Aktienfokus UBS: Markante Kursgewinne nach Q1-Zahlen

UBS

Zürich – Die Aktien der UBS sind am Mittwoch mit markanten Kursgewinnen in den Handel gestartet. Die Grossbank veröffentlichte vorbörslich das Geschäftsergebnis zum ersten Quartal 2012, das im Urteil der Analysten insgesamt ein erfreuliches Bild abgab. Einer enttäuschenden Entwicklung in der Investment Bank und bei der Neugeldentwicklung auf Konzernstufe standen erfreuliche Zahlen im Wealth Management gegenüber. Insgesamt als positiv vermerkt wurde, dass das Institut weitere Fortschritte im Abbau der Risiken und in ihrem Kostensenkungsprogramm verbuchte.

Die UBS-Valoren, die mit einem Plus von 5,0% in den Handel gestartet waren, kosten gegen 9.40 Uhr 12,00 CHF und damit 6% mehr als zum Schlusstand am Montag (bisheriges Tageshoch 12,05 CHF) Die Papiere des Konkurrenten CS werden dagegen 0,4% tiefer gehandelt während der Gesamtmarkt (SMI) 1,12% höher steht.

Sondereffekte belasten
Das Ergebnis der UBS für das erste Quartal war erneut durch Sondereffekte wie Wertberichtigungen auf eigene Verbindlichkeiten geprägt. Da diese Faktoren höher als erwartet ausfielen, habe das Konzernergebnis unter dem Strich enttäuscht, moniert ein Händler. Mit 1,62 Mrd CHF seien die Neubewertungsverluste beinahe doppelt so hoch als vom Markt erwartet ausgefallen, ergänzt die Privatbank Notenstein in einem Kommentar. Daneben hätten auch die verwalteten Vermögen sowie die Investment Bank des Instituts, die erneut nach Wertberichtigungen einen Verlust erzielte, enttäuscht, so Notenstein weiter. Unter Ausklammerung der Neubewertungen habe zwar ein Gewinn von 730 Mio CHF resultiert, der Rivale CS habe im gleichen Zeitraum indes dank der starken Performance der Aktienmärkte einen Gewinn von 1 Mrd CHF erwirtschaftet.

Um Sondereffekte bereinigte Zahlen über Erwarten
Im Gegensatz zu Notenstein halten sich die Analysten der Credit Suisse und der Bank Vontobel in ihrem Kommentar nicht lange mit den enttäuschenden Faktoren auf. Die um Sonderfaktoren bereinigten Zahlen seien über seinen Erwartungen gelegen sowohl auf Konzernstufe, als auch auf Ebene Investment Bank (dank tieferer Kosten) und Wealth Management, schreibt CS-Analyst Amit Goel. Auch für Teresa Nielsen von der Bank Vontobel sind die Vorsteuergewinne in den vier Divisionen Investment Bank, Wealth Management, Wealth Management Americas und Asset Management besser als erwartet ausgefallen.

Anstieg der Kapitalquoten erfreut Analysten
Für ZKB-Analyst Andreas Venditti liegt der bereinigte Reingewinn zwar leicht unter den Erwartungen. Allerdings erkläre sich dies mit der Steuerrate, die deutlich höher als geschätzt ausgefallen sei, so der Experte weiter. Als erfreulich stuft Venditti der weitere Anstieg der Kapitalquoten (Core Tier 1 Basel 2.5: 16,7%; CS: 11,8%) ein. Auch die Analysten der anderen erwähnten Institute werten den Umstand als positiv, dass die Bank bezüglich ihrem RWA-Abbauziel 2012 zeitlich voraus ist. Ihrer Ansicht nach sei die Bank nun sehr gut kapitalisiert, um potenziellen ökonomischen Schocks widerstehen zu können, ergänzt Teresa Nielsen.

Vertrauen kehrt zurück
Für die Vontobel-Expertin ist auch der starke Zufluss neuer Kundengelder im Wealth Management insbesondere von Kunden aus der Schweiz und den Emerging Markets ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen in die Bank zurückgekehrt ist. Zudem weise dies auf die steigende Profitabilität des Instituts hin. (awp/mc/ps)

 

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