Bankkunden: Mehr als 6 Milliarden Sparpotenzial

Bankkunden: Mehr als 6 Milliarden Sparpotenzial
(Bild: © styleuneed - Fotolia.com)

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Zürich – Der Finanzvergleichsdienst moneyland.ch hat das diesjährige Sparpotenzial für Schweizer Bankkunden für die Bereiche Kreditkarten, Privatkonto, Sparkonto, Säule 3a, Hypotheken und Online-Trading untersucht. Ergebnis: Schweizerinnen und Schweizern entgehen pro Jahr rund 6.3 Milliarden Franken, weil sie nicht zu den jeweils besten Angeboten wechseln.

Schweizer Bankkunden sind treue Seelen. Während viele Schweizer jedes Jahr die Krankenkassen-Prämien vergleichen, unterziehen nur wenige ihre Bankprodukte einem regelmässigen Kostencheck. Dabei ist das Sparpotenzial gross, wie die aktuelle Untersuchung von moneyland.ch zeigt.

Einerseits könnten Schweizerinnen und Schweizer zu Produkten mit geringeren Kosten wechseln und auf diese Weise viel Geld sparen. Gerade bei Kreditkarten, Privatkonten und Online-Trading sind sich Schweizer Bankkunden der versteckten Kosten häufig nicht bewusst.

Andererseits hätte die Schweizer Bevölkerung am Ende des Jahres mehr auf dem Konto, wenn sie zuProdukten mit höheren Zinsen wechseln würde. Dazu gehören etwa Sparkonten und Säule-3a-Konten: Mit einem Wechsel zu den führenden Angeboten könnten insgesamt mehr als 2 Milliarden Franken an zusätzlichen Zinseinnahmen generiert werden.

Schweizer Bevölkerung entgehen 6.27 Milliarden Franken pro Jahr
Insgesamt summiert sich das Sparpotenzial auf 6.27 Milliarden. Dabei sind Produkte und Dienstleistungen wie Vermögensverwaltung, Freizügigkeitskonto oder Kassenobligationen nicht einmal in der Hochrechnung berücksichtigt worden. Das eindrückliche Sparpotenzial kommt aufgrund der markanten Differenzen zwischen den verschiedenen Bankangeboten bezüglich Zinsen und Kostenzustande. Zugespitzt formuliert: «Die meisten Schweizer zahlen für ihre Bankprodukte zu viel unterhalten zu wenig Zinsen», so Moneyland-Geschäftsführer Benjamin Manz.

Kreditkarten: 538 Millionen Franken
Im Jahr 2014 waren rund 6’399’000 Kreditkarten im Umlauf. Das maximale Sparpotenzial pro Jahr und Karte für einen Durchschnittsnutzer beträgt rund 866 Franken, das durchschnittliche Sparpotenzial beziffert moneyland.ch auf immerhin noch 84 Franken. Dabei sind die teuren Platinum-Karten nicht einmal mit eingerechnet. Auf die Gesamtheit aller Schweizer Kreditkarten bezogen ergibt das rund 538Millionen Franken an möglichen Kosteneinsparungen pro Jahr.

Privatkonto: 878 Millionen Franken
Fast jede Schweizerin und jeder Schweizer besitzt ein eigenes Konto für den Zahlungsverkehr. Bei einem Vergleich der Girokonten sind sowohl die Zinssätze als auch eine Reihe von Kosten für Debitkarte, Kontoführung und Zahlungsverkehr zu beachten.

Für junge Durchschnittsnutzer bis zu einem Alter von 25 Jahren mit einem Kontobetrag von durchschnittlich 10’000 Franken beträgt das Sparpotenzial schweizweit rund 373 Millionen Franken.Die erwachsene Schweizer Bevölkerung ab 25 Jahren kommt auf ein maximales Sparpotenzial von251 Franken pro Durchschnittsnutzer mit einem durchschnittlichen Kontobetrag von 20’000 Franken,das durchschnittliche Sparpotenzial beträgt geschätzte 85 Franken pro Kopf. Auf die gesamte erwachsene Bevölkerung hochgerechnet ergibt das eine Sparmöglichkeit von 505 Millionen Franken pro Jahr.

Sparkonto: 1’791 Millionen Franken
Auf Schweizer Sparkonten von privaten Haushalten lagern eindrückliche Spareinlagen in der Höhe von rund 288 Milliarden Franken. Die durchschnittlichen Sparkontoeinlagen von privaten Kunden betragen rund 35’000 Franken. Durchschnittlich könnten die Schweizer rund 301 Franken pro Kopf und Jahr mehr sparen, wenn sie zum Angebot mit dem höchsten Zinssatz wechseln würden. Das sind eindrückliche 1.791 Milliarden Franken pro Jahr für die Gesamtbevölkerung.

Säule-3a-Konten: 258 Millionen Franken
Auch bei Säule-3a-Sparkonten sind die Zinsdifferenzen markant. Pro Säule-3a-Konto mit einem Durchschnittsbetrag in der Höhe von 26’500 Franken liegt ein durchschnittliches Sparpotenzial von immerhin 146 Franken pro Jahr brach. Wenn alle Vorsorgesparer ihre Säule-3a-Guthaben beim Anbieter mit dem höchsten Zinssatz deponiert hätten, ergäbe das für die rund 1’770’500 SchweizerSäule-3a-Sparkonten eindrückliche 258 Millionen Franken an zusätzlichen Zinserträgen pro Jahr.

Hypotheken: 2’647 Millionen Franken
Private Haushalte sind im Besitz von Hypotheken in der Höhe von ungefähr 711.6 Milliarden Franken. Unter der hypothetischen Annahme, dass auch die Festhypotheken im Untersuchungsjahr ohne Strafgebühren gewechselt werden könnten, könnten Schweizer Hypothekarnehmer geschätzte 2.647 Milliarden Franken jährlich einsparen. Dazu müssten sie bloss mehrere Offerten bei führenden Banken und Versicherungen einfordern und sich für die günstigste Hypothek entscheiden.

Online-Trading: 163 Millionen Franken
Die rund 400’000 Online-Trading-Kunden in der Schweiz könnten markant Geld sparen. Das maximale Sparpotenzial, also die Differenz zwischen dem günstigsten und teuersten Angebot für einen Durchschnitts-Trader, beträgt beträchtliche 1’918 Franken pro Jahr. Auch das durchschnittliche Sparpotenzial für einen durchschnittlichen Trader ist mit 407 Franken immer noch ein stolzer Betrag. Hochgerechnet auf alle Trader in der Schweiz sind das rund 163 Millionen Franken pro Jahr.

Kosten und Leistungen vergleichen
Die beste Bank an sich gibt es nicht. «Vielnutzer erhalten zum Beispiel bei der einen Bank das günstigste Privatkonto, während Wenignutzer bei einer anderen Bank am wenigsten Gebühren zahlen», so Moneyland-Analyst Loreno Schaufelberger. «Wichtig ist jeweils der individuelle Vergleich, wie er mit den interaktiven Rechnern von moneyland.ch nun auch für Privatkonten und andere Bankprodukte in der Schweiz zum ersten Mal möglich ist. Dabei dürfen aber qualitative Aspekte wie etwa die Zufriedenheit mit der eigenen Bank auch nicht ausser
Acht gelassen werden.» (moneyland.ch/mc/ps)

Methodik
Stichdatum der Hochrechnung: Februar 2015. moneyland.ch hat sowohl das maximale als auch das durchschnittliche Sparpotenzial pro Jahr für Durchschnittsnutzer ermittelt. Das maximale jährliche Sparpotenzial ist dabei die Differenz pro Jahr zwischen den Angeboten mit den geringsten und höchsten Kosten beziehungsweise Zinsen. Für die Schätzung des gesamten Sparpotenzials für Schweizer Bankkunden wurde hingegen das durchschnittliche Sparpotenzial für Durchschnittsnutzer extrapoliert.
Die Datengrundlagen zur Grösse des Hypothekarvolumens, der Spar- und Kontoeinlagen, der Anzahl und Volumen der Säule-3a-Konten, der Anzahl Kreditkarten und weiteren Kennzahlen stammen unter anderem von der Schweizerischen Nationalbank und dem Bundesamt für Statistik.
Für die Berechnung der Kosten und Zinsen pro Produktgruppe bildeten die Algorithmen und Daten von moneyland.ch die Grundlage. Das gilt auch für die Profile der Durchschnittsnutzer, die auf moneyland.ch genauer definiert werden:
Privatkonten: http://www.moneyland.ch/de/faq-privatkonto-profile
Kreditkarten: http://www.moneyland.ch/de/faq-kreditkarten-profile
Online-Trading: http://www.moneyland.ch/de/faq-online-trading-profile
Einige Banken haben vor kurzem so genannte Bankpakete eingeführt, welche die Grundgebühr für Privatkonto und Kreditkarte einheitlich zusammenfassen und weitere Spezialkonditionen beinhalten können. Bankpakete konnten in der Hochrechnung von moneyland.ch aufgrund der mangelhaften Datenlage nicht berücksichtigt werden. Die Schätzung des gesamten Sparpotenzials dürfte mit oderohne Bankpakete aber ähnlich ausfallen, da anstelle einer allfälligen Jahresgebühr für Kreditkarten und Privatkonten eine Jahresgebühr für Bankpakete in Rechnung gestellt wird.

Über moneyland.ch
moneyland.ch ist der qualitativ führende Schweizer Online-Finanzvergleichsdienst und bietet zahlreiche unabhängige Informationen und qualitativ führende Vergleiche Versicherungen und Banken. In drei einfachen Schritten können Nutzerinnen und Nutzer die richtige Versicherung oderBank finden. Auf moneyland.ch finden sich umfassende Kosten-und Leistungsvergleiche in den Bereichen Krankenkassen, Spitalzusatz-, Krankenkassenzusatz-, Rechtsschutz-, Tier-und Reiseversicherungen, Kreditkarten, Hypotheken, Kredite, Trading, Private Banking, Bankpakete, Kassenobligationen, Privat-, Firmen-, Spar-, Säule-3a-und Freizügigkeitskonten.

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