Goldman Sachs enttäuscht mit Anleihegeschäft

Lloyd Blankfein
Goldman Sachs-CEO Lloyd Blankfein. (Paul Elledge Photography/Wikimedia, Licensed under CC BY-SA 3.0 via Commons)

New York – Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat zu Jahresbeginn überraschend wenig vom Handel an den Finanzmärkten profitiert. «Das geschäftliche Umfeld war gemischt», sagte Bankchef Lloyd Blankfein am Dienstag in New York. Dass die Bank im ersten Quartal letztlich doppelt so viel verdiente wie ein Jahr zuvor, ging angesichts des schwachen Handelsergebnisses fast unter.

Vor allem im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen blieb Goldman Sachs hinter den Erwartungen der Analysten und Anleger zurück. Die Erträge in diesem Bereich blieben lediglich stabil, wohingegen Rivalen wie JPMorgan Chase , Citigroup und die Bank of America deutliche Zuwächse verzeichnet hatten. Das Aktiengeschäft bei Goldman Sachs musste sogar Einbussen hinnehmen.

Aktie verliert
Angesichts der politischen Unsicherheiten hatten viele Anleger ihre Portfolios umgeschichtet, woran die Banken über Gebühren partizipieren. Entsprechend enttäuscht reagierten die Anleger auf das Abschneiden von Goldman Sachs: Vorbörslich fiel der Aktienkurs am Dienstag um 2,5 Prozent.

Anders als Universalbanken wie JPMorgan verfügt Goldman Sachs über kein klassisches Privatkundengeschäft, sondern konzentriert sich auf den Kapitalmarkt, grosse Firmenkunden und Wohlhabende.

Gewinn verdoppelt
Gut entwickelte sich im ersten Quartal das Beratungsgeschäft etwa bei Fusionen und Übernahmen. Besonders kräftig legte das Investment- und Kreditgeschäft zu nach einem äusserst schwachen ersten Quartal 2016.

Die konzernweiten Erträge – also die gesamten Einnahmen – stiegen vor diesem Hintergrund um knapp 27 Prozent auf 8,0 Milliarden Dollar. Die Kosten legten verglichen zum Vorjahreszeitraum weniger stark zu. Dadurch gelang es dem Wall-Street-Haus, den Gewinn auf unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar zu verdoppeln. Die Quartalsdividende steigt nun von 65 auf 75 Cent. (awp/mc/upd/ps)

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