Nach Stellungnahme der EZB: Weiter Entspannung bei Spanien-Anleihen

Staatsanleihen

Madrid / Rom / Frankfurt – Am Markt für europäische Staatsanleihen hat die Entspannung nach einer Stellungnahme der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einem Medienbericht über ein mögliches automatisches Staatsanleihekaufprogramm der EZB weiter angehalten. Am Montag rutschte vor allem der Zinssatz für richtungsweisende spanische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren deutlich um 0,16 Prozentpunkte auf 6,19 Prozent. Zuvor hatte die Rendite aber noch stärker nachgegeben und war zeitweise auf ein Tagestief bei 6.09 Prozent gefallen

Damit entfernte sich die Rendite spanischer Papiere weiter von der Marke von sieben Prozent, die in den vergangenen Monaten mehrfach überschritten wurde. Werte über der Marke gelten gemeinhin als gefährlich mit Blick auf die Zinskosten eines Eurolandes.

Spiegel»-Bericht «irreführend»
Zuvor hatte die EZB einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» über ein mögliches automatisches Staatsanleihekaufprogramm der Notenbank als «irreführend» bezeichnet. Das Thema sei im EZB-Rat noch nicht diskutiert worden, eine Entscheidung gebe es nicht, versicherte ein Sprecher. Laut dem «Spiegel» erwägt die Notenbank, für Käufe von Staatsanleihen hoch verschuldeter Euroländer künftig Zinsschwellen für jedes Land festzulegen. Demnach würde die EZB Staatspapiere von Krisenländern immer dann kaufen, wenn deren Renditen einen bestimmten Wert – im Vergleich zu denen für deutsche Bundesanleihen – überschreiten.

Italien-Renditen steigen wieder
Bei den Anleihen des ebenfalls von der Schuldenkrise betroffenen Eurolands Italien war die Entspannung nach dem «Spiegel»-Bericht allerdings nicht von langer Dauer. Nachdem die Rendite im zehnjährigen Bereich zunächst leicht zurückfiel, legte der Zinssatz im Nachmittagshandel wieder leicht um 0,02 Prozentpunkte auf 5,78 Prozent zu. Zum Vergleich: Die Rendite der als besonders sicher geltenden deutschen Bundesanleihe lag zuletzt bei 1,53 Prozent. (awp/mc/upd/ps)

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