Zukunft von Bundesbank-Präsident Weber bleibt unklar

Axel Weber

Bundesbank-Präsident Axel Weber.

Wien – Die Zukunft von Bundesbank-Präsident Axel Weber bleibt unklar. Weber sagte am Donnerstag in Wien lediglich: „Ich habe mit der deutschen Bundeskanzlerin gesprochen, habe ihr zugesagt, dass ich mich dazu absolut nicht äussern werde, bis wir uns in einem neuen Gespräch wieder treffen können.“ Der 53-Jährige ergänzte: „Wir werden alle Entscheidungen, die notwendig sind, in enger Abstimmung treffen.“

Damit löste Weber das Rätsel um seine berufliche Zukunft auch am Donnerstag nicht. Am Vortag hatten Berichte über einen Wechsel des Notenbankers zur Deutschen Bank für Wirbel gesorgt. Hartnäckig halten sich Spekulationen, Weber könnte Nachfolger von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann werden, der im Mai 2013 ausscheidet.

Karenzzeit gefordert
Die Opposition im Bundestag warnte vor einem direkten Rollenwechsel Webers vom Bankenaufseher zum Chef des grössten deutschen Kreditinstituts. Auch in der Union wurden Stimmen laut, Weber müsse zumindest eine Karenzzeit einhalten. Das sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Bundestagfraktion, Joachim Pfeiffer, „Handelsblatt Online“.

Sofortiger Rücktritt dementiert
Am Mittwoch hatte es zunächst Hinweise gegeben, der seit April 2004 amtierende Bundesbank-Präsident könnte sofort zurücktreten. Dann gab es nur eine dürre Erklärung der Notenbank: „Die Deutsche Bundesbank dementiert Gerüchte über eine bevorstehende Mitteilung zur beruflichen Zukunft von Bundesbankpräsident Prof. Dr. Axel A. Weber.“

Definitiv keine zweite Amtszeit
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am späten Mittwochvormittag – unmittelbar vor der Bundesbank-Mitteilung – mit Weber telefoniert. Das heizte Spekulationen an, Merkel könnte ihn von einem sofortigen Rücktritt abgehalten haben. Aus Webers Umfeld verlautete zumindest, der gebürtige Pfälzer strebe definitiv keine zweite Amtszeit bei der Deutschen Bundesbank an. Sein jetziger Vertrag läuft im April 2012 aus.

Chance auf EZB-Chefsessel vergeben?
Neben seinem italienischen Amtskollegen Mario Draghi wurde Weber wiederholt als heissester Anwärter auf den Chefsessel der Europäischen Zentralbank (EZB) gehandelt, der zum 1. November neu zu besetzen ist. Nach den überraschenden Meldungen über seinen vorzeitigen Rückzug halten viele Beobachter seine Chancen für vertan. Weber hielt am Donnerstag in der österreichischen Hauptstadt einen Vortrag bei der Deutschen Handelskammer über sein Leib- und Magenthema: Geldpolitik. (awp/mc/ss)

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