SPS Swiss Prime Site trotz Coronapandemie mit deutlich mehr Gewinn

René Zahnd
René Zahnd, CEO Swiss Prime Site. (Foto: SPS)

Olten – Die Corona-Pandemie ist auch an Swiss Prime Site nicht spurlos vorübergegangen. Vielmehr spürte der Immobilienkonzern deren Auswirkungen bei den Mieterträgen und im Detailhandelsbereich. Der Gewinn stieg dank dem Verkauf von Tertianum deutlich.

Nach dem Verkauf des Betreibers von Altersresidenzen stieg der SPS-Gewinn vor Neubewertungserfolgen um 51 Prozent auf 476,6 Millionen Franken. Insgesamt stieg der Konzerngewinn um 0,3 Prozent auf 610,4 Millionen Franken, teilte der grösste börsenkotierte Schweizer Immobilienkonzern am Donnerstag mit.

Beim Betriebsertrag wirkte sich der Verkauf von Tertianum allerdings negativ aus. Dieser sank um mehr als ein Drittel auf 792,9 Millionen Franken.

Corona-Pandemie schmälert Mieteinnahmen und Retailerträge
Im Kerngeschäft Immobilien ging der Betriebsgewinn (EBIT) um 3,1 Prozent auf 555,0 Millionen zurück. Dabei schlug hier Corona negativ zu Buche. Aufgrund der Pandemie sanken die Umsatz- und Parkingmieterträge um rund vier Millionen Franken und SPS gewährte Mietzinserlasse von rund 9 Millionen.

Dagegen vervielfachte sich der EBIT im Bereich Dienstleistungen wegen Tertianum auf 207,3 Millionen Franken. Unter diesem Geschäftsbereich fasst SPS die immobiliennahen Gruppengesellschaften zusammen: Den Asset Manager Swiss Prime Site Solutions, den Immobiliendienstleister Wincasa und das Warenhaus Jelmoli.

Das Immobilienportfolio wuchs um 4,7 Prozent 12,3 Milliarden Franken. Der Zuwachs ist laut SPS auf Neubewertungsgewinne von 203 Millionen und Fertigstellungen von eigenen Projektentwicklungen zurückzuführen. Der Leerstand stieg im Jahresvergleich auf 5,1 von 4,7 Prozent. Im ersten Halbjahr belief er sich noch auf 5,4 Prozent.

Tiefere Dividende
Die weiteren Aussichten beurteilt SPS zuversichtlich. Die Dividende wird zwar auf 3,35 Franken von 3,80 Franken je Aktie gesenkt, Analysten hatten aber einen tieferen Einschnitt erwartet.

Die Marktchancen für Büroflächen werden von SPS für 2021 und darüber hinaus als «intakt» beurteilt. Herausfordernd bleibe die Situation bei Retailnutzungen. Allerdings dürfte der stationäre Handel an guten Standorten weiterhin nachgefragt sein. Falls sich mittelfristig die allgemeine Lage für den Tourismus normalisiere, dürften sich auch für Hotellerie und Events wieder gute Chancen bieten, schreibt SPS.

Insgesamt geht Swiss Prime Site aufgrund der grösstenteils vollvermieteten Entwicklungsprojekte 2021 – unter Vorbehalten wegen Corona – von einen Anstieg des Mietertrags aus. Den Leerstand im Portfolio will SPS wieder unter 5 Prozent senken.

Neuer Finanzchef kommt von der Konkurrenz
Weiter teilte SPS mit, dass der langjährige Finanzchef Markus Meier das Unternehmen verlassen wird. Als Nachfolger hat der Verwaltungsrat zum 1. Juli 2021 Marcel Kucher ernannt, der derzeit bei der Immobilienfirma Peach Property die gleiche Funktion ausübt. (awp/mc/pg)

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