CS Kommentar: Ausblick Aktien bleibt positiv

CS Kommentar: Ausblick Aktien bleibt positiv
(Bild: Fotolia, Marco2811)

Zürich – Die Beschleunigung der globalen Wirtschaftsdynamik dürfte den Aktienmärkten insgesamt weiterhin Auftrieb geben. Aufgrund seiner eher defensiven Charakteristiken bleiben die Analysten der Credit Suisse (CS) für den defensiveren Schweizer Aktienmarkt hingegen «nur» bei einer neutralen Einschätzung. Dies geht aus der Juni-Ausgabe der Publikation «Wirtschaft & Märkte» der CS hervor. 

Als Folge des soliden Gewinnwachstums konnten sich die Aktien weltweit von ihren Jahrestiefs erholen. Dazu beigetragen hat neben dem positiven Einfluss der US-Steuerreform auch ein vielerorts kräftiges Umsatzwachstum. Innerhalb der Aktien setzen die Analysten der Credit Suisse weiterhin bei den (asiatischen) Schwellenländern einen Schwerpunkt. Daneben erwarten sie neu auch für den britischen Aktienmarkt eine Outperformance, da dieser mit einem Übergewicht im Finanz- und Energiebereich stark von den von uns bevorzugten Sektoren geprägt wird.  Im Schweizer Markt bleiben weiterhin die Präferenzen für klein- und mittelkapitalisierte Nebenwerte, deren Geschäft stärker von der globalen zyklischen Erholung profitiert und die stärker auf die Eurozone au

Dollarstärke wohl nur kurzfristiger Natur
Bessere Wirtschaftsdaten in den USA als in Europa liessen den USD zuletzt aufwerten. Wir erwarten aber, dass sich die Wirtschaftsdynamik bald wieder angleichen wird (vgl. Abb.). Zudem geht der Markt für die USA von zwei bis drei Zinsschritten aus, während die Zinserwartungen in Europa noch verhalten sind. Eine Verschiebung der Erwartungen könnte dem EUR Auftrieb geben. Gleichzeitig geht vom steigenden US-Haushaltsdefizit Gegenwind für den USD aus.Die CS-Ökonomen erwarten, dass sich USD/CHF über 12 Monate auf 0.94 abwertet.

EUR/CHF dürfte nahe 1.20 verharren
Nach dem Anstieg von EUR/CHF nahe an unsere 3-Monats-Prognose von 1.20 gehen wir nunmehr von einer Seitwärtsbewegung des Währungspaars aus. Schliesslich ist die Wirtschaftsdynamik sowohl in der Eurozone als auch in der Schweiz hoch. Auch die Erwartungen hinsichtlich der Zentralbankpolitik sind ähnlich, obwohl die SNB die Zinsen etwas vor der EZB erhöhen könnte (siehe oben). Die derzeitigen politischen Risiken in der Eurozone betreffend Italien, die den EUR belastet haben, sollten über Zeit ebenfalls wieder abflauen.
britischen Aktienmarkt eine Outperformance, da dieser mit einem Übergewicht im Finanz- und Energiebereich stark von den von uns bevorzugten Sektoren geprägt wird.

Weltwirtschaft dürfte sich wieder beschleunigen
Das Wachstumstempo der Weltwirtschaft hat sich jüngst zwar etwas verlangsamt, wobei der kalte Winter die Wirtschaftsaktivität beidseits des Atlantiks zusätzlich bremste. Der Ausblick bleibt aber positiv: Die Haushalte sollten dank steigender Löhne und verbesserter Arbeitsmarktlage rege konsumieren und die nternehmen investieren wieder. Vor diesem Hintergrund dürfte das Wirtschaftswachstum sowohl in den USA als auch in Europa und den meisten Schwellenländern im 2. Halbjahr wieder überdurchschnittlich ausfallen.

Schweizer Industrie nahe der Kapazitätsgrenze
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Schweiz befindet sich in klar expansivem Terrain und widerspiegelt eine solide Industriekonjunktur. Der genaue Blick auf die PMI-Umfrage zeigt bereits Zeichen von Engpässen: So steigen die Einkaufpreise, und es hat selten länger gedauert als heute, bis bestellte Ware eintrifft (vgl. Abb.). Im April haben Unternehmen deshalb wieder vermehrt Perso al eingestellt und Bestellmengen sowie Lager aufgestockt. Die hohe Auslastung der Kapazitäten sollte auch die Investitionstätigkeit beleben.

SNB ist der EZB bei der Normalisierung voraus
Die US-Notenbank (Fed) ist bei der Normalisierung der Geldpolitik am weitesten fortgeschritten: Sie verringert langsam ihre Bilanzsumme (vgl. Abb.) und erhöht die Zinsen (vgl. Abb.). Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Bilanzwachstum zwar gedrosselt, wird ihre Obligationenkäufe aber wohl erst im Dezember beenden und mit dem ersten Zinsschritt bis Mitte 2019 zuwarten. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wiederum vergrössert ihre Bilanz bereits seit knapp einem Jahr nicht mehr aktiv. Den ersten Zinsschritt erwarten die CS Ökonomen im März 2019.

Höhere Obligationenrenditen erwartet
Die Erwartung einer fortschreitenden Normalisierung der Geldpolitik führt zu Aufwärtsdruck bei den Obligationenrenditen. Dies selbst in Europa, wo die Leitzinsen noch immer auf rekordtiefen Niveaus liegen. Zum Schutz gegen Preisrückschläge bei langfristigen Obligationen bevorzugen wir kürzere Laufzeiten. Bei der Wahl der Emittenten wird ein selektives Vorgehen immer wichtiger, auch im Bereich der Unternehmens- und Finanzanleihen. Wandelanleihen und gewisse Papiere aus Schwellenländern bieten interessante Zusatzrenditen. (CS/mc/cs)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.