Bâloise-CEO bestätigt Zielsetzungen

Martin Strobel

Bâloise CEO Martin Strobel.

Zürich  – Die Bâloise Versicherung sieht sich weiter auf Kurs. So bestätigt CEO Martin Strobel im Interview mit der «HandelsZeitung» die Zielsetzungen. Zu den Kapitalanforderungen für die Schweizer Versicherer, wie sie im Swiss Solvency Test (SST) definiert sind, sagte Strobel, dass der Test bei den künftig zu erwartenden Zinssätzen sehr konservativ rechne. Im Weiteren äussert sich der CEO auch zur Rentabilität der Bâloise Bank SoBa, die noch besser werden könne.

«Wir streben tatsächlich im Schnitt über den Zyklus (eine Eigenkapitalrendite von) 15% an. Denn wir haben ein gesundes operatives Kerngeschäft», sagte CEO Strobel im Interview. Zudem befinde sich das Effizienzsteigerungsprogramm «Bâloise 2012″ auf «sehr gutem Weg». «Wir sind dort leicht vor der Marschtabelle», so Strobel. Mit dem Programm sollen bekanntlich der Jahresgewinn bis eben 2012 nachhaltig um 200 Mio CHF gesteigert werden.

Organische Entwicklung
Der Hauptfokus liege weiterhin auf der organischen Entwicklung, sagte Strobel weiter. «Wenn sich darüber hinaus Opportunitäten in jenen Märkten ergeben, in denen wir bereits tätig sind, schauen wir sie uns an. Solche Gelegenheiten können sich auch wieder in Osteuropa bieten», so der CEO.

Versicherer Nateus übernommen
Im März hatte die Bâloise den belgischen Versicherer Nateus übernommen; im Januar konnte der Erwerb der Avéro Schadeverzekering Benelux abgeschlossen werden.

Investitionen in effizientere Prozesse
Die Eigenmittelrentabilität der SoBa betrage 11,4%, wenn jene Geschäfte eingerechnet würden, die der Versicherungsaussendienst übertrage. Ohne diese Geschäfte seien es 7,1%. «Das heisst aber nicht, dass die Bank nicht noch besser werden könnte. Wir tätigen erhebliche Investitionen in effizientere Prozesse, etwa durch die neue Informatik-Plattform», so Strobel.

«Wir plädieren für die etwas höheren Sätze der Swapkurve»
Der SST rechnet gemäss Strobel bei den künftig zu erwartenden Zinssätzen «sehr konservativ», indem er auf die Rendite der Bundesobligationen abstelle. «Wir plädieren für die etwas höheren Sätze der Swapkurve, weil diese unser Anlageverhalten besser widerspiegelt und auch Solvency II auf der Swapkurve basiert», so der CEO. Die Finanzmarktaufsicht habe hier Diskussionsbereitschaft signalisiert. Im Vergleich zu Solvency II verlange das Schweizer Standardmodell 60% mehr Eigenkapital. «Vielleicht 10% mehr für den ‹Swiss Finish› wären akzeptabel, aber nicht 60%», sagt Strobel. «Hier ist eine ernsthafte Diskussion nötig, damit wir nicht durch massiv höhere Regulierungskosten gegenüber dem Ausland benachteiligt sind», forderte der CEO. (awp/mc/gh)

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