Entspannung bei Renditen von Euro-Krisenländern

Staatsanleihen

Rom / Madrid – Am Markt für europäische Staatsanleihen sind die Zinssätze für Papiere aus den Krisenstaaten Spanien und Italien am Donnerstag nach erfolgreichen Anleiheauktionen deutlich gesunken. Im späten Vormittagshandel rutschte die Rendite für spanische Staatsanleihen mit der richtungsweisenden Laufzeit von zehn Jahren erstmals seit März wieder unter die Marke von 5,0 Prozent. Der Zinssatz gab gegen Mittag um 0,15 Prozentpunkte auf 4,953 Prozent nach.

Zum Vergleich: Beim vorläufigen Höhepunkt der Eurokrise im vergangenen Sommer hatte die Rendite für zehnjährige spanische Papiere zeitweise ein Rekordhoch bei 7,5 Prozent erreicht. Am Donnerstagvormittag hatte das krisengeschwächte Euroland problemlos eine erste Staatsanleihe mit sogenannten Umschuldungsklauseln (CAC) begeben. Zusammen mit einer Aufstockung von zwei weiteren Anleihen nahm das Land insgesamt 5,8 Milliarden Euro auf, wie die nationale Schuldenagentur in Madrid mitteilte. Das waren 800 Millionen Euro mehr als maximal anvisiert.

Italien refinanziert sich so günstig wie seit 2010 nicht mehr
Auch die Rendite von zehnjährigen Staatsanleihen aus Italien gab spürbar nach. Sie sank im Vormittagshandel 0,10 Prozentpunkte auf 4,16 Prozent. Das hoch verschuldete Euroland hatte sich zuvor mit einjährigen Geldmarktpapieren so günstig wie seit Januar 2010 nicht mehr refinanziert. Das Land musste lediglich eine Rendite von 0,86 Prozent bieten, nachdem es im Dezember noch 1,46 Prozent bezahlt hatte.

Trotz der starken Rückgange werden spanische und italienische Anleihen immer noch mit weitaus höheren Renditen als zum Beispiel deutsche Bundesanleihen gehandelt. Die Bundesrepublik besitzt im Gegensatz zu den beiden Südstaaten der Eurozone bei führenden Ratingagenturen die Bestnote. Die Rendite zehnjähriger deutscher Anleihen stand zuletzt bei 1,5 Prozent. (awp/mc/ps)

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