IHAG-Kommentar: Europas Wirtschaft wächst leicht

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Die Aktienmärkte zeigten in der letzten Woche ein uneinheitliches Bild. Am besten entwickelte sich der Nikkei mit einem Wochenplus von 3.6%, nachdem die Regierung die zweite Erhöhung der Mehrwertsteuer eventuell verschieben könnte. In den USA gewann der S&P500 0.4%. Der dortige Markt kletterte ohne grosse News in kleinen Schritten nach oben. In Europa büsste der Dax 0.4% ein. Das eigentlich für europäische Verhältnisse nicht schlechte BIP-Wachstum von 0.2% im 3. Quartal half nicht. Der Schweizer Markt gewann 1.1%. An der Spitze standen Swisscom und Syngenta mit Wochengewinnen von jeweils über 3%.

Seit die EZB unter Draghi eine noch offensivere Geldpolitik mit Quantitative Easing ankündigte, steht der CHF erneut unter Aufwertungsdruck. In der vergangenen Woche näherte sich der EUR/CHF mit 1.2017 bedrohlich nahe der Untergrenze von 1.20 und die SNB muss wohl am Markt intervenieren, indem Euro gekauft werden. Am Ende vom Tag übernimmt die SNB das Quantitative Easing für die EZB. Der Euro verteuerte sich gegenüber dem USD leicht um 0.5% und es scheint sich langsam eine Bodenbildung abzuzeichnen.

Anhaltende Talfahrt beim Ölpreis
Der Ölpreis verlor in der letzten Woche 5.8% und sucht immer noch nach einem Boden. Seit Jahresanfang beträgt der Verlust mehr als 30%. Möglicherweise kann das OPEC-Meeting von Ende Monat dem Markt eine neue Richtung geben. Der Goldpreis entwickelte sich über die Woche seitwärts. Unterstützung erhält der Markt von der physischen Nachfrage, die nicht ganz so schwach wie erwartet ist. Gleichzeitig fiel das Angebot im 3. Quartal 7.2% unter den Vorjahreswert, was auf eine tiefere Minenproduktion und weniger Altgold zurückzuführen ist. Insgesamt könnte sich der Preis auf diesem Niveau stabilisieren.

Das europäische BIP-Wachstum vom 3. Quartal zeigt, dass die dortige Wirtschaft nicht in einen Krisenmodus zurückgekehrt ist. Auf der Länderebene wuchs Deutschland 0.1% und Frankreich sogar 0.3%, wobei dieser Wert nicht nachhaltig erscheint. Verantwortlich dafür waren nämlich Staatsausgaben und ein Lageraufbau, wärenddem die Investitionen und der Handel schwächelten. In Griechenland stellte sich ein Rebound von relativ hohen 0.7% ein, wobei der Weg zur Normalisierung lang ist, weil die Wirtschaft vom Peak doch um fast 30% eingebrochen ist. Insgesamt erwarten wir auch mittelfristig keinen Rückgang der EU-Wirtschaft, sondern ein leichtes Wachstum im nächsten Jahr. Damit dürfte auch die Börse leben können. Es bleiben jedoch politische Risiken, wozu vor allem der Ukraine-Konflikt zählt. Die Kämpfe haben wieder an Heftigkeit gewonnen, wobei die Separatisten keine neuen Gebiete erobern konnten.

In den USA läuft die Wirtschaft unverändert gut. Wichtige Wachstumstreiber sind der Arbeitsmarkt mit einem monatlichen Stellenzuwachs von über 200‘000 und Schieferöl, was den Ölpreis drückt und dem Konsumenten zu einer Art Steuersenkung verhilft.

Mittelfristig verhaltener Optimismus für Börsen
Für die Börsen sind wir mittelfristig verhalten positiv. Saisonale Faktoren und die gute Gewinnentwicklung in den USA sprechen für Dividendenpapiere. Nach dem Abschluss der Q3-Earnings Season im S&P500 beträgt das Gewinnwachstum für 2014 erwartete 11.3% und soll sich im nächsten Jahr auf etwa 14% beschleunigen, was interessant erscheint. In Europa ist die Hoffnung auf ein Quantitative Easing eine Kursstütze. Kurzfristig fehlen jedoch etwas die Impulse und die Börsen könnten dadurch volatil seitwärts tendieren. Faktoren für eine grössere Korrektur sehen wir jedoch nicht.

Bei den Einzeltiteln gefallen uns die Aktien von Ralph Lauren (RL). Die Firma zeigte gute Zahlen und will in diesem Quartal nochmals neue Läden eröffnen, was der Umsatzbeschleunigung helfen sollte. Die Aktie hat bisher dieses Jahr underperformt, könnte aber nun vor dem Ausbruch stehen.

In Deutschland sind die Papiere von Symrise nach wie vor interessant. Der Konkurrent von Givaudan rapportierte in der vergangenen Woche hervorragende Quartalszahlen. So wurde der Reingewinn gegenüber dem Vorjahr um hohe 26% auf EUR 176 Mio. gesteigert. Treiber ist hier klar die Übernahme der Diana-Gruppe, welche Symrise das Vorstossen in neue Märkte ermöglicht. (IHAG/wum/mc/ps)

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