SNB: Einlagensatz weiter bei -0,75%

Thomas Jordan
SNB-Direktionspräsident Thomas Jordan. (Bild: SNB)

SNB-Direktionspräsident Thomas Jordan. (Bild: SNB)

Bern – Die Schweizerische Nationalbank belässt ihre Geldpolitik unverändert expansiv. Der Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank beträgt weiterhin -0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt bei -1,25% bis -0,25%. Gleichzeitig bleibt die Nationalbank bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv. Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt einzugreifen, dienen dazu, Frankenanlagen weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern. Der Franken bleibt deutlich überbewertet. Die expansive Geldpolitik der Nationalbank verfolgt das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen.

Die neue bedingte Inflationsprognose zeigt für die kommenden Quartale einen rascheren Anstieg der Inflation als noch im März. Grund dafür ist der seither deutlich gestiegene Ölpreis. Nach dem ersten Quartal 2017 entfällt der Effekt dieser Ölpreiserhöhung auf die Jahresteuerung. Die neue bedingte Prognose nähert sich danach derjenigen vom letzten Quartal und verläuft ab 2018 gleich. Für 2016 liegt die Inflationsprognose nun mit -0,4% um 0,4 Prozentpunkte höher als noch im März. Für 2017 erwartet die Nationalbank eine Inflation von 0,3% gegenüber 0,1% in der Prognose vom letzten Quartal. Für 2018 geht die Nationalbank unverändert von einer Inflation von 0,9% aus. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum bei -0,75% bleibt.

Globales Wachstum setzt sich moderat fort
Die moderate Erholung der Weltwirtschaft setzt sich fort. Besonders fortgeschritten ist die Konjunkturerholung in den USA, wo beinahe wieder Vollbeschäftigung herrscht. In der Eurozone gewinnt das Wirtschaftswachstum allmählich an Breite. In China bleibt das Wachstum dank der wirtschaftspolitischen Massnahmen zur Stimulierung der Nachfrage robust. Insgesamt wird das Wachstum weltweit hauptsächlich von der Binnenwirtschaft getrieben. Dagegen entwickeln sich der internationale Handel und die globale Industriekonjunktur weiterhin verhalten. Die insgesamt günstigen Konjunktursignale trugen in den letzten Monaten zu einer Beruhigung der internationalen Finanzmärkte bei, die zu Jahresbeginn von Turbulenzen geprägt waren. Mit der steigenden Zuversicht erholten sich auch die Rohwarenpreise von ihren Tiefständen. Die Nationalbank geht davon aus, dass sich das moderate Wachstum der Weltwirtschaft in den kommenden Quartalen fortsetzen wird.

Die Risiken für die Weltwirtschaft bleiben jedoch erheblich. Zudem kann es im Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung in Grossbritannien über den weiteren Verbleib in der Europäischen Union vermehrt zu Unsicherheiten und Turbulenzen kommen.

Schweiz: BIP-Wachstum von 1 bis 1,5% für 2016 erwartet
In der Schweiz wuchs das reale Bruttoinlandprodukt im ersten Quartal um annualisiert 0,4%. Die verfügbaren Indikatoren deuten auf eine weitere Erholung hin. Die allmähliche Verbesserung des internationalen Umfelds kommt auch der Schweiz zugute. Die Belebung der Exporte dürfte sich entsprechend fortsetzen. Dies dürfte die Investitionsneigung der Unternehmen stärken und positive Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt zeigen. Die Nationalbank rechnet mit einer Stabilisierung der Arbeitslosenquote in der zweiten Jahreshälfte. Für das gesamte Jahr 2016 erwartet sie weiterhin ein Wachstum des realen Bruttoinlandprodukts zwischen 1% und 1,5%.

Auf dem Hypothekarmarkt hat sich das Wachstum im ersten Quartal 2016 nochmals leicht verlangsamt. Hingegen sind die Preise auf dem Immobilienmarkt wieder etwas rascher gestiegen. Trotz einer insgesamt verhaltenen Dynamik in den vergangenen Quartalen haben die Ungleichgewichte am Hypothekar- und Immobilienmarkt aufgrund der vergleichsweise schwachen Entwicklung der Fundamentalfaktoren leicht zugenommen. Die Nationalbank beobachtet die Entwicklungen auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt weiterhin aufmerksam und prüft regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden muss. (SNB/mc/ps)

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