deutschland oder der Schweiz.

«In den letzten zwei Jahren begannen sich die Märkte auf den spanischen Inseln wieder zu erholen, hier stiegen die Verkaufszahlen wieder zweistellig pro Jahr.»

Wie gross ist denn die Nachfrage aus der Schweiz?

Von den ausländischen Immobilienkäufern auf den Balearen stellen laut spanischer Notarkammer die Deutschen mit 34,56% den grössten Anteil, gefolgt von den Briten (19,4%). Die Schweizer belegen mit 2,79% Platz 6, noch vor den Russen (1,84%) Belgiern (1,61%), Holländern (1,51%) und Österreichern (1,31%). Seit 2012 steigt die Nachfrage aus der Schweiz nach Ferienimmobilien konstant, spanienweit kauften Schweizer im ersten Trimester 2014 um +54,7% mehr Immobilien in Spanien als im Vorjahreszeitraum, und im zweiten Trimester steigerte sich die Zahl der Immobilienkäufe um +21,3% im Vergleich zu 2013.

Wie hat sich das Image der Balearen in den letzten Jahren verändert? Vor noch nicht allzu langer Zeit wurden die Inseln ja in erster Linie mit Ballermann und Rund-um-die-Uhr-Party in Verbindung gebracht.

Das ist eine sehr gute und berechtigte Frage. In den letzten zehn Jahren sehen wir einen starken Imagewandel auf den Balearen, die sich zu Familien-und Rentner-freundlichen Ferien- und Lebensdomizilen entwickelt haben. Auch die Superreichen der Welt haben die Balearen entdeckt, da sie tiefe Häfen für ihre Jachten vorfinden, Spitzenrestaurants und Clubs, sowie eine attraktive Infrastruktur (zweitgrösster Flughafen Spaniens, Autobahnen, Shopping Malls etc.). Die mallorquinische Regierung hat in den letzten Jahren die Verbote für Ballermann-Feste am Strand und in den Städten weiter verschärft, um das Leben und Urlauben dort noch attraktiver zu machen.

«Die eigentliche langfristige Investmentopportunität bietet sich aber in Menorca.»

Mallorca hat naturgemäss das grösste Angebot zu bieten. Ibiza aber ist derzeit die eigentliche Trend-Insel. Dort ist das Preisniveau insgesamt auch am höchsten, das Angebot aber überschaubar, sogar noch kleiner als auf der Schwesterinsel Menorca. Wo sehen Sie die Gründe?

Es ist richtig, Ibiza ist als „trendy“ zu bezeichnen, was sich auf Grund des beschränkten Angebotes an Objekten auf die Preise niederschlägt. Die eigentliche langfristige Investmentopportunität bietet sich aber in Menorca, wo Preis/Leistung sich die Waage halten, und die Preisentwicklung interessant sein könnte.

Welches sind die Toplagen auf den Inseln?

Auf jeden Fall die beiden Hauptstädte, Ibiza Stadt und Palma de Mallorca. Während auf Ibiza der Paseo Maritimo, also erste Meereslage in der Stadt, zu den teuersten Lagen der Insel zählt, ist Palma de Mallorca preislich noch nicht in auf dem Niveau von Port d’Andratx im Südwesten Mallorcas angekommen. Hier können sich noch durchaus interessante Investitionsoptionen ergeben, derzeit sind einige Altstadtpaläste auf dem Markt mit grossem Wertschöpfungspotenzial. Nicht umsonst wurde Palma de Mallorca vor kurzem von der Sunday Times als „Best Place to live 2015“ gekürt.

Ansonsten hat jede Region auf den Balearen je nach persönlicher Präferenz ihren Reiz. Laut Markstudie zählen auf Ibiza noch die Cala Vicente im Norden sowie Cala Jondal im Südwesten zu den Top-Lagen. Auf Mallorca führt Port d’Andratx die Hitliste an, gefolgt von den bekannten Orten in unmittelbarer Nähe zu Palma, wie etwa der Nobelhafen Puerto Portals, aber auch San Agustin und Son Vida. Auf Menorca konzentriert sich das Leben rund um die Inselhauptstadt Mahon und das westlich gelegene Ciutadella. In dieser Region werden auch im Schnitt die höchsten Quadratmeterpreise aufgerufen, die aber immer noch deutlich unter den Werten auf Mallorca oder Ibiza liegen.

Mallorca, Ibiza oder Menorca – welche Empfehlung würden Sie für Investoren abgeben?

Das kommt darauf an, mit welcher Zielsetzung man die Ferienimmobilie erwirbt. Für Kapitalanleger, die auf Rendite durch Ferienvermietung abzielen, empfiehlt sich Mallorca, da hier die meisten Touristen sind und die höchsten Auslastungsquoten zu erzielen sind. Dank der europaweiten Nachfrage kann hier eine Immobilie in guter Lage auch relativ einfach wiederverkauft werden. Wer es gerne etwas exklusiver hat und die Immobilie hauptsächlich selbst nutzen möchte, der wird sich sicher auf Ibiza wohl fühlen. Menorca ist interessant für Anleger, die nicht so viel Geld ausgeben möchten und auf langfristigen Wertzuwachs setzen. Inselkenner beschreiben Menorca als das „kleine» Mallorca vor 20 Jahren. Sicher wird sich die Insel nicht so rasant entwickeln wie die Hauptinsel, dafür gibt es zu wenig direkte Flugverbindungen, aber Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.

«Kroatien (…) wird in den nächsten zehn Jahren eine klare Alternative zu den Balearen, der Côte Azur oder der Costa Smeralda werden.»

Im Angebot der Premier Suisse Estates befinden sich auch zahlreiche Objekte in Kroatien. Was macht diese Destination für Käufer aus der Schweiz attraktiv?

Kroatien ist ein Geheimtipp, der sich bei Mittel- und Osteuropäern, aber auch bei den Superreichen in den USA und im Mittleren Osten schon rumgesprochen hat, der aber in der Schweiz erst jetzt so langsam Fuss fast. Traditionell sind Schweizer gen Süden in Richtung Italien, Frankreich und Spanien orientiert. Kroatien mit seiner 500 kilometerlangen Mittelmeerküste, tiefen, blauen Gewässern, Inselgruppen, Clubs und Restaurants ist einzigartig und wird in den nächsten zehn Jahren eine klare Alternative zu den Balearen, der Côte Azur oder der Costa Smeralda werden. Die Mitgliedschaft des Landes in der EU stärkt die rechtliche und wirtschaftliche Infrastruktur in den nächsten Dekaden.

Sie bezeichnen Ihr Unternehmen als Investmentboutique und sprechen mit Ihren Angeboten eine wohlhabende Klientel an. Wie präsentierten sich Ihre Dienstleistungen?

Die Premier Suisse hat eine sehr anspruchsvolle Investorenklientel, sowohl auf der Käufer als auch auf der Verkäuferseite. Meistens sind das Family Offices oder sehr vermögende Privatkunden sowie Finanzboutiquen, die wir ähnlich einer Schweizerischen Privatbank objektiv, kundenfokussiert umfassend beraten und betreuen; wir haben dafür den Ausdruck „Consultative Client Advisory“ geprägt. Dadurch unterscheiden wir uns von dem Gros der Makler am Markt. Unsere Mitarbeiter sind bestens ausgebildet und blicken im Kader und der Geschäftsführung auf jahrzehntelnage Erfahrung in diesem Sektor zurück.

Herr Moertl, besten Dank für das Interview.

Zur Person:
Dr. Peter Moertl ist Gründer und CEO der Premier Suisse Estates, die seit 1. März 2015 exklusiver Kooperations-Partner der Porta Mondial AG in der Schweiz wurde. Er baute, kaufte und restaurierte während drei Jahrzehnten Wohn- und Ferienimmobilien der Luxusklasse in den USA und Europa einschliesslich der Schweiz. Moertl machte eine umfassende Karriere an der Wall Street, der City of London und in Zürich mit Aufgaben auf oberster Führungsebene in den Bereichen M&A-Transaktionen, Reorganisation, Private Equity und Venture Capital sowie in der Anlage- und Vermögensverwaltung. Zu seinen Arbeitsstätten gehörten JP Morgan, Deutsche Bank, UBS und die BNY Mellon. Seine Kundenfokus liegt seit knapp drei Dekaden in der Betreuung von Family Offices, UHNWI und Zentralbankkunden weltweit.
Vater von vier Kindern; Muttersprache Deutsch, fliessend in Englisch und Spanisch. Promovierter Jurist mit amerikanischem MBA.

Zum Unternehmen:
Premier Suisse Estates, exklusiver Partner der Porta Mondial Gruppe für die Schweiz, ist auf die Vermittlung gehobener Wohnimmobilien in der Schweiz und auf den Balearen spezialisiert. Über die Porta Mondial Gruppe verfügt die Premier Suisse Estates über ein Portfolio von rund 3.000 Immobilien auf Mallorca, Ibiza und Menorca.

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