IHAG-Kommentar: Börsen in abwartender Haltung

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Börsen entwickelten sich in der letzten Woche uneinheitlich. Der S&P500 beendete die Woche auf einem unveränderten Stand, obwohl Unternehmen wie Facebook (Wochengewinn: 9.9%) sehr gute Resultate zeigten. In Japan stieg der Nikkei um 1.6% und scheint damit aus der Seitwärtsbewegung ausbrechen zu können. Der Index ist noch etwa 5% vom Höchst entfernt. In Europa verlor der Dax 0.7%, was vor allem auf einen starken Rückgang am Freitag zurückzuführen war. Als starke Exportnation ist Deutschland besonders betroffen von der Krise in der Ukraine. In der Schweiz gewann der SMI 0.7%. Geholfen hat der Kurssprung bei Julius Bär (+9.0%), aber auch ABB (+5.7%) und Adecco (+3.4%) glänzten mit einer überdurchschnittlichen Performance

Bei den Währungen bröckelte der Euro weiter ab. Gegenüber dem USD verlor er 0.57%. Die europäische Einheitswährung hat seit dem Top vom Mai etwa 3.5% verloren. Wir denken, dass der Euro noch etwas schwächer werden könnte. Die ganz grossen Verluste erwarten wir jedoch nicht. Der EUR/CHF handelt unverändert und der USD/CHF beendete die Woche bei 90 Rappen.

Trend zu tiefen Zinsen weiter intakt
In der Zinslandschaft gibt es generell wenige Veränderungen und der Trend zu tiefen Zinsen bleibt intakt. Der Ölpreis beendete die Woche ebenfalls unverändert. Die angespannte Situation in der Ukraine übt zurzeit keinen Einfluss auf den Preis mehr aus. Gold verlor innert Wochenfrist 0.7%. Es ist sicherlich erstaunlich, dass Gold nicht stärker von den geopolitischen Unsicherheiten profitieren kann. Fakt ist aber, dass Investoren als sichere Häfen Staatsanleihen bevorzugen und nicht Gold, was sich am Abfluss von etwa 52 Tonnen aus Gold-ETP’s seit Jahresbeginn zeigt.

Zweigeteiltes Bild bei Unternehmenszahlen
Die Investoren hatten in der letzten Woche eine grosse Menge an Unternehmensabschlüssen zu verdauen. Ersichtlich ist ein zweigeteiltes Bild. In den USA können die Unternehmen in der Regel bessere Zahlen zeigen, währendem es in Europa und der Schweiz eher harzt. Etliche exportorientierte Unternehmen klagen immer noch über den hohen EUR bzw. CHF. Die Firmen können zwar in Lokalwährungen teilweise ein schönes Wachstum zeigen, was aber durch Währungsverluste grösstenteils wieder zunichte gemacht wird. Wir denken, dass dieser Trend so weiter geht und die Quartalszahlen den europäischen Indizes kaum Impulse für einen Ausbruch nach oben geben dürften.

Licht und Schatten n Europa
Dasselbe Bild zeigt sich bei den Makrodaten, die in den USA mehrheitlich überzeugender ausfallen als in Europa. So ist beispielsweise am Freitag der wichtige Ifo-Index aus Deutschland bereits zum dritten Mal in Folge gefallen. Es gibt aber auch Lichtblicke in Europa. So dürfte die spanische Wirtschaft im 2. Quartal gemäss Schätzungen der Zentralbank etwa 0.5% gewachsen sein. Damit sollte Spanien im ersten Halbjahr etwa auf ein annualisiertes BIP-Wachstum von 1.8% gekommen sein, was überraschend gut ist. Damit scheinen sich die von Spanien getätigten Reformen auszuzahlen. Um von diesem positiven Trend zu profitieren, empfehlen wir die Aktien der spanischen Bank BBVA zum Kauf.

Auf der politischen Front ging der Ukraine-Konflikt in eine neue Runde. Der Abschuss der Passagiermaschine MH 17 hat Putin nicht zum Umdenken bewogen, sondern er lässt im Gegenteil noch stärker in den Konflikt eingreifen. Gemäss Aussagen der USA gestützt auf Satellitendaten beschiessen die Russen über die ukrainische Grenze mittels Artillerie die Regierungstruppen. Zusätzlich liefern die Russen immer mehr Waffen an die Aufständischen. Im Zuge dessen hat die EU weiter reichende Sanktionen gegen Russland beschlossen. Diese betreffen den Zugang gewisser Unternehmen zum europäischen Kapitalmarkt, aber auch Exporte. Diese Massnahmen dürften auch kleinere Einbussen in den Exportstatistiken einiger europäischen Ländern hinterlassen, was jedoch verschmerzbar ist.

Investiert bleiben – mit neuen Käufen zuwarten
Wir empfehlen den Investoren generell investiert zu bleiben, würden aber bei neuen Käufen zuerst die Quartalszahlen abwarten. Dies gilt insbesondere für europäische Exportunternehmen, wo die Chancen für positive Gewinnüberraschungen eher klein sind. (IHAG/wum/mc/ps)

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