Aktienfokus: Zurich Insurance rutschen in die Verlustzone

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Zürich – Die Aktien der Zurich Insurance Group sind am Donnerstag nach einem sehr festen Start im Verlauf des Morgens in die Verlustzone abgerutscht. Der Versicherer hat im ersten Quartal einen Milliardengewinn erzielt und damit die Markterwartungen übertroffen. Vor allem in der Sachversicherung habe die Gruppe weitere Fortschritte gemacht, hiess es. Für die Wende an der Börse sehen Händler keine Gründe.

Bis um 11.10 Uhr verlieren Zurich Insurance 0,8% auf 216 CHF, nachdem die Titel zu Handelsbeginn bis auf den Tageshöchststand von 221,50 CHF kletterten. Bislang wurden rund 255’000 Aktien gehandelt bei einem durchschnittlichen Tagesvolumen der vergangenen Wochen von 534’000. Der Gesamtmarkt gibt gemessen am SMI um 0,42% nach, nachdem er ebenfalls fester gestartet war.

Keine Gründe für Abwärtstrend ersichtlich
Händler verschiedener Institute können sich die abwärtsgerichtete Entwicklung der Zurich-Titel nicht erklärten. Der Versicherer habe gute Ergebnisse vorgelegt und sei für hohe Dividendenausschüttungen bekannt, meinte ein Marktexperte. Auch im Ausblick habe sich das Management für die weitere Entwicklung zuversichtlich geäussert. Es seien keine Gründe zu erkennen, welche den Umschwung an der Börse erklärten.

«Spektakuläres» Wachstum der Nettoprämien 
Die Zurich habe ein starkes Zahlenset zum ersten Quartal vorgelegt, schreibt auch Fabrizio Croce von Kepler in seinem Kommentar. Die Gruppe habe erfreuliches Volumenwachstum erreicht, von tiefen Schadenbelastungen profitiert und ein gutes Anlageergebnis erzielt. Die Wachstumsrate von 7% bei den Nettoprämien bezeichnet Croce gar als «spektakulär». Sollte die Zurich dieses Wachstumstempo bis zum Jahresende beibehalten, würde das bedeuten, dass sich der Versicherer eindrücklich am Markt zurückgemeldet habe, so der Kepler-Analyst weiter. Wachstumsstützend seien die kürzlich abgeschlossene Vertriebsvereinbarung mit HSBC im Nahen Osten und die in Singapur erhaltenen Lizenzen zum Verkauf von Lebensversicherungen. Kepler bestätigt seine Ratingeinschätzung mit «Hold» und einem Kursziel von 213 CHF.

Wachstum in internationalen Märkten
Der Versicherer sei sehr positiv ins neue Jahr gestartet mit soliden Verbesserungen im Nichtleben-Segment, schreibt Stefan Schürmann von der Bank Vontobel in seinem Kommentar. So habe sich die zugrunde liegende Schadenquote dank Preiserhöhungen um 3,2 Prozentpunkte verbessert. Bei den Prämieneinnahmen habe der Zuwachs von 27% in den internationalen Märkten den Rückgang um 2% in Europa mehr als ausgeglichen. Das Eigenkapital bleibe auch nach dem Abzug von 2,8 Mrd USD in Dividenden sehr solide, so Schürmann weiter. Die annualisierte Eigenkapitalrendite zum Reingewinn liegt mit 14,4% über seinen Schätzungen von 12,5% für 2012 und von 13,3% für 2013. Der Vontobel-Analyst bekräftigt das «Buy»-Rating mit einem Kursziel von 270 CHF.

Eher enttäuschendes Lebengeschäft
Weniger euphorisch kommentieren die Analysten der Credit Suisse (Rating: «Neutral», Kursziel: 269 CHF) die Ergebnisse der Zurich. Diese seien in etwa den Erwartungen entsprechend ausgefallen. Enttäuschende Elemente seien der rückläufige operative Gewinn im Lebengeschäft und der per Ende 2011 auf 185% zurückgefallene SST-Quotient. Insgesamt seien die Zahlen aber gut genug, um die Gruppe mit Blick auf die Markterwartungen auf Kurs zu halten. Auch Georg Marti von der ZKB spricht von einem soliden und weitgehend im Rahmen der Erwartungen liegenden Quartalsabschluss. Positiv habe sich der Nichtleben-Bereich entwickelt, das Lebengeschäft präsentiere sich weniger gut. Hier laste vor allem das tiefe Zinsniveau auf dem Ergebnis. Dies habe auch zum Rückgang des SST-Quotienten geführt, so Marti. Er belässt Zurich auf «Marktgewichten».

Die WestLB bleibt bei «Neutral». Das Übertreffen der Erwartungen mit dem Reingewinn sei der mit 13% sehr tiefen Steuerquote zuzuschreiben. Die Aktie sei bereits ziemlich gut bewertet, so der zuständige Analyst. (awp/mc/upd/ps)

 

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