Grimaldi & Partners: Euro-Europa ist der derzeit attraktivste Aktien-Anlageraum

Grimaldi & Partners: Euro-Europa ist der derzeit attraktivste Aktien-Anlageraum

Silvano Grimaldi, Grimaldi & Partners AG, Zürich.

Zürich – Die Freigabe der Eurountergrenze war eine kalte Dusche, allerdings ist das Jahr noch jung und die Aussichten sind für Schweizer Anleger trotzdem gut, zum Beispiel für die Euroaktienmärkte. Das Quantitative Easing (Kaufen von Staatsanleihen) der EZB, zusammen mit einem niedrigen Eurowechselkurs und Ölpreis dürften die EU-Wirtschaft stimulieren. Euro-Europa ist der derzeit attraktivste Aktien-Anlageraum.

Von Silvano Grimaldi, Grimaldi & Partners 

Die US Wirtschaft liegt in einem soliden konjunkturellen Aufschwung. Der Zinsentscheid dürfte eher in der zweiten Jahreshälfte kommen, eine trendlose Volatilität ist zu erwarten. Der SP500 soll vor allem durch den Technologie- und Health-Care Sektor getragen werden. Japan beurteilen wir als attraktiv. Die Chancen überwiegen die Risiken.

Schweiz mit beschränktem Erholungspotential
In der Schweiz ist für den SMI das Erholungspotential etwas beschränkt. Es ist noch nicht klar, wie sich die Euro-Wechselkurs-Freigabe real auf die Schweizer Wirtschaft  auswirken wird. Allerdings werden nicht alle Schweizer Unternehmen gleich negativ beeinflusst werden. Der SMI könnte sich also trotz Währungskurs-Aufwertung besser als erwartet schlagen. Allerdings wird es Zeit brauchen, bis ein Aufwärtstrend entstehen wird. Aktien von internationalen Konzernen dürften besser abschneiden als diejenigen von Unternehmen, welche stark exportorientiert sind. In Ergänzung zu den international tätigen SMI-Unternehmen dürfen Aktien von Firmen, die praktisch nur in der Schweiz tätig (und deshalb den Währungsturbulenzen nicht ausgesetzt) sind, mit hoher Dividendenrendite attraktiv sein (Beispiele: Swisscom, Burkhalter).

Parität des US-Dollars zum Schweizer Franken erwartet
Der Euro ist unterbewertet. Experten sehen die Parität zum Schweizer Franken um über 1.20. Im Laufe des Jahres könnte der Euro gegen 1.10 zum Franken tendieren, dies im Zusammenhang mit dem zu erwartenden Wirtschaftsaufschwung in der Eurozone. Der US Dollar hat sich seit der Freigabe der Eurountergrenze bereits um ca. 10% erholt zum Schweizer Franken. Getragen von einer guten Wirtschaftslage in den USA und von der Zinsanstiegs-Erwartung dürfte er wieder die Parität erreichen.

Der niedrige Ölpreis als ein wichtigster Inflationstreiber drückt die Inflationserwartungen nach unten. Vom Tiefstand dürfte er sich während der kommenden Wochen etwas erholen und sich über der 60 US-Dollar-Grenze etablieren. Die Zinsen dürften damit wohl noch für einiger Zeit auf tiefem Niveau verharren. Eine nachhaltige Erholung des Goldes ist nicht zu erwarten. Ein Erstarken des US-Dollars wirkt sich historisch negativ auf den Goldpreis aus.

Fazit
Die Kombination von tiefen Zinsen, expansiver Geldpolitik und guter Unternehmensgewinnen dürften sich im Jahresverlauf kurssteigernd auswirken. Nach der Januarkorrektur sollten Anleger die Gewichtung des Schweizer Aktienmarktes reduzieren und mehr in Aktien der Eurozone investieren. Schliesslich wird eine Aufwertung des Euro dem Schweizer Anleger zusätzlich Währungsgewinne bescheren. (Grimaldi/mc/hfu)

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