Der Moneycab-Börsenblog: Alcoa muss erst Boden finden

Der Moneycab-Börsenblog: Alcoa muss erst Boden finden

Der wöchentliche Blick auf die Wirtschaft von Robert Jakob:

Der Aluminium-Riese Alcoa leitet die amerikanische Quartalsberichtsaison ein – und die Zahlen werden schlecht ausfallen. Vor allem das sogenannte „Upstream-Geschäft“, das Baggern nach Bauxit und anschliessende Schmelzen, leidet. Im vergangenen Jahr fielen die Rohaluminiumpreise um ein Drittel, weshalb Alcoa Schmelzen schliesst. Die Kosten werden das letzte und auch das kommende Quartal belasten. Allein für Q4 2015 wird sich der Abschreiber auf 0,09 Dollar pro Aktie belaufen. Im 1. Quartal 2016 werden weitere 0,04-0,05 Dollar hinzukommen.

Anders als für viele westlichen Industrieunternehmen ist China für die Amerikaner nicht das gelobte Land. Denn im Reich der Mitte sitzt mit Chinalco der grösste Konkurrent. Rund die Hälfte der weltweiten Aluminiumproduktion entfällt auf China. Der Staatskonzern Chinalco – mit einem Umsatz von einer Viertel Billion Yuan – kann den Markt mit Billig-Alu fluten, da er den Strom für seine Produktion vom chinesischen Staat subventioniert bekommt. Und die Aluminiumproduktion ist sehr energieintensiv. Die chinesische Regierung, der Chinalco direkt unterstellt ist, wird sich nicht erweichen lassen, ihre protektionistische Politik umzustellen.

Im Kampf mit ungleichen Schwertern hat die vom Deutschen Ex-Siemens-Vorstandsvorsitzenden Klaus Kleinfeld geleitete Alcoa also die schlechteren Karten. Allerdings haben es die Amerikaner unter Kleinfeld geschafft, schlanker zu werden und vor allem im Downstream-Geschäft mit veredelten Aluminiumprodukten gutes Geld zu verdienen. Weit weg von China und lokal in den wichtigen Hightech-Schlüsselindustrien wollen die Amerikaner die Chinesen ausstechen. Nach dem rasanten Kurseinbruch der letzten Monate muss Alcoa Boden finden. Im zweiten Halbjahr wird sich Alcoa in eine Upstream-AG und eine Downstream-AG aufspalten. Die Chance, dass es bereits bald wieder aufwärts geht, ist sehr gross. Sie hängt aber auch bei Alcoa von günstigem Strom ab.

Zum Autor:
Robert Jakob ist promovierter Naturwissenschaftler und Buchautor, arbeitete sowohl in der Grundlagenforschung als auch für Verlage, Versicherungen und Banken. Seit Jahrzehnten ist der Kommunikationsspezialist ein ausgewiesener Kenner der Finanzszene und leitete nicht nur die Redaktion des Swiss Equity Magazins, sondern auch ein Team von Aktienanalysten.

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Robert Jakob

Erschienen im Verlag Ellert & Richter
ISBN: 978-3-8319-0594-2
216 Seiten
Format: 14 x 22 cm; Klappenbroschur
Preis: 16.95 EUR (D), 17.50 EUR (A)

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