EZB: Ruhe nach Geldflut zu Reformen nutzen

Mario Draghi

EZB-Präsident Mario Draghi.

Frankfurt am Main – Europas Währungshüter mahnen die Politik, die Ruhe nach der jüngsten Geldflut zu grundlegenden Reformen zu nutzen. Es sei «dringend erforderlich, dass die Regierungen weitere Schritte zur Wiederherstellung einer soliden Haushaltslage und zur Umsetzung der geplanten Strukturreformen unternehmen», heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht März der Europäischen Zentralbank (EZB).

Die EZB hatte Ende Februar knapp 530 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Es war das zweite Mal innerhalb von gut zwei Monaten, dass die EZB die Geldmärkte mit günstigen Milliardenkrediten mit bis zu drei Jahren Laufzeit flutete. «Die ersten Auswirkungen dieser Massnahmen sind positiv», bilanzierte die Notenbank, betonte aber zugleich: «Alle geldpolitischen Sondermassnahmen sind vorübergehender Natur.»

Beitrag zur Vermeidung einer Kreditklemme
Zwar deute einiges darauf hin, dass «Banken – selbst wenn sie in der Lage gewesen wären, an den Anleihemärkten längerfristige Mittel aufzunehmen – angesichts der geringeren Kosten dennoch einen starken Anreiz verspürt haben könnten, Geld beim Eurosystem aufzunehmen», schreibt die EZB. Zugleich jedoch versetze das Zentralbankgeld die Institute in die Lage, attraktivere Kredite zu vergeben. Das trage zur Vermeidung einer Kreditklemme bei.

Allmähliche Konjunkturerholung erwartet
Insgesamt beobachtet die EZB «Anzeichen für eine Stabilisierung der Wirtschaftstätigkeit im Euro-Währungsgebiet». Obwohl es weiterhin Risiken gebe, sei damit zu rechnen, «dass sich die Wirtschaft des Euroraums im Verlauf dieses Jahres allmählich erholt». (awp/mc/ps)

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