Adidas: Rekordergebnis im 2016?

Herbert Hainer
Herbert Hainer, ehemaliger Adidas-CEO. (Foto: Adidas)

Adidas-CEO Herbert Hainer. (Foto: Adidas)

Herzogenaurach – Adidas› Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer blickt optimistisch in die Zukunft. 2016 werde ein „Rekordjahr“ werden, sagte er. Hainer erwartet, dass die Verkaufszahlen in den USA um einen zweistelligen Prozentsatz wachsen werden.

von Lukas J. Hofer

Deutsche Qualität ist weltweit gefragt. Das gilt nicht nur für Maschinen und Autos, sondern auch für Sportartikel. Adidas ist hier ganz vorne mit dabei. Der Konzern aus Herzogenaurach ist nach Nike der zweitgrösste Sportartikelhersteller der Welt.

Zuletzt in der Defensive
Hainers selbstbewusste Ansage unterscheidet sich stark vom letzten Jahr, als Adidas eher kleinlaut seine Zahlen verkündete. Der Konzern war wegen seiner Nordamerika-Strategie und der Wirtschaftskrise in Russland im letzten Jahr in die Defensive geraten. Damals wurden Hainers Kritiker lauter und forderten sogar seinen Rücktritt. Währenddessen konnte der Konkurrent Nike seinen Abstand auf Adidas weiter vergrössern.

Die Wirtschaftskrise in Russland und die damit verbundene Abwertung des Rubel hat Adidas schwer zu schaffen gemacht. Russland ist Adidas› drittwichtigster Absatzmarkt und die geringere Nachfrage wirkte sich deutlich auf die Orderbücher aus. Dazu kam, dass der Markteintritt in Nordamerika nicht so verlaufen ist, wie man es sich in Herzogenaurach vorgestellt hat.

Bildschirmfoto 2015-12-17 um 20.41.45Finanzchart von Yahoo

Aktivisten kauften sich im letzten Jahr bei Adidas ein; das könnte unter Umständen strategische Veränderungen nach sich ziehen
In diesem Jahr wurde Adidas zunehmend von Aktivisten in die Zange genommen. Mason Hawkins von Southeastern, der Belgier Albert Frere und der ägyptische Milliardär Nassef Sawiris sind bei Adidas eingestiegen und verfügen zusammen nun über mehr als 10% der Stimmrechte.

Die Investoren sind sehr an der Marke Adidas interessiert, die Marke Reebok sowie das Golf- und Eishockeygeschäft stoßen allerdings nicht auf grosse Begeisterung. Die Geschäftsführung wird sich mit den neuen Investoren auf einen Kurs einigen müssen. Dennoch gibt es für keine der beiden Sparten bisher einen Verkaufsprozess. Hainer sieht sich diesbezüglich auch nicht von den Investoren unter Druck gesetzt. Die Geschäftsleitung kündigte jedoch an, dass sie bereit sei, mit Interessenten zu sprechen.

In 2015 war Adidas eine der attraktivsten Aktien im DAX; der Kurs stieg um fast 55% und die Gewinnerwartung wurde nach oben korrigiert
Derzeit sieht es gut aus für Adidas. Das Management hat eine Marketingoffensive gestartet und seine Nordamerika-Strategie geändert. Der Kurs der Adidas Aktie ist in diesem Jahr um fast 55% gestiegen. Dadurch war Adidas in 2015 eine der attraktivsten Aktien im DAX.

Das Sommerquartal erwies sich ebenfalls als überraschend profitabel, sodass Adidas die  Gewinnerwartung für das laufende Quartal nach oben korrigiert hat. Die Geschäftsführung rechnet für 2015 mit einem um 10% höheren Profit als zuvor angekündigt.

Bildschirmfoto 2015-12-20 um 21.05.51Quelle Anyoption

Die Fussball-Europameisterschaft und Olympia werden auch in 2016 wieder für satte Gewinne sorgen
Das Unternehmen blickt zuversichtlich in das kommende Jahr 2016.  sagte Hainer. Der 61-jährige ist der dienstälteste CEO im DAX und scheint fest entschlossen, im letzten Jahr bevor seinem Ruhestand erneut mit guter Performance zu glänzen.

Das Kerngeschäft mit Fussballausrüstungen läuft im Vorfeld der Europameisterschaft in 2016 prächtig. «Wir werden mit Sicherheit ein Rekordjahr haben in 2016 im Fussball,» sagt Hainer. Dazu kommen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, die dem Konzern weiter Rückenwind verschaffen werden.

Deshalb bleiben die Analysten im Hinblick auf Adidas bullisch. Die Baader Bank spricht eine klare Kaufempfehlung aus und hält das operative Margenziel der Geschäftsführung für 2016 für realistisch. Auch Jürgen Kolb von Kepler Cheuvreux ist optimistisch. Er sagt der Sportartikelhersteller wird mit dem Gegenwind im kommenden Jahr umgehen können.

Höhere Beschaffungskosten und Wechselkurseffekte könnten sich negativ auswirken; Adidas wird sich trotzdem erneut als gute Investition erweisen
Dieser „Gegenwind“ könnte von steigenden Lohn- und Materialkosten in Schwellenländern kommen. Höhere Preise für Baumwolle und Nylon treiben die Beschaffungskosten nach oben. Ausserdem bezieht Adidas seine Produkte aus über 30 Ländern, dementsprechend werden sich Wechselkurseffekte auf das operative Ergebnis auswirken, insbesondere der starke US Dollar.

Adidas wird diesen Trends allerdings mit Kostensenkungen, Preiserhöhungen und besseren Handelskonditionen entgegentreten. Dazu kommt, dass stärkeres Wachstum in Märkten mit besseren Margen sich positiv auf das Konzernergebnis auswirken wird. Hainer sagt, er sei optimistisch. Er wird nicht vorzeitig abtreten, nannte aber noch keinen Nachfolger. Er scheint jedoch zuversichtlich zu sein, dass er zufrieden in den Ruhestand gehen wird. Die Aussichten für 2016 sind rosig und Adidas wird sich daher auch im nächsten Jahr wieder als eine gute Investition erweisen. (LJH/mc/hfu)

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