VP Bank: Nach Brexit kühlen Kopf bewahren

Thomas Gitzel
von Dr. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe.

Von Dr. Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe. 

Vaduz – Der Brexit ist da und die Markreaktionen fallen entsprechend deutlich aus. Das britische Pfund stürzte ab und notiert auf einem dreissigjährigen Tief gegenüber dem US-Dollar. Auch der Euro wird in Sippenhaft genommen und gibt gegenüber der US-amerikanischen Valuta deutlich ab.

Jetzt heisst es aber erst einmal einen kühlen Kopf bewahren. Das britische Votum bedeutet nicht das Ende des europäisch-britischen Verhältnisses. In den kommenden Monaten werden EU-Austrittsverhandlungen begonnen, in denen eine neue Form der Beziehung ausgehandelt wird. Beide Seiten, also sowohl die britische als auch die EU, haben ein hohes Interesse an einem engen Verhältnis.

Grossbritannien könnte EWR-Mitglied werden
Denkbar wäre also, dass sich Grossbritannien vom EU-Vollmitglied zum EWR-Mitglied wandelt. Auch bilaterale Abkommen sind sehr realistisch. Fakt ist aber, dass solange die Verhandlungen laufen, Grossbritannien EU-Vollmitglied bleibt. Wir unterhalten uns hierbei über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren. Mit dem heutigen 24. Juni hat sich zunächst an der faktischen EU-Mitgliedschaft also nichts verändert. Es ist zu vermuten, dass die Finanzmärkte recht bald auf einen „weichen Brexit“ wetten werden, bei dem die Inselökonomie Teil des EU-Binnenmarktes bleibt. Jetzt heisst es also: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. (VPB/mc/cs)

 

 

 

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