Bank Coop mit solider operativer Leistung

Andreas Waespi

Andreas Waespi, CEO Bank Coop. (Bild: Bank Coop)

Basel – Die Bank Coop hat in einem von grossen Herausforderungen geprägten ersten Halbjahr ein solides operatives Ergebnis erzielt. Der Betriebsertrag befindet sich mit 120,9 Mio. CHF (+0,7%) leicht über dem Vorjahresniveau. Geschmälert wird das Resultat durch den Beitrag an die Pensionskasse zur Schliessung der Deckungs­lücke und zur Finanzierung der Übergangsregelung vom Leistungsprimat zum Beitragsprimat, welcher das Halbjahresergebnis mit 11,6 Mio. CHF belastet. Der Bruttogewinn nach True and Fair View erreicht demzufolge 35,6 Mio. CHF und liegt damit 9,8 Mio. CHF unter dem vom Vorjahr. Ohne diesen einmaligen Beitrag hätte der Bruttogewinn das Vorjahresniveau um 4,0% übertroffen. Sowohl die Spargelder (+493,7 Mio. CHF) als auch die Hypothekarforderungen (+306,3 Mio. CHF) sind weiter angestiegen.

Das Halbjahresergebnis der Bank Coop im Überblick (Abschluss nach True and Fair View):

  • Rückgang des Bruttogewinns um 21,6% auf 35,6 Mio. CHF für das 1. Halbjahr 2013 (1. HJ 2012: 45,4 Mio. CHF) – bedingt durch die Ausfinanzierung der Pensionskassen-Unterdeckung
  • Rückgang des Halbjahresgewinns um 23,6% auf 26,3 Mio. CHF (1. HJ 2012: 34,4 Mio. CHF) – ebenfalls bedingt durch die Ausfinanzierung der Pensionskassen-Unterdeckung
  • Starkes Wachstum der Verpflichtungen gegenüber Kunden in Spar- und Anlageform um 493,7 Mio. CHF bzw. 6,2% auf ein neues Rekordhoch von über 8,5 Mrd. CHF (31.12.2012: 8,0 Mrd. CHF)
  • Kundengelder erreichen mit 11,5 Mrd. CHF einen neuen Rekordwert (31.12.2012: 10,7 Mrd. CHF)
  • Hypothekarforderungen steigen um 2,5% auf einen neuen Höchststand von 12,8 Mrd. CHF an (31.12.2012: 12,5 Mrd. CHF)
  • Bilanzsumme mit 15,7 Mrd. CHF um 2,9% höher als im Vorjahr (31.12.2012: 15,3 Mrd. CHF)

Leicht rückläufiges Zinsengeschäft
Für das 1. Halbjahr 2013 ergibt sich ein Erfolg aus dem Zinsengeschäft von 77,0 Mio. CHF, der das Vorjahresergebnis nicht ganz zu erreichen vermag. Mit einem Rückgang von 1,3% (-1,0 Mio. CHF) bekommt die Bank Coop trotz gestiegenen Hypotheken und Kundengeldern den anhaltenden Margendruck zu spüren. Zudem wird das Zinsergebnis durch höhere Kosten für Zinsabsicherungsgeschäfte belastet (1,1 Mio. CHF), welche die Bank Coop aufgrund der volatilen Zinsbewegungen zum Schutz gegen steigende, langfristige Zinsen abgeschlossen hat. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft ist mit einem Anteil von 63,7% am Betriebsertrag die bedeutendste Erfolgskomponente.

«Die Bank Coop zeichnet sich seit Jahren durch eine solide Geschäftspolitik und eine vorausschauende Massnahmenplanung aus. Auch wenn das Marktumfeld derzeit schwierig abschätzbar ist: Verbunden mit den Investitionen in unsere Marke, unsere Produkte und Dienstleistungen, ist es unser Ziel, in den nächsten Jahren weiter zu wachsen.»
Andreas Waespi, CEO Bank Coop

Erfreulicher Spargeldzufluss durch Neukunden
Sehr erfreulich hat sich der Zuwachs bei den Verpflichtungen gegenüber Kunden in Spar- und Anlageform entwickelt. Der Bank Coop ist es gelungen, eine Steigerung von fast einer halben Milliarde Franken zu erzielen (+493,7 Mio. CHF). Massgeblich zu diesem Anstieg beigetragen hat das Sparkonto Plus, welches durch seine attraktiven Konditionen ein beliebtes Einstiegsprodukt für Neukunden darstellt. Ebenfalls erwähnenswert sind die übrigen Verpflichtungen gegenüber Kunden, die im Vergleich zum Jahresanfang einen um 355,9 Mio. CHF höheren Bestand aufweisen (+14,7%). Die Kundengelder weisen per 30.06.2013 einen neuen Höchststand von 11,5 Mrd. CHF auf (+816,5 Mio. CHF).

Nachhaltiges Hypothekarwachstum
Die anhaltende Bautätigkeit in einzelnen Wirtschaftsregionen der Schweiz hat in der Bank Coop zu einem Hypothekarwachstum von +306,3 Mio. CHF oder +2,5% im 1. Halbjahr 2013 geführt. Dabei agierte die Bank Coop bei der Kreditvergabe unverändert vorsichtig und hat an den seit vielen Jahren geltenden Richtlinien im Kreditgeschäft mit konservativen Belehnungsstandards und hohen Tragbarkeitsansprüchen festgehalten.

Starkes Kommissionsgeschäft
Einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, welcher um 3,2 Mio. CHF (+9,5%) zugenom­men hat. Zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben hauptsächlich der Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft sowie der Kommissions­ertrag aus dem übrigen Dienstleistungsgeschäft.

Das Handelsgeschäft, welchem in der Bank Coop eine eher untergeordnete Bedeutung zukommt, weist einen Rückgang von 6,6% auf. Dieser ist hauptsächlich auf die tieferen Einnahmen aus dem Devisen­handel zurückzuführen – als Folge einer geringeren Nachfrage der Kundschaft nach Absicherungstransaktionen wegen der Aufrechterhaltung der Euro-Untergrenze durch die Schweizerische Nationalbank. Der aus den Erfolgskomponenten resultierende Betriebs­ertrag liegt mit 120,9 Mio. CHF (+0,7%) leicht über dem vergleichbaren Vorjahresergebnis.

Höherer Geschäftsaufwand
Im März hat die Bank Coop kommuniziert, dass die eigene Pensionskasse ein neues Finanzierungsmodell erhält. Per 1. Januar 2014 wird die Pensionskasse der Basler Kantonalbank, zu welcher auch die Bank Coop gehört, vom Leistungs- auf das Beitragsprimat wechseln. Zur Schliessung der Deckungslücke und zur Finanzierung der Übergangslösung weist der Konzern BKB der Pensionskasse insgesamt 44 Mio. CHF zu. Die Bank Coop beteiligt sich insgesamt mit rund 17,6 Mio. CHF daran, wobei sie im Jahr 2011 bereits eine Rückstellung von 6 Mio. CHF gebildet hat. Der somit verbleibende Restbetrag von 11,6 Mio. CHF wird zulasten des Geschäftsjahres 2013 verbucht und bildet einen Bestand­teil des Personalaufwands. Dieser beträgt Ende Juni 2013 deshalb 47,9 Mio. CHF und übertrifft die vergleichbare Vorperiode um 10,4 Mio. CHF. Der Sachaufwand bewegt sich mit 37,4 Mio. CHF auf Vorjahresniveau (37,2 Mio. CHF), sodass sich ein Geschäftsaufwand ergibt, der 14,3% bzw. 10,6 Mio. CHF über dem vom 1. Halbjahr 2012 liegt.

Sonderaufwand für Pensionskasse beeinflusst Brutto- und Halbjahresgewinn
Der Sonderaufwand für die Pensionskasse belastet den Bruttogewinn und den Halb­jahresgewinn der Bank Coop massgeblich. Der Bruttogewinn beläuft sich Ende Juni 2013 auf 35,6 Mio. CHF (-21,6%), der Halbjahresgewinn auf 26,3 Mio. CHF (-23,6%). Ohne diesen Einmaleffekt hätte die Bank Coop einen Bruttogewinn von 47,2 Mio. CHF (+4,0%) und einen Halbjahresgewinn von 37,9 Mio. CHF (+10,1%) ausweisen können. Der Eigenmitteldeckungsgrad der Bank Coop nach Basel III beträgt 178,5% per 30.06.2013, womit die geforderten 150% unverändert komfortabel übertroffen werden. Somit ist die Bank bestens auf mögliche Herausforderungen des Finanzmarktes vorbereitet.

Präsenz im TV und in den Regionen
Im April ist die neue TV-Kampagne der Bank Coop lanciert worden. Erneut wurde die beliebte Origami-Falttechnik für Kurzgeschichten aus der Unterwasserwelt eingesetzt. Im Fokus der neuen TV-Kampagne steht diesmal das Thema „Immer gut beraten“. Ergänzend zu den TV-Spots präsentiert sich die Bank Coop dieses Jahr mit Plakatsujets in den Regionen. Nach dem Motto „Die Bank Coop ist auch 33-mal eine regionale Bank“ werden in der neuen Kampagne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank Coop mit ihren privaten Leidenschaften vorgestellt.

Bank Coop beim Lohngleichheitsdialog auf Kurs
Die Bank Coop befindet sich seit April 2012 im Lohngleichheitsdialog. Sie hat sich damit als erstes Finanzinstitut verpflichtet, zu überprüfen, ob die Löhne dem Grundsatz der Lohngleichheit entsprechen. Festgestellte Abweichungen sollen innerhalb von vier Jahren soweit beseitigt werden, dass eine Toleranzschwelle von 5% nicht überschritten wird. Das zur Lohnüberprüfung eingesetzte Instrument „Logib“ hat für die Bank Coop einen aktuellen Wert von 5,6% ergeben – dies nach der Initialisierung von ersten Massnahmen im vergangenen Jahr. Das heisst, dass Mitarbeiterinnen der Bank Coop unter sonst gleichen Voraussetzungen aktuell 5,6% weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Damit weist die Bank Coop im Vergleich zu anderen Finanzinstituten, welche bei ca. 11% liegen, schon heute deutlich geringere Lohnunterschiede bei den Geschlechtern auf.

Neuer Internetauftritt für die Bank Coop
Die Bank Coop ist seit 10. Juli 2013 mit einem neuen Internetauftritt präsent. Dieser ist neu auch auf die mobile Nutzung ausgerichtet. Weitere Investitionen in den Ausbau des E-Kanals werden folgen.(Bank Coop/mc/ps)

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