Wasserstoff-Brennstoffzelle für Drohnen vorgestellt

Wasserstoff-Brennstoffzelle für Drohnen vorgestellt

Prototyp: der »Range Extender» auf einer Drohne (Foto: intelligent-energy.com)

Loughborough – Intelligent Energy hat eine neue Wasserstoff-Brennstoffzelle entwickelt, welche die Flugzeit von Drohnen stark verlängert. Die Fluggefährten haben nämlich derzeit damit zu kämpfen, dass sie mit Standard-Akkus nur rund 20 Minuten in der Luft bleiben können. Mithilfe des «Range Extenders», der dank Leichtbauweise auf die Standard-Batterie aufgesteckt wird, soll sich dieser Zeitraum auf mehrere Stunden verlängern lassen.

Neue Anwendungsfelder
«Drohnen sind eine der aufregendsten neuen Technologien. Aber sogar mit fortschrittlichen Batterien bleibt ihr Wert für den Nutzer nur eingeschränkt», sagt Julian Hughes, Group Business Development Director and Acting Managing Director im Bereich Consumer Electronics bei Intelligent Systems. Dieser Zustand stelle in Anbetracht der Tatsache, dass Drohnen zunehmend auch für kommerzielle Zwecke eingesetzt werden – wie etwa «Prime Air» von Amazon zeigt (pressetext berichtete) – ein Problem dar. «Gerade für eine kommerzielle Nutzung ist eine längere Flugzeit unumgänglich», so Hughes.

Mit der neuen Wasserstoff-Brennstoffzelle soll dieses Problem der Vergangenheit angehören. «Mit unserem Range Extender wird nicht nur ein deutlich längerer Flug ermöglicht, sondern auch ein wesentlich einfacheres und schnelleres Aufladen. Damit eröffnet sich eine ganze Reihe neuer kommerzieller Anwendungsmöglichkeiten für Unternehmen», erläutert der Experte. Als Beispiel verweist er auf Inspektions-Drohnen, die Bohrinseln auf Fehler und Schwachstellen überprüfen, Drohnen für Such- und Rettungseinsätze oder Drohnen, die aus der Luft hochauflösende Fotos der Umgebung anfertigen. «Das wird das Potenzial der Drohnen-Technologie revolutionieren», ist Hughes mit Blick auf die Zukunft überzeugt.

Nur zwei Minuten Ladezeit
Wie sich der Range Extender in der Praxis schlägt, haben die Ingenieure von Intelligent Systems eigenen Angaben zufolge in den vergangenen 14 Monaten ausgiebig getestet. Dabei wurden verschiedene Versionen von Drohnen geprüft, einige waren nur mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle ausgestattet, andere wiederum mit einer Kombination aus Batterie und Brennstoffzelle. Das Ergebnis: Mittels der Kombination beider Energiequellen konnte die Flugzeit von 20 Minuten auf über zwei Stunden ausgedehnt werden. Auch die Ladezeit von ein bis zwei Stunden liess sich im Schnitt auf zwei Minuten reduzieren.

Wann die neue Brennstoffzelle im Handel erhältlich sein wird, steht bislang noch nicht fest. Eine erste öffentliche Demonstration der Technologie soll im Zuge der Consumer Electronics Show 2016 erfolgen, die von 6. bis 9. Januar 2016 in Las Vegas stattfindet.  (pte/mc/ps)

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