Credit Suisse und UBS drohen EU-Geldbusse wegen Börsenwetten

Joaquín Almunia

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia (Foto: EU-Kommission)

Brüssel – Der Credit Suisse und UBS sowie weiteren internationalen Investmentbanken drohen EU-Geldbussen wegen verbotener Absprachen bei Börsenwetten. Die Europäische Kommission hat in einem laufenden Kartellverfahren Briefe mit Vorwürfen an die Banken geschickt, teilte die EU-Behörde am Montag in Brüssel mit. Am Ende des Verfahrens könnten Strafen bis zu 10% eines Jahresumsatzes stehen.

Die EU-Ermittlungen – ähnliche Untersuchungen gibt es in den USA – laufen bereits seit zwei Jahren. Im Fokus steht der Zeitraum zwischen 2006 und 2009, das schliesst also den Höhepunkt der Finanzkrise mit ein. Damals, aber auch später in der Euro-Schuldenkrise, erregte der Handel mit CDS (Credit Default Swaps) besondere Aufmerksamkeit.

Vorwurf illegaler Absprachen
Denn mit diesen Kreditausfall-Derivaten sichern sich Investoren nicht nur gegen Pleiten von Staaten und Firmen ab, sie können auch explizit auf die Bonität eines Schuldners wetten und diesen damit in Bedrängnis bringen. Die EU wirft den Banken vor, sich illegal abgesprochen zu haben, um die Deutsche Börse und die Chicago Mercantile Exchange aus dem Markt fernzuhalten und selbst möglichst viel Geld zu verdienen.

Ein solches Vorgehen wäre nach den Worten von Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia inakzeptabel. «Der ausserbörsliche Handel ist für die Investoren nicht nur teurer als der Handel über die Börse. Er ist auch anfällig für systemische Risiken», kritisierte er.

UBS / CS: Kein Kommentar
Die UBS und die Credit Suisse wollten auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda zu den Vorwürfen keinen Kommentar abgeben. Zu den beschuldigten Instituten gehören neben den beiden Schweizer Grossbanken auch die Deutsche Bank, Citigroup, Goldman Sachs, Bank of America Merrill Lynch, Barclays, Bear Stearns, BNP Paribas, Morgan Stanley, HSBC, JP Morgan und RBS.

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