IHAG-Kommentar: Investoren lauern auf tiefere Kurse

Symbolbild IHAG Privatbank

Zürich – Nach einem verhaltenen Wochenstart sprang der DAX am Mittwoch auf ein neues All-Time-High und der Euro Stoxx 50 auf ein Fünfjahreshoch. Den Mittwochrekord konnte der DAX halten und am Freitag sogar übertreffen. Über die Woche legte der DAX 2.9% zu, der Euro Stoxx 50 1.9% und der SMI 1.4%. Nach einem Taucher am Montag erholte sich der S&P 500 wieder, litt aber gegen Sitzungsende am Freitag unter Abgaben und beendete die Woche 0.2% im Minus. Vor dem langen Wochenende, der Montag ist wegen dem Martin Luther King Day geschlossen, wollte man sich wohl nicht exponieren.

Bei diversen Schweizer Small Caps kam es auch diesmal zum vielfach beobachteten Januar-Rally. Die 50 grössten Schweizer Werte werden im laufenden Jahr von Actelion angeführt (+16%), aber auch UBS (+13%) und Lonza (je +10%) können bereits eine zweistellige Performance vorweisen.

«Range Trading» bei Devisen
Nachdem die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen in den USA am Freitag der Vorwoche zurückkamen, konsolidierten sie bei 2.8%. In Deutschland und der Schweiz glitten die Renditen ein paar Basispunkte zurück. Bei den Devisen bleib es ruhig, was die Händler als „Range Trading“ bezeichnen. Der USD startete anfangs Woche zwar schwach, konnte sich dann aber wieder fangen.

Gold versucht einen Ausbruch über die Marke von USD 1250 die Unze, was mit dem Wochenschluss von USD 1252 knapp gelang. Es wird sich nun zeigen, ob neue Kraft gegen oben aufgebaut werden kann. Sonst scheint die kurze Erholung seit anfangs Jahr bereits wieder in Gefahr. Der Ölpreis gab leicht nach und sank auf USD 107 pro Barrel Brent. Die Ölproduktion in den USA stieg mehr als erwartet, was den Preis für für WTI in den USA zum Wochenbeginn drückte. Andererseits liessen gute Konjunkturdaten in den USA eine höhere Nachfrage erwarten, was zu einem Rebound führte. Insgesamt befindet sich der Brentpreis in Europa am unteren Seitwärtsband in der Nähe von USD 105 pro Barrel, welches seit letztem Sommer bestand hat.

USA: Kongress einigt sich auf Ausgabengesetz
Der US-Kongress einigte sich auf ein Ausgabengesetz für das Haushaltsjahr 2014 in der Höhe von USD 1.1 Billionen. Damit gelten die Ausgaben der Regierung für das gesamte laufende Haushaltsjahr als gesichert. Die Einigung wendet die Gefahr eines weiteren Verwaltungsstillstandes wie im vergangenen Oktober ab, als Hunderttausende Beamte vorübergehend in Zwangsurlaub geschickt wurden. Allerdings steht bereits im Februar eine nächste Hürde bevor: Dann müssen sich beide Seiten auf eine Erhöhung des Schuldenlimits einigen, sonst droht der weltgrössten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit. Diese dürfte sicherlich vermieden werden.

Die Weltbank erhöhte die Prognose für das globale Wirtschaftswachstum von 3.0% auf 3.2%, weil die Erholung in Europa und den USA stärker eingeschätzt wird. Auch das Beige Book in den USA bestätigt ein moderates Wachstum für Amerika. Der konjunkturelle Ausblick ist somit positiv und verbessert sich laufend.

Warten auf neue Impulse
Die Anleger warten auf neue Impulse. Die beginnende Saison der Jahresbilanzen der Unternehmen, welche SGS bei den SMI-Werten am Dienstag eröffnet, wird solche liefern. Generell wurde ein Teil des Gewinnwachstums in den Kursen vorweg genommen, aber wenn die Ausblicke ein gutes Momentum bestätigen, werden die Börsen weiter steigen. Es gibt immer weniger negative Faktoren, die Ampeln stehen auf grün. Somit bleiben wir zuversichtlich und würden im Börsenzug weiter mitfahren.

Der DAX hat die Konsolidierung überwunden und zieht gegen die 10‘000er Marke. Innerhalb des DAX gefallen uns die Autowerte, welche weiterhin günstig bewertet sind und wo die Erwartungen noch moderat sind. Auch charttechnisch sind diverse Autowerte in einer verheissungsvollen Position. Continental zieht weiter und BMW hat soeben die Resistance bei EUR 86 überwunden. In der Schweiz gilt Georg Fischer auch als Autowert, obwohl weniger als die Hälfte des Gewinns in dieser Sparte generiert wird. CHF 650 scheinen überwunden und ein P/E 2014 von 14x ist noch nicht zu teuer.

Luxusaktien unter Druck
Unter die Räder kamen Luxusaktien, obwohl erste Kennzahlen von Swatch und auch Richemont ein klares Wachstum bezeugten, aber es wurde wohl mehr erwartet. Dennoch, der langfristige Wachstumstrend ist intakt, die Bewertung für diese Cashmaschinen günstig und die Titel sind überverkauft. Dem mittelfristig orientierten Investor eröffnen sich hier günstige Zukaufsmöglichkeiten. (IHAG/frp/mc/ps)

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