Credit Suisse bläst zum digitalen Angriff auf Neobanken

Credit Suisse bläst zum digitalen Angriff auf Neobanken
Das neue Bankangebot «CSX». (Bild: CS)

Zürich – Die Credit Suisse sagt den sogenannten Neobanken den Kampf an. Sie lanciert im Oktober unter dem Namen CSX ein neues digitales Angebot, mit dem sie insbesondere junge Kunden gewinnen will. Gleichzeitig ergänzt ein neues Geschäftsstellenkonzept die digitale Welt mit persönlichem Service.

„Kunden der Credit Suisse werden in den Geschäftsstellen auch künftig mit Sie und nicht wie jüngst von Medien herumgereicht per Du angesprochen“, machte André Helfenstein, CEO Swiss Universal Bank, an einer Medienveranstaltung am Donnerstag klar.

Einzig in der neuen Geschäftsstelle an der Europaallee in Zürich, wo sich sehr viele junge Menschen bewegen und wo das neue Konzept getestet wird, stelle sich der Mitarbeiter neu mit dem Vornamen vor. Wenn sich daraufhin der Kunde mit dem Nachnamen vorstelle, wechselt der Mitarbeiter auf das förmlichere „Sie“, so Helfenstein weiter, der im Übrigen wie auch andere anwesende CS-Mitarbeiter, auf das Tragen einer Krawatte verzichtete.

Mit dem neuen Konzept regiert die CS wie so viele andere Schweizer Banken auf das veränderte Verhalten der Konsumenten, die ihre Transaktionen immer mehr digital und nicht mehr an den traditionellen Bankschaltern abwickeln. An der „Digital Bar“, die künftig an allen Standorten zum Einsatz kommen soll, sollen Kunden „in die digitale Welt des Bankgeschäfts eingeführt“ werden, so Helfenstein weiter.

Mehr Beratung und Events an den Filialen
In den Filialen sollen künftig mehr Beratungsdienstleistungen aber auch Eventveranstaltungen angeboten werden, beispielsweise Woman Business Breakfast oder Vorstellungen von Startups.

Dabei folgt die Bank einem modularen Ansatz. Je nach Einzugsgebiet variiere das Angebot, sagte Serge Fehr, Leiter Private Banking Schweiz.

Einen Schritt weiter in der Digitalisierung und als Reaktion auf das sich verändertes Umfeld – sprich das Aufkommen der Smartphone- oder Neobanken – ist auch die Lancierung des neuen digitalen Bankangebots CSX zu sehen. „Mit CSX könnten sämtliche Bankgeschäfte über das Smartphone erledigt werden“, sagte Anke Bridge Haux, Head Digital Banking. In einem ersten Schritt sind ein Franken-Konto sowie eine onlinefähige Debit-Mastercard einschliesslich kostenloser Auslandtransaktionen im Angebot.

Über die nächsten Monate kämen schrittweise weitere Dienstleistungen dazu – ab Mitte November etwa eine vollständig digitale Vermögensverwaltungslösung. Die CS lässt ihren Kunden aber nach wie vor die Wahl, wie sie tägliche Bankgeschäfte tätigen wollen: digital, telefonisch oder persönlich in der Geschäftsstelle.

Kampfansage an Revolut und Co
Mit CSX und dem neuen Geschäftsstellenkonzept will sich die Credit Suisse offensichtlich von Smartphone-Banken wie Revolut oder N26 abheben. Im Gegensatz zu diesen offeriere die Credit Suisse eine breitere Dienstleistungs-Palette und biete zudem die Möglichkeit, einen Berater persönlich zu treffen, sagte Helfenstein.

Der digitale Angriff der Credit Suisse auf die Neobanken könnte auf hohes Interesse bei den Konsumenten stossen. Denn gemäss einem Ersturteil des Online-Vergleichsdienstes Moneyland hat die CS als erste Grossbank ein digitales Basis-Angebot, das sich auch mit Neobanken messen kann. (awp/mc/ps)

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