Frankreich erlässt Haftbefehl gegen Gründer von Genfer Bank Reyl

Dominique Reyl

Dominique Reyl, Gründer Bank Reyl. (Bild: Reyl)

Paris – Zwei französische Untersuchungsrichter haben gegen den Gründer der Genfer Privatbank Reyl Haftbefehl erlassen. Dominique Reyl war einer Vorladung nach Frankreich zu Ermittlungen wegen Steuerbetrugs nicht nachgekommen.

Dominique Reyl hätte am Mittwoch vergangener Woche in Frankreich vor zwei Untersuchungsrichtern erscheinen sollen. Durch seinen Anwalt liess sich Reyl mit einem Schreiben entschuldigen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag unter Berufung auf französische Justizkreise berichtete.

Offenbar waren die Gründe für Reyls Fernbleiben nicht überzeugend genug. Deshalb erliessen die Richter nun Haftbefehl gegen Reyl. Sie stellten zudem den Antrag, den Haftbefehl europaweit auszustellen, hiess es weiter.

Auch gegen Dominique Reyls Sohn François geht Frankreichs Justiz vor. Gegen den Generaldirektor der Genfer Bank läuft seit zwei Wochen ein Ermittlungsverfahren wegen Geldwäscherei im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung.

Geheimkonten
François Reyl war von französischen Untersuchungsrichtern angehört worden und darf seither das Land bis auf weiteres nicht verlassen. Reyl legte Berufung ein. Die Bank Reyl bezeichnet die französischen Massnahmen als ungerechtfertigt.

Gegen Vater und Sohn Reyl war bereits im Zusammenhang mit einem Geheimkonto des früheren französischen Budgetministers Jérôme Cahuzac ermittelt worden. Mit der Untersuchung und Vorladung an Dominique Reyl wollte die französische Justiz dem Mechanismus auf die Spur kommen, wie die Genfer Bank vermögenden Franzosen Geheimkonten eröffnen konnte. (awp/mc/ps)

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