Sichtguthaben der SNB deuten Intervention am Devisenmarkt an

Sichtguthaben der SNB deuten Intervention am Devisenmarkt an
Sitz der Schweizerischen Nationalbank in Zürich. (Foto: SNB)

Zürich – Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat wohl auch in der vergangenen Woche am Devisenmarkt gegen die Aufwertung des Frankens interveniert. Darauf deutet die erneute Zunahme der Sichtguthaben bei der SNB hin.

Die Einlagen von Bund und Banken stiegen innert Wochenfrist um 6,9 Milliarden auf neu 634,1 Milliarden Franken, wie die SNB am Dienstag mitteilte. Das war etwas mehr als in der Vorwoche, als die SNB-Sichtguthaben um rund 6,7 Milliarden zugelegt hatten. In den vergangenen fünf Wochen stiegen die Sichtguthaben damit gesamt um über 35 Milliarden Franken. Das ist bereits deutlich mehr als im gesamten vergangenen Jahr (13,2 Mrd) zusammen.

Die SNB hatte Mitte März an der geldpolitischen Lagebeurteilung angekündigt, wegen der jüngsten Frankenaufwertung im Zusammenhang mit der Corona-Krise verstärkt am Devisenmarkt eingreifen zu wollen. Die SNB interveniert am Devisenmarkt indem sie Fremdwährungen kauft und diese den Banken als Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gutschreibt. Deshalb gelten die Sichtguthaben als ein guter Indikator für Interventionen.

Der Schweizer Franken gilt – wie beispielsweise auch der japanische Yen – als „sicherer Hafen“ und hat im Zuge der Verwerfungen an den Finanzmärkten und der Rezessionssorgen an Wert gewonnen. Das hat sich auch in der Kursentwicklung zum Euro niedergeschlagen. Zu Jahresbeginn notierte die europäische Gemeinschaftswährung noch bei rund 1,10 Franken, zuletzt lag der Kurs noch bei 1,0540 Franken.

Anstieg durch Refinanzierung der Covid-19-Kredite
Aber auch die Vergabe der Corona-Kredite dürfte Experten zufolge zum Anstieg der Sichtguthaben der SNB beigetragen haben. Seit bald drei Wochen stellen die Banken den Unternehmen Covid-19-Kredite zur Verfügung, für die der Bund bürgt. Die Banken können sich für die Vergabe der Kredite bei der SNB refinanzieren.

Nach Angaben des Finanzdepartements (EFD) wurden bis zum vergangenen Donnerstag insgesamt 94’269 Kreditvereinbarungen abgeschlossen mit einem geschätztem Volumen von rund 15,7 Milliarden Franken, wie es in der Wochenendpresse hiess. (awp/mc/ps)

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