sgv mahnt zur Vorsicht bei Massnahmen gegen «Immobilienblase»

Hans-Ulrich Bigler
sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler. (Foto: sgv)

Bern – Der Bundesrat hat laut Presseberichten eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die Massnahmen gegen eine vermeintliche Überhitzung des Immobilienmarkts prüfen soll. Der Schweizerische Gewer­beverband sgv mahnt zur Vorsicht bei kurzfristigen Massnahmen. Sie können die Immobilien­preise anheizen und gleichzeitig zur Kreditverknappung führen. Der grösste Dachverband der Schweizer Wirtschaft fordert auch die Berücksichtigung der Hypotheken als Hauptfinanzie­rungsquelle für KMU.

Die laut Pressebereichten zu überprüfenden Massnahmen fokussieren alle auf die Vergabe von Hypo­theken. Die Annahme, dass Hypotheken nur dem Immobilienkauf dienen, ist falsch: Dabei gehen die KMU-Kredite vergessen. In der Schweiz sind fast Dreiviertel aller KMU-Kredite Hypotheken; und diese dienen zur Anschaffung von Maschinen oder zur Finanzierung von Expansionsplänen. Die zu prüfen­den Instrumente führen zu einer massiven Verknappung und Verteuerung der KMU-Kredite und wür­gen damit die Realwirtschaft ab.

Notwendigkeit von kurzfristigen Massnahmen präzise darlegen
Die angedachten Instrumente werden zudem die allgemeinen Kreditkosten erhöhen und wirken sich preistreibend auf Mieten aus. Und schliesslich bleibt die Frage, weshalb der Bund eine vermeintliche Immobilienblase ortet, wenn alle renommierten Wirtschaftsinstitute keine solche sehen.

Der sgv fordert deshalb, dass der Bund die Notwendigkeit von kurzfristigen Massnahmen sehr präzise darlegt und dass er die wechselseitigen Auswirkungen und Querverbindungen allfälliger Instrumente genau überprüft. (sgv/mc/ps)

Die Nummer 1
Als grösste Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft vertritt der sgv 250 Verbände und gegen 300’000 Unternehmen.

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