USA: Überalterte Wirtschaft hemmt Innovationskraft

Microsoft

Microsoft: Beispiel eines alten Riesen. (Foto: Microsoft)

Washington – In den USA überaltert nicht nur die Bevölkerung. «Auch der Wirtschaftssektor der Vereinigten Staaten scheint ‹alt und fett› zu werden», warnen Robert Litan und Ian Hathaway, Wirtschaftsforscher an der Brookings Institution, in einer aktuellen Studie. Demnach bestanden 2011 bereits 34 Prozent aller US-Unternehmen schon seit mindestens 16 Jahren. Noch vor 20 Jahren war weniger als ein Viertel der Betriebe derart lang etabliert. Das Problem daran ist den Experten zufolge, dass eine von alten Unternehmen geprägte Wirtschaft tendenziell unproduktiver und innovationsarm ist.

Ermutigung von Start-ups
Erfolgreiche junge Unternehmen sind in den USA mittlerweile eher die Ausnahme denn die Regel. Den Wissenschaftlern zufolge ist die Zahl der Gründungen zurückgegangen und zugleich die Misserfolgsquote gestiegen. Diese liegt mittlerweile bei 27 Prozent, noch Anfang der 1990er-Jahre betrug sie 16 Prozent. Das scheint mitverantwortlich für die Überalterung der US-Wirtschaft und ist noch aus einem weiteren Grund besorgniserregend. Denn Start-ups waren historisch gesehen stets die innovativsten Unternehmen, so Litan und Hathaway.

Grundsätzlich ist den Forschern nach die Frage, ob ein Trend hin zu alten Unternehmen wirklich etwas ausmacht. Doch Erkenntnisse aus früheren Forschungsarbeiten geben eher Grund zur Sorge. Denn sie deuten darauf hin, dass «eine Wirtschaft, die mit älteren Betrieben gesättigt ist, wahrscheinlich unflexibler, potenziell weniger produktiv und weniger innovativ ist als eine Wirtschaft mit einem höheren Anteil neuer und junger Unternehmen». Um zukünftiges Wachstum zu sichern, sei es nötig Ansätze zu finden, um Start-ups zu ermutigen.

Bedeutung als Arbeitgeber
Mit dem Anteil der seit mindestens 16 Jahren bestehenden Firmen an der US-Wirtschaft ist indes auch deren Bedeutung als Arbeitgeber gestiegen. Waren vor 20 Jahren in den USA nur drei von fünf privatwirtschaftlichen Arbeitnehmern bei derart alten Unternehmen beschäftigt, so sind es nun schon 72 Prozent. Interessanterweise scheint es jedoch keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Trend zur Konzernbildung und der Alterung der US-Wirtschaft zu geben. Letztere sei gerade bei Kleinbetrieben besonders ausgeprägt, merken die Wirtschaftswissenschaftler an. (pte/mc/ps)

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