Finance Forum Liechtenstein blickt in die Zukunft der Finanzbranche

Finance Forum Liechtenstein blickt in die Zukunft der Finanzbranche
Urs Rohner, VR-Präsident Credit Suisse. (Bild: Credit Suisse)

Vaduz – Top-Referenten wie CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner, Verhaltensökonom Ernst Fehr und Wirtschaftsphilosoph Anders Indset haben am vierten Finance Forum Liechtenstein über die Zukunft der Finanzbranche diskutiert. Die Veranstaltung war mit 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausverkauft.

Die vierte Ausgabe des Finance Forums Liechtenstein stand unter dem Motto „Finance 2.0 – die Finanzbranche im Wandel“. Liechtensteins Regierungschef Adrian Hasler eröffnete die Tagung. Er betonte in seiner Ansprache, dass die Innovationsfähigkeit eine Schlüsselkompetenz für Finanzdienstleister wie auch für den Staat ist. Zudem nutzte Hasler die Gelegenheit und kündigte ein neues Gesetz für die Blockchain-Ökonomie an, um Innovation und Rechtssicherheit in diesem Sektor zu fördern. „Finance 2.0 ist in Liechtenstein bereits Realität“, so Hasler.

Rohner warnt davor, die Auswirkungen der digitalen Transformation zu unterschätzen
Nach einem Überblick über die technologischen Entwicklungen von PwC-Partner Daniel Diemers zeichnete Urs Rohner, Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, ein aktuelles Bild des Finanzplatzes Schweiz. Es sei von enormer Bedeutung, dass sich die Schweiz als führendes Zentrum in den Bereiche Private Wealth und Asset Management behaupten könne. Davon profitiere auch der Finanzplatz Liechtenstein, zumal die Rahmenbedingungen in beiden Staaten sehr ähnlich seien. Rohner warnte gleichzeitig davor, die Auswirkungen der digitalen Transformation zu unterschätzen. „Der fundamentale Wandel steht uns erst noch bevor. Wer das nicht erkennt, wird in ein paar Jahren nicht mehr da sein.“ Dennoch sieht Rohner den Einsatz der neuen technologischen Hilfsmittel keineswegs als Allheilmittel: „Das Vertrauen der Kunden zu gewinnen bleibt auch in Zukunft die Voraussetzung für erfolgreiches Banking.“

„Wir müssen uns noch besser verkaufen“
Anschliessend diskutierten auf dem Podium drei prominente Vertreter des Finanzplatzes Liechtenstein: Roland Matt, CEO der Liechtensteinischen Landesbank, Fritz Kaiser, Executive Chairman von Kaiser Partner, und Peter Marxer jun., Verwaltungsratspräsident der Continor Treuhand Anstalt. Nachdem die Altlasten bereinigt worden sind, gelte es nun wieder nach vorne zu blicken, waren sich die Diskutanten einig. Denn dank seiner Stabilität und des geballten Know-How sei der Finanzplatz Liechtenstein weiterhin für internationale Kunden sehr attraktiv. Allerdings gelte es die Vorzüge Liechtensteins aktiver zu kommunizieren. „Wir haben tolle Fortschritte gemacht, wir müssen uns aber noch besser verkaufen“, sagte Fritz Kaiser.

Nach der Pause sprach Professor Ernst Fehr über Emotionen und Risikoverhalten in der Finanzbranche. Der Verhaltensökonom gab zu bedenken, dass Märkte und Finanzprodukte häufig derart komplex seien, dass rationales Verhalten kaum möglich sei. Dabei kam er auch auf die hohen Gehälter und Bonizahlungen in der Finanzbranche zu sprechen. Fehr ist überzeugt, dass viele Leistungsziele ein kurzfristiges Handeln anstatt nachhaltigen Erfolg fördern. Die Unternehmen müssten daher einen Zeithorizont von mehreren Jahren wählen, um Leistungsziele fair beurteilen zu können.

Im anschliessenden Fintech-Flash präsentierten die Jungunternehmer Stefan Benkert und Felix Niederer ihre Startups. Benkert ist CEO von CreditGate24, einem Portal für Online-Kredite. Niederer ist Mitgründer und CEO von True Wealth. Der Zürcher Robo-Advisor verwaltet bereits Vermögen ab 5000 Franken.

Zum Abschluss betrat Wirtschaftsphilosoph Anders Indset die Bühne. Der norwegische Entertainer begeisterte das Publikum mit seiner erfrischend-frechen Art und schloss so das Finance Forum Liechtenstein mit einem rhetorischen Feuerwerk.

Ausverkaufte Veranstaltung
Rund 600 Entscheidungsträger und Finanzfachleute aus Liechtenstein, Österreich, Deutschland und der Schweiz verfolgten im Vaduzer Saal die Tagung. Die Teilnehmenden konnten sich aktiv einbringen, indem sie im Rahmen eines Votings ihre Meinung zu aktuellen Themen äusserten. Die Umfrage zeigte ein positives Stimmungsbild am Finanzplatz Liechtenstein. Im Anschluss an den Programmteil tauschten sich die Tagungsteilnehmer am Networking-Apero aus.
Das Finance Forum Liechtenstein ist eine der zentralen Eventplattformen für die Finanzbranche in der Schweiz und in Liechtenstein. Träger der Tagung ist die Regierung Liechtensteins, Veranstalter die Eventagentur Skunk AG. Zahlreiche Partner unterstützen das Finance Forum Liechtenstein, Kooperationspartner sind die zentralen Verbände des Finanzplatzes Liechtenstein. Im Vorfeld der Tagung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos verschiedene Workshops besuchen. (FFL/mc)

Finance Forum Liechtenstein

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