Saxo Bank Kommentar: Wird Portugal zum „Schwarzen Schwan“ des Sommers?

Steen Jakobsen
Steen Jakobsen, Chefökonom der Saxo Bank. (Foto: Saxo Bank)

Steen Jakobsen, Chefökonom der Saxo Bank. (Foto: Saxo Bank)

Zürich – Die Regierungskrise in Portugal hat sich in den letzten Tagen zugespitzt und die Debatten über die Eurokrise wieder angeheizt. „Die Koalition in Portugal ist praktisch am Ende. Premierminister Pedro Passos Coelho sagt zwar, dass er nicht zurücktreten will, aber ich gebe der Regierung noch maximal 48 Stunden“, sagt Steen Jakobsen, Chefökonom der Saxo Bank. „Mitten in einer Stimmung gegen weitere Sparrunden wird es zu Neuwahlen kommen“, so Jakobsen weiter. 

Dies sei genau das, was Angela Merkel vor den eigenen Wahlen nicht braucht. „Die Bundestagswahlen werden dafür sorgen, dass die EU alles dafür tun wird, um Portugal weiter über Wasser zu halten“, so Jakobsen. Die Verlierer dabei seien, wie immer wenn sich Politiker Zeit erkaufen, die eigene Wirtschaft und die Bürger.

Warten auf das «magische Jahr»
Portugals Regierung habe regelmässig ihre wirtschaftlichen Ziele verpasst. Dennoch hofften sie und die EU auf 2015 als das „magische Jahr“, in dem das Wirtschaftswachstum zurückkehren soll. „Völlig illusorisch“, sagt Jakobsen. Zwar habe Portugal bis 2014 keinen Finanzierungsbedarf, dennoch hätten die Märkte in den letzten Tagen ziemlich negativ reagiert. Insbesondere der Trend für zehnjährige Anleihen sei sehr negativ.

Auch in Griechenland sei die Lage kritisch. Das Land habe noch zwei Tage Zeit, um Auflagen der Troika umzusetzen. Andernfalls gebe es keine neue Tranche aus dem Rettungspaket. (Saxo Bank/mc/pg)

Vollständiger Kommentar in Englisch und mit Grafiken

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