Designierter BaFin-Chef stellt sich am Mittwoch Fragen im Bundestag

Mark Branson
Mark Branson, scheidender Finma-Chef. (Foto: Finma)

Berlin – Der designierte BaFin-Chef Mark Branson verliert keine Zeit und will bereits am Mittwoch im Finanzausschuss des Bundestages Rede und Antwort stehen. Die Vorsitzende des Gremiums, die FDP-Politikerin Katja Hessel, teilte am Dienstag in einem Schreiben mit, Branson werde am Mittwoch um 09.00 Uhr zur Verfügung stehen.

Ein Insider sagte Reuters, er werde wohl eine Stunde Fragen beantworten. Der 52-Jährige soll das ramponierte Image des deutschen Finanzaufsichtsbehörde aufpolieren. Noch ist Branson Chef der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma. Mitte des Jahres soll er nach Bonn wechseln.

Wirecard-Betrug verschlafen
Kritiker werfen der BaFin vor, den milliardenschweren Bilanzbetrug bei Wirecard viel zu spät erkannt und in dem Fall weitgehend versagt zu haben. Ende Januar hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Reissleine gezogen und BaFin-Chef Felix Hufeld vor die Tür gesetzt.

Der Zahlungsabwickler Wirecard war im Juni 2020 nach der Aufdeckung eines 1,9 Milliarden Euro grossen Lochs in der Bilanz in die Pleite gerutscht. Es ist einer der grössten Finanzskandale der Nachkriegszeit.

Finanz-Staatssekretär Jörg Kukies sagte bei einer Konferenz, Branson sei ein sehr glaubwürdiger Kandidat gewesen. Er kenne beide Seiten – als Banker und als Aufseher. Es gehe jetzt darum, die richtigen Schlüsse aus dem Wirecard-Skandal zu ziehen. Scholz will eine aktivere Finanzaufsicht. Dafür soll sie mehr Befugnisse und Ressourcen erhalten. (awp/mc/ps)

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