IHAG Kommentar: Börsen mit Rebound

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Aktienmärkte zeigten in der letzten Woche ein gemischtes Bild. Am besten performten die US-Märkte, was vor allem auf gute Quartalszahlen zurückzuführen ist. Wichtigstes Beispiel ist Apple (Wochengewinn: 5.2%), die den Gewinn im 1. Quartal fast verdoppeln konnten. Der Nasdaq und der S&P500 kletterten um 1.8% bzw. 2.3% nach oben.

In Europa gewann der Dax 0.8%, der DJ Stoxx 50 bewegte sich seitwärts und der SMI verlor 2.0%, was auch auf schwächere Bankwerte, wie z.B. Credit Suisse (Wochenverlust: 6.9%) zurückzuführen ist. Auf der Währungsseite gab es wenig Bewegung. Der EUR/CHF hielt das Niveau von 1.20 und der EUR/USD tendierte leicht höher. Der neugewählte SNB-Präsident Jordan bekräftigte nochmals die Absicht den Mindestkurs mit aller Kraft zu verteidigen, was aber unter Umständen die Devisenreserven stark vergrössern könnte. Der Ölpreis verteuerte sich in der letzten Woche leicht um 0.9% auf USD 119.7/bbl. Fundamental bleibt die Nachfrage in den Staaten der OECD sehr schwach. Gleichzeitig lässt aber auch das Nachfrage-Momentum in den Emerging Markets nach. Diese Faktoren sprechen mittelfristig für einen tieferen Ölpreis. Ein Unterschreiten der Marke von USD 100/bbl erwarten wir gleichwohl nicht. Der Goldpreis stieg leicht um 1.4% auf USD 1‘664 pro Feinunze. Eine schwache physische Nachfrage verhindert zurzeit eine grössere Preisbewegung gegen oben.

Gute Unternehmensresultate, schlechte Neuigkeiten von der Makrofront
Die Börsen befinden sich im Spannungsfeld von teilweise guten Unternehmensresultaten und schlechten Neuigkeiten von der Makrofront. Vor allem in Europa ist das Bild düster, nachdem der Einkaufsmanager-Index selbst in Deutschland deutlich unter die Marke von 50 gefallen ist. Spanien ist in der Rezession, die Arbeitslosigkeit ist im 1. Quartal von 22.85% auf 24.44% angestiegen und die Ratingagentur S&P hat das Land heruntergestuft. Aber auch in den Emerging Markets ist die Lage weniger rosig als auch schon. Zu nennen ist in diesem Zusammenhang China. Firmen wie ABB oder Caterpillar berichten in ihren Quartalsausweisen von einem Nachfragerückgang in China, was eine Folge der restriktiveren Geldpolitik vom letzten Jahr ist. Wir denken, dass eine Abkühlung der Aktivitäten in China gesund ist und glauben nach wie vor an ein Soft Landing. In Europa dürfte allerdings die Phase schlechter Wirtschaftsnachrichten im Zuge der Austeritätsmassnahmen anhalten, was die Börsen weiter belasten wird. Auf der anderen Seite stehen die Unternehmensresultate. In den USA haben bis jetzt etwas mehr als die Hälfte der S&P500-Unternehmen ihre Quartalszahlen auf den Tisch gelegt und 75% konnten die Erwartungen übertreffen. Dabei sind die Gewinne im Schnitt um 5.3% gestiegen, wobei im Vorfeld lediglich ein Gewinnwachstum von 0.8% erwartet wurde. Diese besseren Unternehmensresultate haben den Aktienmärkten nochmals zu einem Rebound verholfen. Wir denken, dass die positiven Effekte bald auslaufen und die Märkte wieder unter den Einfluss der negativen Makrofaktoren geraten werden. Dazu gesellen sich politische Risiken, wie die bevorstehenden Wahlen in Frankreich und Griechenland.

Weiterhin Vorsicht geboten
Wir bleiben deshalb vorsichtig und würden nur selektiv in jene Gesellschaften investieren, die die Erwartungen übertroffen haben. Beispiele dazu sind in Europa Essilor oder Royal Dutch Shell, welche die Ölförderung im 1. Quartal stark ausweiten konnte. Nach der kleinen Korrektur bietet sich in SAP eine Kaufchance. Die Firma gab gute Prognosen fürs laufende Quartal bekannt und profitiert von der starken Nachfrage nach HANA, einer Software für die Echtzeit-Analyse von riesigen Datenmengen. In den USA gefallen uns die Papiere des Getränkeherstellers Dr Pepper Snapple. Das Unternehmen liegt mit seinen nicht cola-haltigen Getränken im Trend und die Aktie dürfte aufgrund ihres defensiven Charakters in den nächsten Monaten outperformen. (IHAG/mc/hfu)

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