Hypothekarzinsen steuern auf Tiefstand zu

Immobilien
(Foto: C. Schiller - Fotolia.com)

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Zürich – Das Zinsklima bleibt für Schweizer Eigenheimbesitzer äusserst günstig: Die Zinsen für Festhypotheken sind im zweiten Quartal 2014 weiter markant gesunken und nähern sich dem Rekordtief von 2012 – trotz der Diskussion um verschärfte Regeln zur Hypothekenvergabe. Dies zeigt das aktuelle Hypotheken-Barometer des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch.

Die schon oft erwartete Zinswende auf dem Schweizer Hypothekarmarkt bleibt weiter aus. Der erneute Zinsrückgang zu Jahresbeginn war nicht bloss ein kurzes Intermezzo. Vielmehr sanken die Richtzinsen für Festhypotheken im zweiten Quartal nochmals deutlich – und inzwischen nähern sie sich wieder dem historischen Tiefstand von Ende 2012.

Tiefere Zinsen bei Versicherungen
Ein Blick auf die Zinskurve des aktuellen Hypotheken-Barometers von comparis.ch zeigt: Vor allem die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken sind im Laufe des zweiten Quartals deutlich gesunken, von 2,4 auf 2,2 Prozent. Zehnjährige Festhypotheken konnten von Kunden mit guter Bonität im vergangenen Quartal oftmals gar unter der psychologischen Schmerzgrenze von 2 Prozent abgeschlossen werden. Die Zinsen für fünfjährige Laufzeiten gingen von 1,6 auf 1,4 Prozent zurück, gut verhandelte Geschäfte konnten zu 1,2 bis1,3 Prozent abgeschlossen werden. Damit liegen die Zinsen wieder auf dem gleichen Niveau wie vor gut einem Jahr und nahe am Rekordtief von Ende 2012.

Auffallend bei den zehnjährigen Laufzeiten sind markante Unterschiede zwischen den Zinssätzen von Banken und Versicherungen. Der Vergleich der drei günstigsten relevanten Versicherungen und Banken zeigt: Bei den Versicherungen zahlen Kunden im vergangenen Quartal im Schnitt 0,2 Prozentpunkte weniger Zinsen als bei den Banken. Je nach Bonität des Kunden klaffen die Unterschiede noch stärker auseinander. Differenzen von bis zu einem halben Prozent waren feststellbar.

Verschiebung bei Nachfrage
Auf der Nachfrageseite zeigte sich im zweiten Quartal eine markante Verschiebung von mittel- hin zu langfristigen Laufzeiten. Bei den Neuabschlüssen von Festhypotheken zwischen April und Juni bevorzugten drei Viertel der Schuldner Festhypotheken mit langfristigen Laufzeiten zwischen 7 und 15 Jahren. Knapp ein Viertel wählte mittelfristige Laufzeiten zwischen 4 und 6 Jahren. Nur 3 Prozent entschieden sich für kurzfristige Laufzeiten von 1 bis 3 Jahren.

Neue Vergaberegeln haben wenig Auswirkungen
Viele Eigenheimbesitzer treibt derzeit die Frage um, ob sie ihren Traum vom Eigenheim möglicherweise begraben müssen, nachdem die Banken Ende Juni die Anforderungen bei der Hypothekenvergabe verschärften und der Bundesrat die Selbstregulierung begrüsste. Demnach müssen Neuhypotheken bereits nach 15 statt wie bisher nach 20 Jahren zu zwei Drittel amortisiert sein.

«Die rekordtiefen Zinsen sind nach wie vor attraktiv für Immobilienkäufer. Trotz der schärferen Vergaberichtlinien ist der Traum vom Eigenheim noch lange nicht ausgeträumt. Nur jeder zwanzigste potenzielle Immobilienkäufer wird angesichts der neuen Bedingungen wohl eine günstigere Immobilie suchen müssen. Denn die Auswirkungen der verschärften Amortisation sind gering. Zudem können betroffene Hypothekarnehmer oftmals mehr Eigenmittel beisteuern, durch Erhöhung des Vorerbes, Familien-Darlehen oder Vorsorgegelder», erklärt comparis.ch-Mediensprecher Felix Schneuwly. (comparis.ch/mc/pg)

Datengrundlage von comparis.ch
Die Angaben zu den Zinssätzen basieren auf den Richtzinssätzen von rund 65 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Für die nachgefragten Laufzeiten wurden die Finanzierungsgesuche ausgewertet, welche Kreditsuchende bei der Comparis-Schwesterfirma HypoPlus nach einer unabhängigen Beratung angaben. Die Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen die Zinsen der Hypothekarofferten unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Die Datengrundlage der Nachfrage wurde geändert. Daher ist kein direkter Vergleich zu den Vorquartalen möglich. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Anfang Oktober 2014.

comparis.ch

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