Wetterleuchten oder Arabischer Winter?

Wetterleuchten oder Arabischer Winter?

An der Corniche von Manama: Nach Stagnation im Jahr des Arabischen Frühlings erwartet der IMF, dass die Bahrain-Wirtschaft im 2012 um 3,6 Prozent zulegen wird – vorausgesetzt, die Politik der Aussöhnung zwischen Monarch und Opposition hat Erfolg. (Bild: gaf)

von Gérard Al-Fil

Im Rahmen seiner Versöhnungspolitik wird das Königreich Bahrain 180 Beamte, die sich während der Frühjahrsunruhen angeblich am Arbeitslatz kritisch zum Polizeieinsatz äusserten, zum 1.1.2012 wieder in den Staatsdienst einstellen. Ebenso sollen zwangs-exmatrikulierte Studenten ihr Studium wieder aufnehmen dürfen.

Währen die Zusammenstösse zwischen Armee und Demonstranten in Syrien weiter gehen, ist das Regime unter Staatspräsident Baschar Al-Assad Forderungen der Arabischen Liga nachgekommen und erwartet ein Beobachter-Team am Donnerstag in Damaskus. Dieses soll zwischen Regierung und Opposition schlichten und die im Mai ausgebrochenen, bis heute anhaltenden blutigen Unruhen beenden helfen.

In Ägypten hat sich der regierende Militärrat unter Feldmarschall Tantawi bei der Bevölkerung für den robusten Einsatz von Armeeangehörigen in den vergangenen fünf Tagen entschuldigt. Bei neuen Protesten auf dem Tahrir wurden Soldaten gefilmt, wie sie demonstrierende Frauen aus der Menge herausgriffen und verprügelten.

Ungewöhnlich scharf verurteilt wurde Israel am Dienstag von den vier EU-Staaten und UN-Sicherheitsratsmitgliedern Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Portugal. Israel solle Angriffen jüdischer Siedler im Westjordanland auf Palästinenser, bei denen in den vergangenen Wochen auch Moscheen in Brand gesetzt wurden, unverzüglich ein Ende setzen. Ebenso forderten die vier EU-Staaten einen Stopp des israelischen Siedlungsbaus.

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