Aberdeen Standard Investments: 11 Unternehmen für das Europäische Siegerportfolio

Aberdeen Standard Investments: 11 Unternehmen für das Europäische Siegerportfolio
Ben Ritchie, Head of European Equities und Jamie Mills O'Brien, Investment Manager, Aberdeen Standard Investments (v.l.). (Fotos: ASI)

Zürich – Ben Ritchie, Head of European Equities und Jamie Mills O’Brien, Investment Manager bei Aberdeen Standard Investments (ASI) haben die 11 besten europäische Unternehmen als „potenzielle Siegermannschaft“ für ein Portfolio ausgewählt.

„Wähle den besten Spieler für jede Position und du bekommst nicht nur eine starke Elf, sondern eine Mannschaft mit 11 starken Einzelspielern.“ – Johan Cruyff

Diese weisen Worte von Johan Cruyff sollten nicht nur bei der Aufstellung einer Fussballmannschaft, sondern auch beim Aufbau eines Anlageportfolios beherzigt werden.

Just in dieser Woche hätte eigentlich die Europameisterschaft begonnen, bei der Johan Cruyff einst seine Klasse unter Beweis stellte. Bedauerlicherweise hat die Corona-Pandemie dem Turnier auf europäischer Bühne vorerst einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Zwar wird man nun bis zum nächsten Jahr warten müssen, bis die Zuschauerinnen und Zuschauer die Spiele der besten Teams Europas um eine der begehrtesten Trophäen im Fussball verfolgen können. Unterdessen hat Aberdeen Standard Investments (ASI) jedoch die 11 besten Unternehmen, die Europa zu bieten hat, als „potenzielle Siegermannschaft“ für ein Portfolio ausgewählt.

Dem Rat von Cruyff folgend, sollte ein Portfoliomanager bei der Auswahl von Unternehmen neben robusten Finanzkennzahlen auch auf sich ergänzende Kompetenzen, Geschäftsmodelle und strukturelle Wachstumstreiber achten. Daraus resultiert nach Einschätzung der Experten von ASI ein Portfolio mit defensiven Qualitäten, die es zum Meistern unausweichlicher Herausforderungen wie z.B. der gegenwärtigen Krise braucht, das aber auch in der Lage ist, Chancen zu nutzen.

Verteidigung
Konstanz ist für einen Torwart und für den Sieg entscheidend – auch wenn diese Position nur selten die Anerkennung bekommt, die sie verdient. Im Rückraum arbeiten und dabei enormen Mehrwert liefern: Diesen Job könnte die aus Irland stammende Kerry Group übernehmen. Als wichtiger Lieferant von Inhaltsstoffen für Konsumgüterhersteller stellt Kerry Group ein kostengünstiges Produkt her, das jedoch erheblichen Einfluss auf das Endprodukt hat – angefangen von Chips bis hin zu Guacamole.

Und wegen des Engagements in vielen verschiedenen Regionen und Kundensegmenten erzielte das Unternehmen bisher ein konstantes Wachstum.

Die Aufgabe des Aussenverteidigers verändert sich gegenwärtig. Während bei früheren Europameisterschaften der auf hartes Tackling versierte Spielertyp gefragt war, verlangt das moderne Spiel Vielseitigkeit, also eine Mischung aus Schnelligkeit, defensivem Geschick und technischem Können. Auch wenn die zwei hier ausgewählten Firmen nicht aus Deutschland stammen, zeichnen sie sich doch durch viele Eigenschaften eines Phillip Lahm aus. Mit einem Mix aus Schutz vor Abwärtsrisiken und attraktiven Wachstumsthemen hat ASI für die Verteidigung auf der linken Seite den französischen Zahlungsdienstleister Worldline und auf der rechten Seite das niederländische Internet-Unternehmen Prosus ausgesucht. Früher hätte man beide bei solchen Turnieren als Aussenstürmer oder vielleicht als offensive Aussenverteidiger eingesetzt – was zeigt, wie schnell sich das Fussballspiel verändert hat. Prosus hat bei einigen der weltweit rasantesten Konsumtrends die Führung übernommen. Dazu gehören Lebensmittellieferdienste und die Skalierung von InternetPlattformen. Für die so wichtige defensive Komponente sorgt eine hohe Nettobarposition. Worldline hat sich auf die gleichen Themen spezialisiert wie seine bekannteren amkanischen Wettbewerber. Sein stärker diversifiziertes Geschäftsmodell bedeutet jedoch ein etwas schwächeres Wachstum, das dafür aber um einiges verlässlicher ist.

Die für das Zentrum der Verteidigung ausgewählten Spieler erscheinen ASI – zumindest auf den ersten Blick – als klare Sache. Der Versorger RWE aus Essen steht für deutsche Zuverlässigkeit. Ihm zur Seite stellen wir den französischen Bahntechnikkonzern Alstom. Sie sorgen für eine Innenverteidigung in der besten defensiven Tradition beider Länder, man denke nur an Lilian Thuram und Per Mertesacker. Eine deutsch-französische Partnerschaft lag auch deshalb auf der Hand, weil die beiden Länder die stärksten Befürworter des 750 Milliarden Euro schweren Wiederaufbauprogramms der EU sind. Von vielen bewundert werden in dieser Saison aber auch die sich „überlappenden Innenverteidiger“ des englischen Premier-League-Teams Sheffield. Und auch auf dem Kontinent finden vielseitige Defensivspieler zunehmend Anklang. Diese zwei Unternehmen bieten mehr als nur ein Quantum an technischem Können und Wachstumspotenzial. Das erneuerbare Energiengeschäft von RWE wächst rasant und gehört zu den beeindruckendsten rund um den Globus. Alstoms Zielmarkt wiederum erhält aktuell Rückenwind durch staatliche Ausgabenprogramme, die den Schienenverkehr wegen seiner ökologischen Vorteile zunehmend begünstigen.

Mittelfeld
Die Besetzung der Positionen des Mittelfelds fiel etwas leichter. Als Spielmacher, der die Fäden zieht und die Mannschaft dirigiert, fiel die Wahl ohne Zögern auf ASML. Das niederländische Unternehmen ist eines der zentralen Glieder der weltweiten Halbleiter-Lieferkette. Das macht es für die wichtigsten Technologietrends der kommenden Jahrzehnte unverzichtbar. Den defensiven Part übernimmt das dänische Pharmaunternehmen Novo Nordisk. Jedes Team braucht einen Spieler mit überragender Spielintelligenz. Davon besitzt Novo Nordisk reichlich, hat es doch seit jeher als Weltmarktführer in der Diabetesbehandlung bei jeder wichtigen Therapieform die Nase vorn. Zudem nennt es eines der weltweit stärksten Portfolios mit geistigem Eigentum im Gesundheitssektor sein Eigen.

Italien ist bei grossen Turnieren meist ganz vorne mit dabei. Die technische Finesse eines Alessandro Del Piero und die innovative Brillanz von Francesco Totti kommen vielleicht am besten in Italiens führender Internetbank Finecobank zum Tragen. ASI ist begeistert von ihrer Widerstandsfähigkeit in der aktuellen Krise. Den Platz auf dem Flügel des Mittelfelds hat sich das Geldhaus jedoch durch sein starkes Wachstum verdient, denn es vergrössert seinen Marktanteil am Internet-Geschäft und entwickelt laufend neue Produkte. Die Schweizer Fussballgeschichte ist vielleicht weniger ruhmreich. Dafür ist die Alpenrepublik in aller Welt als Heimat zahlreicher erstklassiger Unternehmen bekannt.

Für die gegenüberliegende Flanke hat sich ASI für Partners Group entschieden. Geschwindigkeit und Wachstum durch die nachhaltige Verlagerung hin zu den Private Markets sind die zentralen Stärken dieses Unternehmens, das zu den weltweit erfolgreichsten Marken im Bereich der Private MarketsAnlagen zählt.

Sturm
Diverse grossartige Stürmer-Paare haben den Europameisterschaften vergangener Jahre ihren Stempel aufgedrückt. Thierry Henry und David Trezeguet fallen einem da sofort ein. Auch wenn der moderne Fussball zunehmend nur eine Spitze favorisiert, hat ASI sich für eine Paarung mit unterschiedlichen, aber sich vielleicht ergänzenden Fähigkeiten entschieden. Spanien spielt seit vielen Jahren in der Top-Liga des europäischen Fussballs. Mit Amadeus, dessen Produkte ein wichtiges Rädchen im Getriebe der Reisebranche sind, hat ASI ihren Sturm besetzt. Ähnlich wie Fernando Torres, der nach wenig berauschenden Vereinssaisons bei internationalen Turnieren brillierte, ist Amadeus für seine Fähigkeit bekannt, bestens mit schwierigen Rahmenbedingungen zurechtzukommen. Während das spanische Unternehmen der Joker für ein solches Turnier ist, ist die Deutsche Börse der effizientere, verlässlichere und vielseitigere Stürmer. Ihre wachstumsstarken Geschäftsfelder sorgen für hohe einstellige Zuwachsraten, während die zyklischen Sparten eine willkommene Absicherung gegen höhere Schwankungen und Zinsen bieten und damit gut in dieses Portfolio passen. Ein moderner Lukas Podolski eben.

Aber keine Mannschaftsaufstellung ohne Diskussionen. So gibt es etliche Spieler, die nicht zum Zuge kamen, darunter Airbus. Der Rummel um das Unternehmen hätte den Rest des Teams vom Wesentlichen abgelenkt. ASI ist aber nach wie vor zuversichtlich, dass es im Rennen um einen Platz im WM-Kader dabei sein wird. Sein A320 ist das erfolgreichste Verkehrsflugzeug aller Zeiten und behauptet seine zunehmend dominante Stellung in einem der resilientesten Segmente dieses Marktes. Hinzu kommt die starke Finanzkraft, die die Erwartung bestärkt, dass Airbus gut durch diese Krise kommen wird.

In jedem Land lassen sich Gewinner finden, wenn ein Vermögensverwalter über die Flexibilität verfügt, sich die besten Player aus ganz Europa herauszupicken. Anders als in den USA, wo die Schwergewichte in der Regel Technologiefirmen sind, bietet Europa Möglichkeiten für ein Engagement bei einer ausgewogeneren Auswahl struktureller Wachstumsthemen – angefangen beim demografischen Wandel über die Digitalisierung bis hin zu den sich rasant verändernden Verbrauchertrends. Wirklich aktive Asset Manager sind in der Lage, in die attraktivsten dieser Themen zu investieren, statt einfach nur der Herde zu folgen. Im Mittelpunkt jeder Anlagethese stehen jedoch leistungsstarke Unternehmen. Firmen, die, gestützt auf starke Branchentrends, resiliente Cashflows, starke Bilanzen, erfahrene, talentierte Führungsteams und ein robustes Management von ESGRisiken, langfristig hohe Wachstumsraten und attraktive Erträge erzielen können.

Das aktuelle Umfeld erinnert daran, wie wichtig es ist, langfristig zu denken, und dass es immer wieder Höhen und Tiefen gibt. Wenn auch hoffentlich mehr von Ersteren und weniger von Letzteren. Um mit einem weiteren Zitat von Johan Cruyff zu schliessen: „Fussball ist ein Spiel der Fehler. Wer die wenigsten macht, gewinnt.“ (Aberdeen Standard Investments/mc/ps)

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