Deutsche und Schweizer Renditekurven negativ am kurzen Ende

Anlage

Von Swiss Life Asset Management

Zürich – Die Entwicklungen in der Eurozone bleiben Hauptbestimmungsfaktor für die Finanzmärkte. Die politischen Führer scheinen immer weniger gewillt Griechenland zu stützen, falls dieses sich nicht an die Abmachungen für weitere Finanzspritzen hält. Der IWF zieht in Betracht, die Zahlungen an Griechenland einzustellen, was bereits im September zum Staatsbankrott führen würde. Und die EZB kündigte an, keine griechischen Anleihen mehr als Sicherheit zu akzeptieren.

Ein Ausscheiden Greichenlands aus der Währungsunion scheint in der Zwischenzeit wahrscheinlicher als auch schon. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Banken kaum noch griechische Papiere auf der Bilanz haben, scheint dieses Szenario an Schrecken verloren zu haben. Wieder einmal sind die Errichtung von Brandschutzmauern und die Ansteckungsgefahr für andere Mitgliedsländer im Zentrum der Diskussion. Dem Rekapitalisierungsplan spanischer Banken fehlt es noch an Detaillierungsgrad und der Markt befürchtet, dass auch Spanien bald ein volles Bailout benötigt, was die Rettungsschirme in ihrer Grösse überfordern würde. Ausserdem sind die Konsolidierungspläne in Frankreich wenig überzeugend. Somit zeigen die Zinsbewegungen rund um den Globus das gewohnte Muster der Flucht in sichere Häfen auf. Dies wird sich auch über die nächsten vier Wochen nicht ändern. Unternehmensanleihen bleiben schliesslich der Lichtblick im Segment festverzinslicher Anlagen.

Attraktive Dividendenrendite
Wie andere Finanzmarktsegmente auch, wurden die Aktien durch Neuigkeiten aus Europa dominiert. Die gewohnte Korrelation zwischen den Aktien, der Rendite auf die deutsche Staatsanleihe und den Risikoaufschlägen auf spanische Anleihen brach allerdings auseinander: Aktien zeigte eine Rally, während der Kurs der deutschen Staatsanleihen als auch die Risikoaufschläge für spanische Anleihen auf Rekordwerte stiegen. Die Rückschläge für die Aktienkurse über die vergangenen Tage etablierte die gewohnte Korrelation allerdings wieder. Verglichen mit der Wachstumsdelle im vergangenen Jahr reagieren die Aktienmärkte auf die beobachtbare Abschwächung in diesem Jahr relativ verhalten. Neben den politischen Unwägbarkeiten bleiben tatsächlich die Unsicherheiten bezüglich Makro- als auch Mikroumfeld recht hoch: die negativen Gewinnerwartungen haben deutlich an Gewicht gewonnen. Wir behalten somit unsere negative Einschätzung für die Kursentwicklung über den kommenden Monat bei. Die Kreditvergabe an Unternehmen in Europa schwächt deutlich ab und dürfte für jene Unternehmen kritisch sein, die sich nicht über die Kapitalmärkte finanzieren können. Allerdings müssen die gedrückten Stimmungsindikatoren und der tiefe Risikoappetit unbedingt als Kontraindikatoren erwähnt werden. Auch wenn wir uns über den nächsten Monat vorsichtig positionieren, erwarten wir dennoch höhere Kurse mittel- bis langfristig.

Der Euro Index geht in den Süden
Die Unterstützung eines EZB Mitglieds für die Ausstattung des Rettungsmechanismus mit einer Bankenlizenz und die Aussage des EZB Präsidenten, dass die Notenbank alles tun würde um die Währungsunion aufrecht zu erhalten, setzte einen vorläufigen Schlusspunkt unter die Abwertungsphase des Euro. Um von den weiten Zinsdifferenzialen zu anderen Währungen zu profitieren, haben viele Investoren über den letzten Monat den Euro entsprechend leer verkauft. Dank des Festhaltens der SNB an dem Schwellenwert zum Euro hat sich der CHF im Gleichschritt gegen alle anderen Hauptwährungen abgewertet. Somit musste die SNB wohl einen weiteren Monat sehr viele Euro aufkaufen, um diesen Schwellenwert halten zu können. Daher läuft die Notenbank Gefahr unter zunehmenden politischen Druck und in die Kritik zu geraten. Sollten sich die Unsicherheiten um die europäische Schuldenkrise in Zukunft etwas legen, dann dürfte sich die Gegenbewegung des Euro allerdings ebenfalls deutlich gestalten. Dies ist eher ein Risiko für unsere Basisprognose, denn wir gehen davon aus, dass die Unsicherheiten vorläufig bestehen bleiben und somit der Abwertungsdruck auf Euro und CHF ebenfalls intakt bleibt. (Swiss Life Asset Management/mc/ps)

Disclaimer
Erstellt und verabschiedet durch das Economics Department Swiss Life Asset Management AG Zürich Swiss Life Asset Management hält fest, dass die oben stehend erläuterten Empfehlungen möglicherweise vor der Publikation dieses Dokuments durch Swiss Life Asset Management umgesetzt worden sind. Wir stützen uns in der Erstellung unserer Prognosen auf Quellen, welche wir für vertrauenswürdig halten, lehnen jedoch jede Garantie betreffend Richtigkeit oder Vollständigkeit der verwendeten Informationen ab. Dieses Dokument beinhaltet Aussagen zu in der Zukunft liegenden Entwicklungen. Wir übernehmen keinerlei Verpflichtung, diese Annahmen später zu aktualisieren oder zu revidieren. Die tatsächlichen Entwicklungen können im Ergebnis von unseren ursprünglichen Erwartungen deutlich abweichen. Haben Sie Fragen an uns, oder möchten Sie unsere Berichte abonnieren? Senden Sie ein E-Mail an: [email protected] Für mehr Informationen besuchen Sie auch unsere Website: www.swisslife-am.com

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