Draghi: Haltung zu negativem Einlagenzins unverändert

Mario Draghi
EZB-Präsident Mario Draghi. (Bild: EZB)

Mario Draghi, Präsident EZB. (Bild: EZB)

Frankfurt am Main – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat laut Präsident Mario Draghi ihre Haltung zu der Möglichkeit negativer Einlagenzinsen seit ihrer letzten Sitzung Anfang November nicht geändert. «Negative Einlagenzinsen sind auf der letzten Sitzung diskutiert worden, und seitdem hat es keine Neuigkeiten gegeben», sagte Draghi am Donnerstag in Berlin. «Dies will ich klarstellen.»

Am Mittwoch hatten noch Spekulationen die Finanzmärkte bewegt, wonach die EZB über eine Senkung des Einlagensatzes in den negativen Bereich nachdenke. Der Zins, zu dem Banken bei der EZB Geld parken, könnte demnach auf minus 0,1 Prozent reduziert werden, falls eine weitere Lockerung der Geldpolitik notwendig werden sollte, hatte die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg aus Kreisen erfahren. Nachdem der Euro am Mittwoch stark unter Druck geraten war, erholte er sich am Donnerstag wieder und stieg zuletzt auf ein Tageshoch von 1,3477 US-Dollar.

«Deflation kein grosses Thema»
Die jüngste Zinssenkung ist laut Draghi nicht erfolgt, weil die Notenbank Deflationsrisiken sieht. Eine Deflation sei in der Eurozone kein grosses Thema. «Die Inflationsrate wird sich aber nur sehr langsam wieder der Marke von zwei Prozent annähern», sagte Draghi. Die EZB strebt für den gesamten Euroraum eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an.

Die EZB sei sich der Sorgen bewusst, die die jüngste Zinssenkung in einigen Ländern ausgelöst habe, sagte Draghi. Vor allem in Deutschland war der Zinsschritt kritisiert worden. Die EZB betreibe aber Geldpolitik für die gesamte Eurozone. Draghi verwies auf den Rückgang der Inflationsrate in den vergangenen Monaten und die immer noch schwache wirtschaftliche Entwicklung. Die EZB hatte am 7. November den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. (awp/mc/ps)

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