GE Money Bank kommt am 30.10. an die Börse

Robert Oudmayer

Robert Oudmayer, CEO GE Money Bank. (Bild: GE Money Bank)

Zürich – Der Börsengang der Konsumkreditbank GE Money Bank soll am 30. Oktober stattfinden. Dabei sollen bis zu 68,3% der Aktien der Gesellschaft an die Börse gebracht werden. Für den Ausgabekurs wird ein Preis zwischen 43 und 51 CHF angepeilt, wie die GE Money Bank am Mittwoch mitteilte. Damit ergibt sich ein gesamtes Platzierungsvolumen – nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption – von 882 Mio bis 1’046 Mio CHF.

Der verkaufende Aktionär bietet laut Mitteilung bis zu 18 Mio Aktien mit einem Nennwert von 1 CHF an, was einem Anteil von 60% an den Aktien der Gesellschaft entspricht (Basisangebot). Zusätzlich erhalten die Konsortialbanken eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 2,5 Mio Aktien. Die Option kann innerhalb von 30 Tagen nach dem ersten Handelstag ausgeübt werden. Auf Basis der Ausgabekurse ergibt dies eine Marktkapitalisierung von 1,29 Mrd bis 1,53 Mrd CHF. Der Verkäufer und die Gesellschaft verpflichten sich laut Mitteilung zudem zur Einhaltung einer Sperrfrist von zwölf, respektive sechs Monaten nach der Kotierung.

Umbenennung in Cembra Money Bank
Das Bookbuilding-Verfahren soll am 16. Oktober beginnen und bis voraussichtlich am 29. Oktober 2013, 12.00 MEZ, dauern. Der endgültige Ausgabekurs und die definitive Anzahl der angebotenen Aktien sollen am 30. Oktober 2013 vor Handelsbeginn publiziert werden. Zum Zeitpunkt des Börsengangs wird die GE Money Bank, wie angekündigt, in Cembra Money Bank umbenannt.

Die GE Money Bank hatte Anfang Oktober den IPO für das vierte Quartal des laufenden Jahres angekündigt. Seit längerem ist bekannt, dass sich der US-Mischkonzern GE vom Schweizer Konsumkreditgeschäft trennen will. Bereits Ende 2012 gab es Medienberichte darüber, dass die GE Money Bank verschiedenen Finanzinstituten zum Kauf angeboten wurde.

Nicht vergleichbar mit Ledermann
Das Management zeigte sich optimistisch hinsichtlich des Börsengangs und sprach an einem Call für Journalisten von einem «weiteren Meilenstein in der Geschichte der Bank». Der Rückzug der IPO-Pläne von Ledermann Immobilien letzte Woche ändere an den Absichten von GE Money Bank nichts. «Unser Börsengang ist etwa in Bezug auf die Branche oder die Grösse nicht damit vergleichbar», sagte CEO Robert Oudmayer. Der Börsengang von Ledermann war anscheinend am mangelnden Interesse von Seite institutioneller Investoren bzw. an deren Preisvorstellungen gescheitert. Oudmayer seinerseits sprach von einem «grossen Interesse» am Börsengang. «Die bisherigen Reaktionen auf unsere Pläne sind ermutigend», sagte er. Bezüglich Dividendenrendite – spekuliert wird, dass sie über 5% betragen könnte – wollte sich Finanzchef Richard Laxer auf keine Details einlassen, meinte aber, dass sie im Vergleich mit anderen Schweizer Banken sicher vergleichbar sein werde.

GE Money Bank hatte Anfang Oktober den IPO für das vierte Quartal des laufenden Jahres angekündigt. Seit längerem ist bekannt, dass sich der US-Mischkonzern GE vom Schweizer Konsumkreditgeschäft trennen will. Bereits Ende 2012 hatte es Medienberichte darüber gegeben, dass die GE Money Bank verschiedenen Finanzinstituten zum Kauf angeboten wurde. Offenbar hatte die Konkurrentin Aduno (u.a. im Besitz der Kantonalbanken, von Raiffeisen und Migros Bank) einen Kauf geprüft, aber wieder verworfen.

Seit 1997 im Konsumkreditgeschäft
Die GEMB mit Hauptsitz in Zürich ist nach eigener Einschätzung ein «profitables, gut geführtes Unternehmen mit einem soliden Kundenstamm». Die Konsumkreditanbieterin hat 25 Filialen, vertreibt ihre Produkte aber auch über alternative Vertriebskanäle wie Internet, Kreditkartenpartner, unabhängige Vertreter und über 3’200 Autohändler. Das Unternehmen erzielte laut eigenen Angaben 2012 einen Reingewinn von 133 Mio CHF. Die Forderungen gegenüber Kunden beliefen sich per Mitte Juni auf über 4 Mrd CHF, die konsolidierte Kernkapitalquote auf Pro-forma-Basis betrug 19,6%. GEMB beschäftigt rund 700 Vollzeitangestellte und betreut etwa 618’000 Kunden.

Die zum US-Mischkonzern General Electric gehörende GE Capital war 1997 mit der Übernahme der Bank Aufina und dem Kauf der Bank Prokredit im Jahr 1998 in den Schweizer Markt eingestiegen. 2006 war das Konsumkreditgeschäft von GE unter der Marke GEMB zusammengeführt worden. Dass sich der US-Mischkonzern GE vom Schweizer Konsumkreditgeschäft wieder trennen will, ist seit längerer Zeit bekannt. Bereits Ende 2012 gab es Berichte darüber, dass die GE Money Bank an verschiedene Institute zum Kauf angeboten wurde. Als Interessenten waren damals unter anderen die UBS und im Sommer auch die Aduno-Gruppe gehandelt worden.

S&P vergibt Einstufungen «A-/A-2», Ausblick «negativ»
Die Kreditwürdigkeit der neuesten Schweizer Börsenkandidatin wird von der Ratingagentur Standard&Poor’s mit «A-» für die langfristigen und «A-2» für die kurzfristigen Verbindlichkeiten eingestuft. Den Ausblick stuft S&P als «negativ» ein, wie die Ratingagentur am Donnerstag mitteilte.

Das Rating reflektiert laut Mitteilung eine «schwache» Geschäftsposition von GEMB vor allem aufgrund der geringen Expansionsmöglichkeiten, die «sehr starke» Kapitalisierung und Ertragsgenerierung, eine «moderate» Risikoposition, «durchschnittliche» Eigenmittel und eine «adäquate» Liquidität. Auf eine potenzielle Stützung des Instituts durch die Schweizer Behörden zählt S&P nicht, da die Bank nur eine geringe systemische Bedeutung für die Finanzindustrie habe.

Zum negativen Ausblick kommt S&P aufgrund von steigenden wirtschaftlichen Ungleichgewichten in der Schweiz. Zudem gebe es Risiken im Zusammenhang mit der Umbenennung der Bank sowie mit der künftigen Finanzierungsstrategie.  (awp/mc/upd/pg/cs)

 

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