Stimmung der Einkaufsmanager trübt sich im April weiter ein

Stimmung der Einkaufsmanager trübt sich im April weiter ein
(Bild: Schlierner / Adobe Stock)

Zürich – Die bereits schwache Stimmung unter den Einkaufsmanagern in der Schweiz hat sich im April weiter eingetrübt. Nachdem die Coronakrise im März vor allem die Dienstleister mit voller Wucht erfasst hatte, hat sich die Abwärtsbewegung jedoch im Folgemonat etwas verlangsamt.

Der für die Industrie berechnete Einkaufsmanager-Index (PMI) fiel im April um 2,9 Stellen auf 40,7 Punkte zurück und liegt nun noch deutlicher unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern als im Monat davor, wie die Credit Suisse am Montag schrieb. Im März fiel das Minus mit knapp sechs Zählern allerdings höher aus.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Dienstleistungen, wo der PMI im Berichtsmonat um 6,6 auf 21,4 Punkte weiter zurückfiel. Stark eingetrübt hatte sich die Stimmung jedoch bereits im März mit einem Einbruch um knapp 24 Stellen.

Ökonomen hatten im Vorfeld der Publikation der April-Daten in der Industrie einen noch stärkeren Rückgang in den Bereich von 35,0 bis 38,0 Punkten erwartet. Für die Dienstleister rechnete man mit einem Abrutschen auf 14,5 bis 25,0 Stellen.

Von Coronakrise betroffene Dienstleister
Die vom Bundesrat zur Eindämmung des Coronavirus getroffenen Massnahmen, wie die Schliessung von Läden sowie Restaurants oder der von den weltweiten Reisebeschränkungen belastete Tourismus, treffen die Dienstleister unmittelbar stärker als die Industrieunternehmen. Denn noch könnten zahlreiche Dienstleistungen nicht erbracht werden, so die CS weiter.

Der Blick auf die Subkomponenten bestätigt dies: So sank etwa die „Geschäftstätigkeit“ um 5 Punkte auf nur noch 17,4 Zähler. Noch tiefere Spuren hinterlässt die Coronakrise bei den „Neuaufträgen“, die um gut 7 auf 15,1 Zähler abrutschten. Daher sei auch der Auftragsbestand und die dazugehörige Messung um 8,4 auf 17,2 Punkte weiter geschrumpft.

Die Krise drückt auch auf den Personalbedarf durch, und da greifen die Firmen in der Not auf das Angebot der Kurzarbeit zurück. Im April hätten 59 Prozent der Dienstleistungsunternehmen Anträge für rund 40 Prozent der Beschäftigten im Sektor gestellt, so die Mitteilung weiter. Dabei wurde ein Grossteil der Kurzarbeitsanträge bereits genehmigt.

Produktion auf Tiefststand
Besser als den Dienstleistern geht es in Zeiten von Corona den Industriefirmen, wo vielerorts trotz des Lockdowns weitergearbeitet werden kann. Doch auch hier sei es etwa in der Beschaffung von Vorleistungen noch einmal schwieriger geworden, hielt die CS fest.

Gar einen historischen Tiefststand erreichte die Subkomponente „Produktion“, die um 6,1 Punkte auf 28,4 Zähler gesunken ist und so unter den Werten von nach der Finanzkrise im Jahr 2009 liegt. Nur leicht an Terrain eingebüsst hat derweil die Komponente „Auftragsbestand“, die bei 31,8 Zähler etwas höher liegt als die Angaben zur Produktion.

Auch in der Industrie ist Kurzarbeit ein Thema. Im Durchschnitt hätten rund zwei Drittel der Firmen einen Antrag dazu gestellt, und rund ein Fünftel der Belegschaft der Schweizer Industrie arbeite derzeit in Kurzarbeit, schrieb die CS. (awp/mc/ps)

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