Wenig Leerstände im Wohnimmobilienmarkt durch Corona erwartet

Immobilien
(Photo by Marko Markovic on Unsplash)

Zürich – Trotz der Coronakrise dürften die Leerstände in Mehrfamilienhäusern und Eigenheimen in der Schweiz künftig nicht zunehmen. Allerdings könnten bestehende Mieten etwas sinken. Büroflächen dürften allerdings künftig weniger gefragt sein.

Mehrfamilienhäuser und Wohnhäuser sind gemäss einer aktuellen Studie der ZKB auch künftig als Investitionsobjekte „ein Fels in der Brandung“, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

Weil die Mieter in der Schweiz durch die Massnahmen des Bundes und der Kantone während der Krise gut aufgefangen würden, könnten sie auch in schwierigen Zeiten ihre Miete bezahlen. Deshalb erlebten Wohnimmobilien derzeit kaum Nachfragen nach einem Aufschub der Mietzinszahlungen, hiess es im Bericht.

Allerdings dürften die Mieter gemäss den Experten der ZKB diesen Frühling vermehrt eine Referenzzinssatzsenkung einfordern als normalerweise, was zu leicht sinkenden Mieten führen dürfte.

Bei den Leerständen seien hingegen keine grösseren Veränderungen zu erwarten. Denn einerseits sei die Zuwanderung aktuell drastisch zurückgegangen, andererseits gebe es nun aber auch Verzögerungen im Wohnungsbau. Die beiden Effekte würden sich teilweise aufheben und damit den Leerstand nicht verstärken.

Die Immobilienangebote dürften deshalb preislich stabil bleiben – so lange die Zinsen tief blieben.

Gewerbe mit mehr Leerstand
Etwas anders dürfte es sich gemäss dem Bericht bei den gewerblichen Immobilien verhalten: Dort erwartet die ZKB künftig mehr leerstehende Gebäude und Geschäftsflächen. Einerseits habe das damit zu tun, dass aktuell viele Geschäfte in ihrer Existenz bedroht seien und mittelfristig wohl auch einige ihr Geschäft aufgeben werden.

Andererseits habe sich während der Coronakrise aber auch gezeigt, dass in vielen Firmen durchaus problemlos von zuhause aus gearbeitet werden könne.

Das dürfte dazu führen, dass die Anforderungen an Büroliegenschaften künftig etwas anders aussehen. Einerseits dürften die Firmen weniger Platz brauchen, andererseits könnte die Standortwahl, die heute eines der wichtigsten Kriterien sei, künftig etwas in den Hintergrund rücken.

Die Krise habe aber auch Gewinner, sagte die Leiterin Immobilien Research der ZKB, Ursina Kubli, am Dienstag gegenüber den Medien. Namentlich werde durch den vermehrten Onlinehandel die Nachfrage nach grossen Lagerflächen steigen. (awp/mc/ps)

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