Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2021

Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook 2021
Richard Kersley, Leiter Thematic Research, Global Markets bei der Credit Suisse. (Foto Flickr / Credit Suisse)

Zürich – Das vom Credit Suisse Research Institute in Zusammenarbeit mit der London Business School veröffentlichte Global Investment Returns Yearbook der Credit Suisse gilt als Leitfaden für langfristige Renditedaten. Es deckt Daten zu Aktien, Anleihen, Schatzwechsel (Bills), Inflation und Währungen für 32 Einzelmärkte und den 90-LänderWeltindex ab. Zu 23 dieser Länder sind Daten verfügbar, die bis in das Jahr 1900 zurückreichen. Die diesjährige Ausgabe des Yearbook bietet zudem detaillierte Analysen zu Emerging Markets (EM).

Langfristige Perspektiven begünstigen Aktienanleger

  • Abgesehen vom Börsencrash im Oktober 1987 war der durch die COVID-19-Pandemie ausgelöste Einbruch der schnellste in der Geschichte der globalen Finanzindustrie. Innerhalb von nur 23 Handelstagen brach der Markt um 35 % ein. In den USA und vielen anderen Märkten erfolgte die Erholung aussergewöhnlich rasch, was auf massive fiskal- und geldpolitische Anreizmassnahmen zurückzuführen ist. Im späteren Jahresverlauf erfuhren die Märkte durch die Nachricht über Impfstoffe weiteren Auftrieb.
  • Langfristig gesehen zählen Aktien vor Anleihen und Schatzwechseln (Bills) weiterhin zu den besten Finanzinvestitionen. In den letzten 121 Jahren boten globale Aktien eine annualisierte USDollar-Realrendite von 5,3 % gegenüber 2,1 % für Anleihen und 0,8 % für Schatzwechsel.
  • Aktien haben seit 1900 in allen Märkten eine bessere Entwicklung als Anleihen und Schatzwechsel verzeichnet. Global erzielten Aktien eine um 4,4 % pro Jahr bessere Performance als Schatzwechsel und schnitten um 3,1 % pro Jahr besser ab als Anleihen.
  • Die Autoren schätzen, dass die Aktienrisikoprämie zukünftig bei rund 3,5 % und damit etwas unter der historischen Zahl von 4,4 % liegen wird. Sie gehen aber dennoch davon aus, dass Aktienanleger ihr Geld im Vergleich zu kurzfristigen Staatsanleihen innerhalb von 20 Jahren verdoppeln dürften.
  • Die USA bleiben mit grossem Abstand der weltweit grösste Aktienmarkt und machen heute 56 % der weltweit investierbaren Marktkapitalisierung in Streubesitz aus. Japan (7,4 %) liegt auf Platz zwei, gefolgt von China (5,1 %) an dritter Stelle und Grossbritannien (4,1 %) an vierter Stelle. – Von COVID-19 waren und sind alle Finanzmärkte betroffen. Insbesondere gewissen Schwellenländern gelang es, das Virus ziemlich schnell unter Kontrolle zu bekommen – etwa China, Südkorea und Taiwan (Taipeh), die zusammen rund zwei Drittel des Gesamtwerts der Schwellenländer ausmachen.
  • Langfristig betrachtet haben sich Schwellenländeraktien seit 1900 um 1,4 % pro Jahr schwächer entwickelt als Aktien aus Industrieländern, während Schwellenländeranleihen eine Underperformance von 2,2 % aufwiesen. Diese Underperformance geht hauptsächlich auf die 1940er-Jahre zurück. Globale Aktien übertreffen Schatzwechsel seit 1960 um etwa 1,5 % pro Jahr.
  • Anleger profitierten in den 1980er- und 1990er-Jahren von besonders hohen Renditen. Seither entwickelten sich die realen Aktienrenditen trotz der starken Erholung seit 2009 und der erfolgreichen Überwindung des Pandemiesturms schlechter als ihre historischen Durchschnittswerte. Drei Bärenmärkte haben in nur zwei Jahrzehnten zeitnah an das mit Aktienanlagen verbundene erhebliche Risiko erinnert.
  • Im zweiten Jahrzehnt seit der Jahrtausendwende hatten die Anleger Glück: Die Märkte erholten sich rasch von der globalen Finanzkrise, woraufhin mehr als ein Jahrzehnt lang starke Renditen erzielt wurden. Danach erholten sie sich noch schneller vom anfänglichen Einbruch infolge der Pandemie.

Bedeutung der Schwellenländer für globale Märkte nimmt zu

  • Vor gerade einmal 20 Jahren machten Schwellenländer weniger als 3 % der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung und 24 % des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus. Heute repräsentieren sie 14 % des investierbaren Universums globaler Aktien in Streubesitz und 43 % des BIP.
  • China bildet das grösste Schwellenland. Seine Gewichtung in den Schwellenmarktindizes ist seit Anfang der 2000er-Jahre von 3 % auf derzeit 39 % gestiegen. Aufgrund der sukzessiven Aufnahme von A-Aktien dürfte die Gewichtung des Landes voraussichtlich weiter zunehmen. Trotz des beispiellosen Wirtschaftswachstums Chinas entsprach die annualisierte Rendite des chinesischen Aktienmarkts fast genau derjenigen der Industrieländer.
  • Hinsichtlich der Aktienrenditen bieten Schwellenländer durchaus die Aussicht auf eine potenziell herausragende Performance einzelner Märkte. Dies galt für Japan in der Nachkriegszeit, denn die Inselnation im Pazifik nahm später die Entwicklung zur Industrienation. Gleichzeitig wurden hervorragende Renditen aus Hongkong SVZ (das auch seit Langem als Industrieland gilt), Südkorea und Taiwan (Taipeh) erzielt.
  • Ohne die unzweifelhaften Erfolgsgeschichten schmälern zu wollen, haben einst vielversprechende Länder wie Argentinien, Nigeria, Pakistan, Venezuela und Simbabwe ihr Potenzial nicht ausgeschöpft.
  • Anleger sollten nicht aufgrund des Risikos davon abgehalten werden, in Schwellenländer zu investieren. Das Risiko einzelner Schwellenländer ist in den letzten 20 Jahren dramatisch zurückgegangen, und auch der Unterschied zwischen dem Durchschnittsrisiko der Schwellenländer und dem der Industrieländer ist kleiner geworden. Unabhängig davon bieten Schwellenländer nach wie vor bedeutende Diversifikationsvorteile für Anleger.
  • Faktorerträge, die in Industrieländern gut dokumentiert sind, wie zum Beispiel Grösse, Wert, Momentum und Qualität, sind auch in Schwellenländern vorhanden. Grössen- und MomentumEffekte scheinen schwächer als in den Industrieländern auszufallen. Der Value-Effekt verzeichnet aber eine starke Entwicklung, ohne dadurch gegen das seit rund 12 Jahren bestehende weltweite Unbehagen gegenüber Value-Investing immun zu sein.
  • Portfoliorotationen über verschiedene Märkte hinweg können langfristig zum Erfolg führen, wenn sie durch den Kauf von Aktien in Märkten unterstützt werden, die aktuell unter der Wirtschaftsschwäche leiden.

Richard Kersley, Leiter Thematic Research, Global Markets bei der Credit Suisse, kommentierte die Studie wie folgt: «Die langfristige Perspektive, die diese einzigartige jährliche Studie bietet, war selten wertvoller nach einem wirklich bemerkenswerten Jahr an den Finanzmärkten, in dem die COVID-19-Pandemie und die wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Reaktionen darauf die bestimmenden Faktoren waren. Wir freuen uns, unseren Kunden in Zusammenarbeit mit unseren Autoren eine facettenreiche Sichtweise auf die Anlagerenditen der letzten 121 Jahre anzubieten, die sie bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt.

Die diesjährige Ausgabe des Yearbook liefert einen aktuellen, vertieften Einblick in Schwellenländer und trägt damit ihrer zunehmend grossen Bedeutung für die globalen Märkte Rechnung. Vor gerade einmal 20 Jahren bildeten Schwellenländer nur einen winzigen Anteil an der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung. Heute repräsentieren sie fast ein Sechstel des investierbaren Universums globaler Aktien in Streubesitz, und ihr Einfluss dürfte auch in Zukunft weiter zunehmen. Schwellenländer spielen eine wesentliche Rolle bei der Diversifizierung globaler Portfolios.»

Professor Paul Marsh von der London Business School fügte hinzu: «Da sich die Märkte in der Nähe neuer Höchstwerte befinden, ist die Zeit reif, um darüber nachzudenken, was zukünftig zu erwarten ist. Die Baby-Boomer-Generation profitierte von der hervorragenden Performance weltweiter Aktien, Anleihen und gemischter Portfolios (siehe linke Seite nachstehender Grafik). Ihre Enkelkinder der Generation Z blicken einer Zukunft mit weitaus geringeren erwarteten Anlagerenditen entgegen (siehe rechte Seite der Grafik). Unser Research liefert Fakten zur Untermauerung einer zukünftigen Anlagestrategie.»

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