IHAG Kommentar: Entspannung – Verkaufsdruck hat nachgelassen

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Zürich – In der abgelaufenen Woche kam es an den globalen Börsen endlich zu einer Erholung. Geholfen hat sicher, dass die Peoples Bank of China am Montag den Yuan etwas aufgewertet hat und die dortigen Börsen entgegen den Befürchtungen nicht auch noch eingebrochen sind. Damit gelang eine lange ersehnte Gegenbewegung. Der S&P 500 gewann über die Woche 2.8%, der Euro Stoxx 50 4.2%, der DAX 4.7% und der SMI 2.7%. In der Schweiz kam es bei Nestlé anlässlich der Jahrespräsentation zu Gewinnmitnahmen von gegen 4% (Wochenverlust 1.5%).

Auch bei den Zinsen kam es zu einer Stabilisierung. Die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen pendelten in den USA um 1.75%, in Deutschland um 0.20% und in der Schweiz um -0.30%. Nachdem der EUR/USD in der Vorwoche kurz über 1.13 geklettert war, kam er wieder auf 1.11 retour. Der CHF schwächte sich zum USD um 1 Rappen auf 99 Rappen leicht ab. Der EUR/CHF hielt sich über die Woche bei 1.10.

Gold war in der Vorwoche wieder als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten gesucht und bis auf USD 1260 pro Unze geklettert, konsolidiert nun bei USD 1220. Der Ölpreis entwickelte sich nervöser, weil anfangs Woche Russland und Saudiarabien das Gespräch suchten und Hoffnung auf mehr Disziplin aufkeimte. Allerdings einigte man sich nur auf ein Einfrieren der hohen Förderquoten, nicht aber auf eine Reduktion. Mit USD 33 bleibt das Barrel Brent in einem abwartenden Seitwärtskanal zwischen USD 30 und USD 36. Allerdings fiel WTI in den USA am Freitag wieder auf USD 30. Iran berichtete, dass innert 2 Tagen 7 Mio. Barrel Öl exportiert worden sei, davon 4 Mio. nach Europa.

Das Schlimmste überstanden?
Der Kurszerfall in der Vorwoche kam einer Kapitulation schon ziemlich nahe. Immerhin tauchte der SMI innert 2 Monaten im Tiefst bei steigenden Volumen über 15% und der DAX gar 20%. Der S&P 500 bewegt sich etwas weniger nervös und gab 11% nach. Die Chance besteht, dass das Schlimmste nun überstanden ist. Allerdings kam die Erholung unter weniger Volumen zustande, als die Verkaufswellen. Shorttrader und Computerprogramme verstärken die Abwärtsbewegung, wenn wichtige technische Limiten fallen. Die Bullen kämpfen mit den Bären. Der normale Investor ist noch in der Schockstarre, hat vielleicht etwas Cash gemacht, aber mag noch nicht zukaufen.

Nestlé: Vorsichtiger Ausblick negativ aufgenommen
Europa befindet sich mitten in der Berichtesaison. Die Risiken präsentieren sich asymmetrisch. Bei guten oder innerhalb der Erwartung liegenden Abschlüssen halten die Kurse, aber bei leichten Enttäuschungen kommt es zu einer Abgabewelle. So geschehen bei Nestlé, welche sich in einem schwierigen Umfeld passabel und im Vergleich zu ähnlichen Konsumgüterfirmen sogar gut schlägt. Aber die Erwartungen waren höher und ein vorsichtiger Ausblick wird negativ aufgenommen. Im SMI wird es immer schwieriger, solide Performer zu finden. Über die Pharmatitel fegte eine Abgabewelle aus den USA, insbesondere bei Novartis. Die Banken will auch niemand mehr kaufen und bei Nestlé ist etwas die Luft draussen. Ähnlich beim DAX, wo die Autowerte trotz Rekordjahr im laufenden Jahr teils über 20% verloren haben (Daimler -18%, VW -24%, BMW -24%).

Auch wir würden abwarten, bis sich die Lage stabilisiert hat. Bei Titeln, welche in einem strukturellen Wachstumstrend liegen und bereits berichtet haben, ergeben sich Zukaufsmöglichkeiten, trotz optisch hoher Bewertung. Essilor ist der globale Leader bei Brillengläsern mit einem Marktanteil von ca. 25%, einem organischem Wachstum von gegen 5% und kann dank des starken Cashflows immer wieder gute Akquisitionen tätigen und den Marktanteil weiter ausbauen. Orpea wuchs über 20% und will auch im laufenden Jahr zweistellig zulegen. Gut gefallen uns in der Schweiz Roche und Lonza, welche positive Ausblicke machen konnten und sich charttechnisch zu erholen beginnen. (IHAG/mc)

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